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Spaß auf beiden Seiten: FSJlerin Svenja Kurtius mit ihren Schützlingen vom Vorschulkinder-Turnen.  

TuS Geretsried sucht Bewerber

FSJ beim Sportverein: Warum Svenja Kurtius das nur empfehlen kann

Svenja Kurtius absolviert beim TuS Geretsried ein Freiwilliges Soziales Jahr. Wir haben sie beim Vorschulkinder-Turnen besucht. 

Geretsried – Ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Sport – diese Möglichkeit bieten viele Vereine jungen Menschen an. Beim TuS Geretsried macht gerade Svenja Kurtius davon Gebrauch. Seit September betreut die 19-Jährige Kinder und Jugendliche aller Abteilungen beim Training. Ihr Zwischenfazit zur Halbzeit fällt durchweg positiv aus: „Ich freue mich jeden Morgen beim Aufwachen auf die Arbeit.“

Den Spaß am Umgang mit Kindern sieht man ihr beim Vorschulkinder-Turnen der Vier- bis Sechsjährigen am Dienstag in der Turnhalle der Franz-Marc-Schule an. „Super, Louisa“, lobt sie ein Mädchen, das die Sprossenwand hinaufklettert, um dann mit Svenjas Hilfestellung auf einer angelehnten Langbank von ganz oben herunterzurutschen. Vertrauen ist bei so einer Mutprobe wichtig, und Louisa fühlt sich offenbar sicher mit Svenja.

Die FSJlerin geleitet die Knirpse durch einen Zirkeltrainings-Parcours, sie steht beim Springen über Medizinbälle unterstützend zur Seite, schiebt Hütchen nach dem Slalomlauf wieder an ihre Stelle, ermuntert so manchen Teilnehmer, sich auch an schwierigere Übungen zu wagen. „Es ist schön zu sehen, wie sich die Kinder über ihre Erfolge freuen“, sagt Svenja und strahlt selber.

Neben dem Kleinkinderturnen unter der Leitung von Ingrid Feiglbinder begleitet die Geretsriederin noch andere Turn- und Leichtathletikstunden. Vormittags hilft sie an der Franz-Marc-Schule im Sportunterricht. Einmal in der Woche gestaltet sie einen Integrativ-Kurs im Behindertenwohnheim St. Nikolaus mit. Außerdem leitet die Geretsriederin, selbst Mitglied der TuS-Damenfußballmannschaft, eine Arbeitsgruppe Fußball an der Franz-Marc-Schule und bereitet sich mit einer weiteren Gruppe von Dritt- und Viertklässlern auf den Stadtlauf im Mai vor.

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Ihre Sportbegeisterung scheint ansteckend zu sein. Die zehn teilnehmenden Kinder sind ihren Angaben zufolge topfit für den Lauf. Positiver Nebeneffekt des FSJ: Die 19-Jährige absolvierte gleich zu Beginn eine dreiwöchige Ausbildung zur Übungsleiterin. Mit dem Übungsleiterschein kann sie auch später Kinder und Jugendliche trainieren und sich auf diese Art etwas dazuverdienen. Auch in die Organisation und Verwaltung eines so großen Vereins wie des TuS erhält die junge Frau Einblick. „Meine Aufgaben sind vielfältig. Ich lerne jeden Tag etwas Neues“, sagt sie. 

Ingrid Feiglbinder, zuständig für die Abteilung Kinderturnen, ist froh um die zusätzliche Unterstützung. Gerade das Turnen mit den Kleinsten sei sehr betreuungsintensiv und Jugendleiter seien schwer zu bekommen, sagt sie. Es sei auch eine große Hilfe gewesen, dass Svenja das recht aufwendige Weihnachtsturnen mit den Kindern so gut vorbereitet habe. „Die FSJ-Leistenden bekommen bei uns Verantwortung übertragen. Sie sollen sich schließlich persönlich entwickeln in dem Jahr“, so Feiglbinder.

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Svenja Kurtius kann das freiwillige sportliche Jahr nur empfehlen. Nach ihrem Abschluss an der Montessori-Schule in Dietramszell habe sie nicht gewusst, was sie beruflich machen wolle, erzählt sie. Aus unserer Zeitung habe sie erfahren, dass der TuS einen FSJler sucht. Von Freunden, die ebenfalls ein FSJ gemacht hatten, habe sie nur Gutes darüber gehört. Neben den 38,5 Stunden Beschäftigung in der Woche könne sie sich nach einer Ausbildung oder einer schulischen Weiterbildung umschauen. „Noch bin ich mir nicht sicher. Aber irgendetwas mit Kindern zu machen, würde mir schon gefallen“, meint sie. Beim TuS bekommt sie 300 Euro im Monat, ihr stehen 26 Urlaubstage zu.

Heuer sucht der TuS laut Geschäftsführerin Karina Rebele ab September wieder einen männlichen oder weiblichen FSJler. Die Voraussetzungen: Man sollte Sport mögen und gerne mit Menschen, insbesondere Kindern, arbeiten.

Tanja Lühr

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