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Nicht nur eine Spielerei: Die Miniphänomenta bringt Kindern die Naturwissenschaften näher. 

Besonderes Projekt

Wie Geretsrieder Grundschüler zu Forschern werden

Die Begeisterung für Naturwissenschaften wurde bei den Kindern der Karl-Lederer-Grundschule in wenigen Tagen geweckt. Sie durften ihren Foschergeist selbst entdecken.

Geretsried – Bringt man Kindern Physik, Chemie und Technik auf spielerische Art nahe und lässt sie Zusammenhänge selber erkennen und verstehen, dann machen Naturwissenschaften richtig Spaß. Das ist das Prinzip der Miniphänomenta, die kürzlich an der Karl-Lederer-Grundschule zu Gast war. An 50 Stationen, verteilt im gesamten Schulhaus, erfuhren die Kinder unter anderem, dass eine Kerze Luft zum Brennen braucht, dass Pendel immer in denselben Mustern schwingen und dass durch eine bestimmte Anordnung von Spiegeln ein Blick in die Unendlichkeit entsteht.

Die einfach zu bedienenden Versuchsstationen waren zwei Wochen lang quasi Schulinventar. „Unsere Schüler nahmen sie regelrecht in Beschlag – vor dem Unterricht, danach und in den Pausen“, berichtete Konrektorin Elke Goymann am Tag der Öffentlichkeit, an dem auch alle Eltern, Großeltern und Geschwister sich ein Bild von der Ausstellung machen konnten. Stolz und gerne zeigten ihnen die Schulkinder, wie die verschiedenen Phänomene funktionieren und wie sie zu erklären sind.

„Der Sinn der Aktion ist, dass die Lehrer sich zurücknehmen und die Kinder ihre eigenen Hypothesen entwickeln und Lösungswege finden lassen“, sagte Miniphänomenta-Projektleiterin Doreen Dambacher. Die achtjährige Vanessa zum Beispiel hatte in den vergangenen zwei Wochen gelernt, wie Schwarzlicht entsteht. „Meine Zähne werden gelb-grün, wenn ich in den dunklen Kasten gehe und in den Spiegel schaue. Das ist so, weil sie mit UV-Licht beschienen werden“, erklärte sie. Ihr weißes T-Shirt leuchte in hellem Lila, bei einem schwarzen T-Shirt dagegen passiere nichts, erzählte sie.

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Elke Goymann freute sich, dass ihre Schule in diesem Jahr den Zuschlag für das Projekt (siehe unten) bekommen hat. Schon vor neun Jahren hatte sich eine Kollegin darum beworben. „Die Warteliste der Bewerber ist lang“, sagte Doreen Dambacher. Deswegen ziehe die Miniphänomenta in wenigen Tagen an die nächste Schule weiter. Etwa zwölf Grundschulen kämen pro Jahr an die Reihe.

Was von dem Projekt in Zukunft an der Karl-Lederer-Grundschule bleibt, liegt in den Händen der Schulgemeinschaft. Mit Unterstützung von Eltern und regionalen Unternehmen, so die Intention des Projektträgers, sollen einzelne Stationen nachgebaut werden. Die Lehrerin Barbara Süßmann glaubt, dass die Miniphänomenta durchaus das Interesse für Naturwissenschaft und Technik bei den Schülern geweckt habe. Nachdem die Stationen zwei Wochen und nicht nur einen Tag lang aufgebaut gewesen seien, wäre das Ganze auch „nicht nur eine Spielerei“ gewesen. Sie und ihre Kolleginnen hätten festgestellt, dass die Kinder sich nach dem ersten neugierigen Ausprobieren länger und ruhiger mit bestimmten Phänomenen befasst hätten. Süßmann: „Ihr Forscherdrang war geweckt.“

Miniphänomenta

Die Miniphänomenta in Bayern ist eines von 16 Projekten und Angeboten der MINT-Bildungsinitiative Technik – Zukunft Bayern 4.0. Das Bayerische Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie fördert Projekte für Jugendliche und insbesondere für Mädchen und junge Frauen. Die bayerischen Metall- und Arbeitgeberverbände unterstützen das mobile Experimentierfeld ideell und finanziell, da Bayern auch in Zukunft gut ausgebildete Fachkräfte im naturwissenschaftlich-technischen Bereich braucht.

Tanja Lühr

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