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Ankunft in Geretsried: Bürgermeister Karl Lederer hält am 9. September 1951 eine Ansprache zur Begrüßung von heimatvertriebenen und geflüchteten Deutschen. Ein Jahr zuvor war die Gemeinde Geretsried gegründet worden. Das und die Stadterhebung 20 Jahre später wird 2020 gefeiert. 

“Die Filme stehen in keiner Weise in Konkurrenz zueinander“

Stadtjubiläum 2020: Zwei Filme in Planung

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In Geretsried steht ein großes Jubiläum an. Für das Festjahr 2020 wird ein Film produziert. Und vielleicht sogar noch ein zweiter.

Geretsried – Das Jahr 2020 wird ein Festjahr. Zum Jubiläum 70 Jahre Gemeindegründung und 50 Jahre Stadterhebung soll es eine Chronik geben, Feste, besondere Aktionen – und möglicherweise zwei Filme. Dem Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport (JUSSKUS) lagen in seiner Sitzung am Dienstagabend entsprechende Anträge vor.

Den ersten hat der Arbeitskreis Historisches Geretsried gemeinsam mit dem Fotoclub Geretsried gestellt. Die beiden Vereine arbeiten an einer Filmdokumentation über Geretsried von der Gemeindegründung bis zur Gegenwart. „Wir wollen einen Film zeigen, den jeder anschauen kann und an dem jeder Freude hat“, erläuterte Hobbyfilmer Gerhard Aumüller.

Für den Film mit dem Arbeitstitel „7 mal Geretsried in 10 Jahren“ sichten und digitalisieren die Ehrenamtlichen vorhandenes Material. Die historischen Sequenzen aus dem Stadtarchiv sollen laut Aumüller mit neuen kombiniert werden. „Die Materialkosten sind nicht unerheblich, uns zwei Vereinen ist das alleine nicht möglich.“ Arbeitskreis und Fotoclub baten um einen Zuschuss in Höhe von 5000 Euro.

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Die Ausschussmitglieder legten auf Vorschlag von Hans Ketelhut (CSU) sogar nochmal 1000 Euro drauf. „Das ist knapp kalkuliert und ihr hängt euch mit Leib und Seele rein“, argumentierte er. Auch für Edith Peter (SPD) war klar, dass das Projekt der Vereine unterstützt werden soll. Bürgerschaftliches Engagement müsse honoriert werden. „Ihr arbeitet inzwischen wirklich professionell“, so Peter. Sabine Lorenz (CSU), Heidi Dodenhöft (Freie Wähler) und Volker Witte (Grüne) pflichteten ihr bei.

Darüber, dass noch ein zweiter Film fürs Jubiläumsjahr auf der Tagesordnung stand, war Karin Schmid (CSU) zunächst überrascht, als es um einen Antrag von Dokumentarfilmerin Dr. Sybille Krafft und Kameramann Rüdiger Lorenz ging, wie sie sagte. „Aber die Filme stehen in keiner Weise in Konkurrenz zueinander“, so Schmid. Der Film der Vereine sei „für uns Geretsrieder“ und mit dem Film von Krafft könne Geretsried groß im Fernsehen für sich werben. Auch Ketelhut sprach von einer „repräsentativen Außenwirkung“.

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Die Journalistin aus Icking bot dem Ausschuss ein Filmprojekt mit dem Arbeitstitel „Geretsried – damals und heute. Von der Schwaige zur ländlichen Metropole“ an. „50 Jahre nach der Stadterhebung soll nun die geschichtliche Entwicklung, der landschaftliche Reiz, die kulturelle Vielfalt und die wirtschaftliche Dynamik von Geretsried in einem professionellen Dokumentarfilm gezeigt werden“, erklärte Anita Zwicknagl vom Kulturamt. Dargestellt werde die Zeit von den ehemaligen Rüstungswerken und der Ankunft der Heimatvertriebenen 1946 bis heute. Als Vorbild diene die BR-Reihe „Damals“.

Unklar war den Ausschussmitgliedern, ob die Stadt auch bei diesem zweiten Film die Verwertungsrechte hätte – so wie es bei der Arbeit der Vereine der Fall ist. Laut Antrag sei das professionell gedrehte Material auch für die Medienstationen im Museum, für Internet und Stadtmarketing verwertbar. Bürgermeister Michael Müller erklärte: „Wir bezahlen, wir haben den Zugriff drauf.“

Der JUSSKUS sprach sich bei einer Gegenstimme von Lorenz dafür aus, Krafft mit der Produktion des Dokumentarfilms über Geretsried zu beauftragen. Aufgrund der Höhe der Kosten von 36.850 Euro ohne Umsatzsteuer obliegt die Entscheidung dem Haupt- und Finanzausschuss.

sw

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