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Mit Leib und Seele Feuerwehrmann: Thomas Kinkal aus Geretsried. 

Tag des Ehrenamts

Seit 24 Jahren ehrenamtlicher Feuerwehrmann: Geretsrieder Thomas Kinkal berichtet

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Thomas Kinkal ist wohl das, was man mit Leib und Seele einen Feuerwehrmann nennt: Bereits seit 1994 engagiert sich der 38-Jährige bei der Geretsrieder Wehr. Kommt ein Alarm, lässt der Geretsrieder alles stehen und liegen. 

Geretsried Der 5. Dezember ist der Internationale Tag des Ehrenamts. Laut Bayerns Sozialministerin Kerstin Schreyer engagiert sich im Freistaat jeder Zweite ehrenamtlich für einen Verein oder eine Institution. „Diese Menschen tragen dazu bei, das Leben in unserer Gesellschaft besser, gerechter und demokratischer zu gestalten.“ In dieser Ausgabe stellen wir exemplarisch einige Ehrenamtliche vor. Den Anfang macht Thomas Kinkal.

Wenn die Sirene heult oder der Piepser Alarm schlägt, ist es für die ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Feuerwehren selbstverständlich, alles stehen und liegen zu lassen, um ihren Mitmenschen zu helfen. Einer von denen, die einen Großteil ihrer Freizeit für Aus- und Weiterbildung, Übungen und Einsätze opfern, ist der Geretsrieder Thomas Kinkal.

Für den 38-Jährigen ist das keiner Rede wert. „Wir wollen das ja so“, sagt er und lacht. „Sonst wären wir nicht bei der Feuerwehr.“ Die Geretsrieder Wehr wird pro Jahr durchschnittlich über 200 Mal alarmiert. Nie richten sich die Einsätze danach, was die Ehrenamtlichen gerade machen – ob sie in der Arbeit sind oder Freizeit haben. „Früher war das Batzenhäusl unsere Stammkneipe“, erzählt der 38-Jährige. „Bei Alarm bist du sofort rausgestürmt und los ging’s. Zum Zahlen ist man dann eben spät in der Nacht oder am nächsten Tag zurückgekommen.“ Auf diese abrupte Weise mussten auch schon Familienfeiern verlassen werden. Aus einem gemütlichen Sofa-Abend wurde von jetzt auf gleich eine nächtliche Hilfeleistung bei Schnee und Eiseskälte.

Der Zeitaufwand für dieses besondere Ehrenamt lässt sich nicht in Stunden und Minuten ausdrücken. „Es ist ja nicht nur der Einsatz vor Ort“, sagt Kinkal. „Wenn wir wieder zurück am Gerätehaus sind, müssen die Fahrzeuge umgehend für den nächsten Notfall, der garantiert eintreffen wird, klar gemacht werden.“ Dazu kommen Übungen, Sitzungen und diverse Aus- und Fortbildungen. Kinkal ist seit 1994 Mitglied der Geretsrieder Feuerwehr. Er absolvierte sämtliche Leistungsprüfungen, wurde Atemschutzträger, Gerätewart sowie Drehleitermaschinist und durchlief erfolgreich eine Gefahrgutausbildung – nur um ein paar wenige Stationen zu nennen. Fast nebenbei machte er seinen Fachteilausbilder für Maschinisten und Absturzsicherung, um sein Wissen an die jungen Kameraden weitergeben zu können. „Mich fasziniert die Technik“, antwortet Kinkal auf die Frage, warum er sich ehrenamtlich bei der Feuerwehr engagiert. „Und irgendwie ist es auch mein Hobby.“

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Beruflich hat sich der Geretsrieder mit „Tomki“, einer Firma für Innenausbau, selbstständig gemacht. „Bei Alarm wägt man ab: Werden jetzt ein paar Kilo Gips hart, während ich zum Einsatz ausrücke? Hat die Kundschaft Verständnis dafür, wenn ich jetzt einfach gehe?“ Kinkal lacht: „Ich muss zugeben, dass sich bei solchen Überlegungen die Waage immer zur Feuerwehr senkt.“

Der zweifache Familienvater könnte dies alles ohne Unterstützung seiner Frau Kerstin nicht machen. „Dafür bin ich ihr sehr dankbar. Glücklicherweise hat sie großes Verständnis – sie ist nämlich auch Feuerwehrfrau.“

sh

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