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Feierlicher Moment: Nach der Wahl durch den Stadtrat vereidigte Bürgermeister Michael Müller den neuen Stadtbaurat Rainer Goldstein. 

Neuer Leiter des Bauamts

Geretsried bekommt einen Stadtbaurat

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Die bauliche Entwicklung der Stadt macht sich ab Dezember auch in der Verwaltung bemerkbar. Zum ersten Mal in der Geschichte Geretsrieds gibt es einen berufsmäßigen Stadtrat. Rainer Goldstein (40) leitet künftig das Bauamt.

Geretsried – Die Zentrumsentwicklung läuft, und auch mit der Verlegung der Bundesstraße 11 sowie dem S-Bahn-Anschluss wird sich das Stadtbild verändern. Diesen Herausforderungen hat der Stadtrat am Dienstagabend Rechnung getragen und einen berufsmäßigen Stadtrat gewählt: Rainer Goldstein übernimmt zum 1. Dezember die Leitung des Bauamts. Jochen Sternkopf geht in den Ruhestand.

Als Stadtbaurat ist Goldstein – im Gegensatz zu seinem angestellten Vorgänger – Mitglied des Stadtrats. Er hat zwar kein Stimmrecht, sein Aufgabengebiet betreffend aber ein Rederecht. „Er ist unabhängiger in seinen Entscheidungen und freier in der Handhabung“, erklärt Bürgermeister Michael Müller. Damit habe Goldstein eine andere Außenwirkung.

„Wir wollen eine Aufwertung der Position erreichen und sie stärken“, so Müller. Die Anforderungen an das Bauamt würden nicht mehr nur in der Bearbeitung von Bauanträgen und der Verwaltung liegen. Es gehe um Visionen, um die Gestaltung der Stadt. „Wir müssen das Bauamt strukturell darauf ausrichten, die Zukunftsaufgaben bewältigen zu können“, sagt Müller. Beispielsweise müsse man in Sachen S-Bahn die personelle Stärke haben, die Dinge voranzutreiben.

Goldstein hat Erfahrung in der Stadtentwicklung und der Städtebauförderung. In diesem Bereich arbeitet er derzeit als Referent im Bayerischen Innenministerium. Der studierte Architekt war bereits in Barcelona, Ingolstadt, München und Augsburg tätig. Und nun Geretsried? „Was ansteht und angestoßen wurde, ist eine spannende Herausforderung“, sagt der 40-Jährige. Seine Faszination gelte insbesondere dem Städtebau, dem Hochbau und der Verkehrsentwicklung.

Die Veränderungen in Geretsried verfolgt Goldstein, der in Landshut aufgewachsen ist, seit Jahren. „Mein Schwiegervater hat mir immer die entsprechenden Zeitungsartikel ausgeschnitten“, erzählt er. Seine Frau kommt aus Geretsried. Heute wohnt die Familie mit zwei Kindern im Alter von sechs und drei Jahren in Münsing.

Mit der Äußerung von Zukunftsvisionen für die größte Stadt im Landkreis hielt sich Goldstein bei seiner Vorstellung im Rathaus am Mittwoch noch zurück. „Ich möchte mir erst ein Bild machen und die Verwaltung kennenlernen“, sagt er. Die Kollegen habe er bereits getroffen. „Sie sind sehr nett, und es ist wahnsinnig viel Fachwissen da.“ Der neue Stadtbaurat will sich unter anderem den Themen S-Bahn, B 11 und Marktplatz widmen. „Wie denken wir die Stadt weiter?“, fragte Goldstein.

Die Verwaltung hatte mit der Stellenausschreibung nach einem Leiter des Bauamts gesucht und ein reguläres Bewerbungsverfahren durchgeführt. Die Idee, ihn zum Stadtbaurat zu ernennen, sei aber schon da gewesen, sagt Bürgermeister Müller. In Germering und Fürstenfeldbruck gibt es diese Position ebenfalls. Im nördlichen Landkreis hatte zuletzt Wolfratshausen einen berufsmäßigen Stadtrat: Kulturreferent Peter Struzyna. Da sich Goldstein seine Position als Stadtbaurat vorstellen konnte, wählte ihn der Stadtrat als solchen. Seine Amtszeit beträgt sechs Jahre. Der 40-Jährige kündigt aber bereits an, sich zur Wiederwahl zu stellen: „In sechs Jahren sind wir erst auf halber Strecke.“

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