+
Gemütlich machen konnten es sich Penzberger vergangenes Jahr beim „StadtLesen“ auf dem Stadtplatz.

Aktion „StadtLesen 2020“

Bekommt Geretsried ein Lesewohnzimmer mitten in der Stadt?

  • schließen

Mitten in der Stadt gemütlich in  Sitzsäcken unter freiem Himmel schmökern: Geretsried ist bereits zum zweiten Mal für das „StadtLesen 2020“ nominiert. Der Zeitpunkt würde aus zwei Gründen ganz gut passen. 

Geretsried – Der Name ist im Spiel, nun kommt es auf möglichst viele Unterstützer und das Wohlwollen der Juroren an: Die Stadt Geretsried ist zum zweiten Mal für das „StadtLesen 2020“ nominiert worden. Die Aktion der Innovationswerkstatt aus Österreich bringt ein Lesewohnzimmer in verschiedene Städte. In Bad Tölz und Penzberg waren die Bücherregale und bequemen Sitzgelegenheiten schon aufgebaut. Aber auch große Städte wie Köln, Wien, Berlin und Zürich waren bereits Gastgeber.

Geretsried nominiert für „StadtLesen2020“

In der Liste der für nächstes Jahr nominierten Lesestädte taucht auch Geretsried auf. Auf der Internetseite der Innovationswerkstatt kann jeder, der seinen Namen, E-Mail-Adresse und einen Kommentar hinterlässt, eine Stadt nominieren. Wer seine Stimme Geretsried geschenkt hat, ist nicht bekannt. Die Stadtbücherei steckt zwar nicht dahinter, aber „die Stadt und insbesondere das Büchereiteam stehen dem ,StadtLesen‘ sehr aufgeschlossen gegenüber“, sagt Björn Rodenwaldt, Leiter der Stadtbücherei, auf Nachfrage unserer Zeitung.

Der Zeitpunkt würde gut passen. Der Neue Platz wurde hergerichtet und Ende des Jahres soll auch der umgestaltete Karl-Lederer-Platz eröffnet werden. Zudem feiert Geretsried nächstes Jahr 50 Jahre Stadterhebung und 70 Jahre Gemeindegründung. Die Planungen für Veranstaltungen im Jubiläumsjahr laufen. „Da kann man durchaus über das Stadtlesen nachdenken“, so Rodenwaldt.

Zeitpunkt würde gut passen

Der Büchereileiter möchte eventuell noch die Meinung der Stadträte einholen. Organisatorisch wäre das „StadtLesen“ eine neue Herausforderung – Regale und Sitzgelegenheiten müssten bereitgestellt, prominente Vorleser und eine Schlecht-Wetter-Alternative gefunden werden. Jedoch „wäre es eine schöne Gelegenheit, die Neugestaltung des Zentrums im Rahmen einer nicht kommerziellen, entspannten Atmosphäre zu erleben“, meint Rodenwaldt.

Lesen Sie auch: Besucher-Rekord in der Geretsrieder Stadtbücherei

Wie hoch die Chancen sind, dass Geretsried den Zuschlag erhält, kann er nicht einschätzen. „Mit einer entsprechenden Werbestrategie wäre es wohl durchaus möglich“, sagt Rodenwaldt. Laut Internetseite entscheiden die Juroren der Innovationswerkstatt, ob Gassen und Plätze der Lesestädte das nötige Flair und Ambiente für ein Leseabenteuer haben. Die Chancen, ausgewählt zu werden, erhöhen sich allerdings, je öfter eine Stadt bis Ende August von unterschiedlichen Menschen nominiert wird.

Auch interessant: 1320 Medien in einem Jahr: Wolfratshauser sind Stammgast in Geretsrieder Stadtbücherei

Seit knapp zehn Jahren wird das „StadtLesen“ jedes Jahr in rund 30 Städten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz veranstaltet. Zwischen April und Oktober stehen dort im Wechsel an drei, vier Tagen 3000 Bücher bereit, die jeder kostenlos auf Sitzsäcken, Hängematten und Stühlen vor Ort lesen kann. Begleitet wird das „StadtLesen“ immer von einem Rahmenprogramm. 

sw

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Wolfratshausen: Galgenhumor im Schatten der Kaufhaus-Ruine
Mutmaßlich müssen die Wolfratshauser monatelang mit einer Ruine mitten in der Innenstadt leben. Ein Anblick und eine Aussicht, die viele schmerzt.
Wolfratshausen: Galgenhumor im Schatten der Kaufhaus-Ruine
Neubau im Zentrum: Trotz Klage hält Baugenossenschaft an Plänen fest
Trotz eingereichter Klage hält die Baugenossenschaft Geretsried an ihren Neubauplänen fest. Im November will sie mit dem Abriss des Altbestands beginnen.
Neubau im Zentrum: Trotz Klage hält Baugenossenschaft an Plänen fest
Geplantes Seniorenwohnstift in Ambach: Ostuferschützer greifen Gemeinde an
Der Streit um die Neubebauung das ehemaligen Wiedemann-Geländes am Ufer des Starnberger See geht weiter. Die Gegner befürchten ein „Luxuswohngebiet“. 
Geplantes Seniorenwohnstift in Ambach: Ostuferschützer greifen Gemeinde an
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen
Der quer liegende Baumstamm in der Isar, der bereits mehrere Boote auf der Isar zum Kentern brachte, konnte noch immer nicht geborgen werden. Das Fahrverbot bleibt …
Lebensgefahr auf der Isar: Baum noch immer nicht geborgen - Fahrverbot bleibt bestehen

Kommentare