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Eine flotte Sohle aufs Parkett legte Geretsrieds Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (vorne) beim Festabend am Donnerstagabend in den Ratsstuben.

70 Jahre Geretsried

Beschwingt ins Jubiläumsjahr: Stadt organisiert fröhliches Geburtstagsfest

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Zum Jubiläumsjahr hat sich die Stadt Geretsried etwas Besonderes einfallen lassen: Anstatt eines trockenen Empfangs gab es eine ausgelassene Party mit 320 Gästen.

Geretsried – Es gibt drei Dinge, die heutzutage auf keiner guten Party fehlen dürfen: eine Fotobox, Folienluftballons in Form der Zahl des Tages und der Schlager „Hulapalu“ von Andreas Gabalier. Diese entscheidenden Faktoren waren auch am Donnerstagabend in den Ratsstuben gegeben, wo die Stadt Geretsried mit 320 geladenen Gästen ins Jubiläumsjahr startete. Statt eines trockenen Empfangs hatte die Verwaltung ein fröhliches Geburtstagsfest organisiert.

Anstatt trockenem Empfang: Geretsried organisiert fröhliches Geburtstagsfest

Vor 70 Jahren wurde die Gemeinde Geretsried gegründet, vor 50 Jahren zur Stadt erhoben. Dieser doppelte Runde soll das ganze Jahr gefeiert werden. Zum Auftakt begrüßte Bürgermeister Michael Müller unter anderem den Dritten Landrat Klaus Koch und den Landtagsabgeordneten Martin Bachhuber sowie Vertreter der Nachbargemeinden, von Kirchen, Vereinen, Betrieben und sozialen Einrichtungen. Früher habe man gesagt, man wohne „irgendwo südlich von München“, erinnerte sich Müller. „Heute sagen wir mit Stolz, dass wir aus Geretsried kommen. Das ist Ihre, unsere Leistung. Darauf können wir stolz sein.“ 2020 wird für Geretsried deshalb ein wahres Festjahr. Mehr als 100 Veranstaltungen sind geplant. 

Geretsried feiert heuer Doppeljubiläum

Auch Klaus Koch lobte die größte Stadt des Landkreises. „In 50 Jahren wird man wieder zurückblicken und sich fragen, ob damals, also heute, die richtigen Entscheidungen getroffen wurden“, so der Dritte Landrat. Aus Sicht des Landkreises sei der Auf- und Umbruch in Geretsried richtig. In den nächsten 18 Jahren würde der Landkreis um über 10 000 Bürger anwachsen. „Es ist sehr zu begrüßen, wenn Geretsried Wohnraum schafft und sich der Herausforderung demografischer Wandel stellt.“ Und mit der S-Bahn-Verlängerung werde Geretsried wichtiger Verkehrsknotenpunkt im Landkreis.

Geretsried: Zauberer, Party-Hits auf der Tanzfläche und eine Fotobox

Mit diesen zwei Ansprachen war der offizielle Teil schnell vorüber. Zauberer Andreas Maier lockerte die Stimmung auf, indem er die gefalteten Hände des Publikums verdrehte. Die Tochter von Stadtrat Andreas Rottmüller, die zehnjährige Valentina, holte er auf die Bühne und brachte mit ihr einen kleinen Tisch zum Schweben. Eine andere Zuschauerin nannte aus einem zufällig ausgewählten Zeitungsschnipsel die Worte „Bademeister, Juli, Ruhetag“. Die Buchstaben fügte Maier zur Schlagzeile des Abends: „Geretsried hat Jubiläum“.

Während die Gäste staunten, wie der Zauberer das nur gemacht haben könnte, wurden die Stühle in den Ratsstuben weggerückt und die Band „Agent Six“ lud mit Party-Hits auf die Tanzfläche ein. Zweiter Bürgermeister Hans Hopfner und Stadträtin Kerstin Halba machten ohne zu zögern den Anfang. Ab diesem Zeitpunkt blieb die Tanzfläche nie leer, und die Feierfreudigen bewegten sich dort spätestens zum Party-Hit „Atemlos“ von Helene Fischer ausgelassen.

Feier der Stadt Geretsried: Stadträte schwelgen in Erinnerungen

Weiter hinten in den Ratsstuben war an Stehtischen Platz für gute Gespräche – bei Häppchen vom Flying Buffet und Bowle. Der eine oder andere hatte die Einladung angenommen, sich „wie damals“ anzuziehen. Bei den Stadträten Franz Wirtensohn und Ewald Kailberth – beide in Hemd und Strickjacke – weckte das Erinnerungen an wilde Zeiten mit langen Haare, Schlaghosen, bunte Hemden und Pullunder. „Zum Glück“, so beide lachend, „passt uns das nicht mehr.“

Gut kamen auch die historischen Fotos an, die an den Wänden aufgehängt waren und mitgenommen werden durften. Gerhard Kovacs vom Verschönerungsverein freute sich besonders über die Schwarz-Weiß-Aufnahmen vom Lager Stein, in dem der Sudetendeutsche 1965 untergebracht war. „An die Fotos kommt man sonst nicht“, sagte der 76-Jährige.

Geretsried: Großer Andrang bei der Fotobox

Durchgehend groß war auch der Andrang an der Fotobox. Dort konnte man sich mit Glitzerhüten, bunten Perücken, riesigen Sonnenbrillen und falschen Bärten fotografieren lassen. Als Hintergrund konnten die Gäste verschiedene Motive aus Geretsried wählen, besonders beliebt die Hollywoodkurve – natürlich mit strahlend weißem Geretsried-Schriftzug.

sw

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