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Auf der Suche nach einem neuen Revier: Biber verirrt sich auf Baustelle

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Von: Doris Schmid

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Biber auf einer Baustelle
Auf dem Trockenen saß dieser Biber in der „Neuen Mitte“. Das Jungtier war offensichtlich auf der Suche nach einem neuen Revier. © Stadt Geretsried

Offensichtlich verirrt hatte sich ein Biber. Mitarbeiter der Firma Strabag trafen den Nager auf der Baustelle in der „Neuen Mitte“ in Geretsried an.

Geretsried – Da staunten die Mitarbeiter der Firma Strabag nicht schlecht, als sie vergangene Woche nach der Winterpause in der „Neuen Mitte“ frisch ans Werk gehen wollten. Sie waren gerade dabei, mit den Tiefbauarbeiten an der Egerlandstraße in Geretsried (Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen) zu beginnen, als sie in einem Schacht auf einen Biber stießen. Der hatte sich offensichtlich ins Stadtzentrum verirrt.

Biber verirrt sich auf Geretsrieder Baustelle: Polizei und Landratsamt verständigt

Was tun mit dem Biber auf der Baustelle? Die Bauaufsicht wandte sich an die Polizei. Die wiederum versuchte es beim Landratsamt. Schließlich wurde Andrea Knöbl verständigt. „Meine Frau ist Jägerin und sie sollte das Tier einfangen“, berichtet Ehemann Erwin Knöbl im Gespräch mit unserer Zeitung. Die Geretsriederin rückte mit einer Transportbox an, und ehe sich’s der Nager versah, saß er dort schon drin. „Er war recht brav“, sagt Erwin Knöbl. Mutmaßlich handelt es sich um ein etwa zwei Jahre altes, männliches Jungtier, das vom ebenfalls männlichen Oberhaupt aus dem Familienverbund hinausgeworfen wurde. Derzeit seien die Biber sehr aktiv und mit der Aufzucht ihrer Jungtiere beschäftigt, erklärt der CSU-Stadtrat. Da müssten die älteren männlichen Tiere Platz machen.

Biber verirrt sich auf Geretsrieder Baustelle: Auf der Suche nach einem neuen Revier

Der Nager mit dem breiten flachen Schwanz machte sich also auf die Suche nach einem neuen Revier und landete mitten im Geretsrieder Stadtzentrum. Vermutlich bewältigte er den Weg von den Isarauen bis zur Egerlandstraße – dort leben einige Biber – zu Fuß. Dass das Tier von der Loisach herüber gewandert ist, sei aufgrund der langen Strecke doch eher unwahrscheinlich.

Biber verirrt sich auf Geretsrieder Baustelle: An der Isar in die Freiheit entlassen

Das geschützte Tier verbrachte den Tag in der Transportbox in einem abgedunkelten Raum. Denn so einfach irgendwo in die Freiheit entlassen, sei nicht möglich gewesen, berichtet der Pächter des unteren Guts Buchberg. Erst nach Rücksprache mit dem Biberbeauftragten im Landratsamt und der Unteren Naturschutzbehörde sei Andrea Knöbl die Genehmigung erteilt worden, den Nager am Isarufer auf Höhe der Tattenkofener Brücke auszusetzen. Dort wird er hoffentlich ein passenderes neues Revier finden. (nej)

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