Elfjährige in München vergewaltigt - Tatverdächtiger festgenommen

Elfjährige in München vergewaltigt - Tatverdächtiger festgenommen

Gewalt-Exzess auf Sonnwendfeier

Brutaler Masskrug-Wurf auf Beamten: Polizei fasst 18-Jährigen - was wir über ihn wissen

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Nach massiven Ausschreitungen bei der Sonnwendfeier der Egerländer Gmoi am Samstag hat die Polizei einen Verdächtigen gefasst. Ermittlungen wegen versuchten Totschlags laufen. Und weitere Täter sollen gefasst werden.

Update, Montag, 25. Juni, 15.40 Uhr

Unser aktueller Stand in der Recherche: Bei dem Festgenommenen handelt es sich um einen Geretsrieder mit griechischer Staatsangehörigkeit. Er ist wegen Eigentums- und Körperverletzungsdelikten bereits mehrfach aufgefallen. Die Polizei hatte nach der schweren Attacke direkt nach dem 18-Jährigen gefahndet.

Die Festnahme fand am Sonntag gegen 17 Uhr in der Nähe des Tatorts statt. "So ein blanker Hass begegnet uns selten", sagt Stefan Sonntag. Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd. Sonnwendfeier-Organisator Helmut Hahn ist erleichtert über die Festnahme und bedankt sich bei der Polizei. Die Egerländer Gmoi wollen auf jeden Fall wieder eine Sonnwendfeier machen, sagt Hahn unserer Redaktion. Man denke allerdings über einen Sicherheitsdienst fürs nächste Mal nach.

Eine gute Nachricht gibt es: Der schwer verletzte Polizist wurde aus dem Krankenhaus entlassen.

+++ Update, Montag, 25. Juni, 12.03 Uhr: Mutmaßlicher Masskrugwerfer gefasst +++

Noch am Sonntagnachmittag gelang der Kripo Weilheim die Festnahme des mutmaßlichen Masskrugwerfers. Bei seiner Vernehmung räumte der junge Mann (18) den Wurf auch ein. Er wurde heute auf Antrag der zuständigen Staatsanwaltschaft München II wegen des Tatvorwurfs des versuchten Totschlags dem Ermittlungsrichter vorgeführt, der dem Haftantrag auch entsprach. Der 18-Jährige kam in Untersuchungshaft in eine Justizvollzugsanstalt.

Polizeipräsident Robert Kopp gibt außerdem ein deutliches Statement zum Thema ab: „Der sinkende Respekt vor der Uniform wird schleichend zum Dauerzustand in Teilen unserer Gesellschaft“, schreibt Kopp unter anderem. Die Polizei werde in diesem Fall daher besonders akribisch ermitteln. „Nach der Festnahme des Haupttäters bin ich zuversichtlich, dass wir auch alle anderen Straftäter, die sich an den Angriffen auf Polizeibeamte beteiligt haben, schnell feststellen werden.“ Er hoffe auf deutliche Strafen.

Ermittlungen gegen weitere mutmaßliche Täter laufen: 

Derzeit laufen gegen weitere drei bereits identifizierte junge Männer (16, 18, 19 Jahre) strafrechtliche Ermittlungen zu dem Fall. Die Polizei bittet dazu noch um Zeugenhinweise: Wer kann der Polizei zu den Vorfällen auf der Sonnwendfeier in der Nacht auf Sonntag, 24. Juni 2018, an der Böhmwiese in Geretsried sachdienliche Hinweise geben? Wer kann der Polizei dabei Abläufe von Straftaten und/oder verantwortliche Personen benennen? Wer was weiß, meldet sich unter: 0881/6400.

Ursprünglicher Artikel von Sonntag, 24. Juni

Geretsried - Seit 70 Jahren feiert die Egerländer Gmoi Sonnwend mit einem großen Feuer. Immer ist es bisher friedlich geblieben – bis zum vergangenen Wochenende. Da tauchte in der Nacht auf Sonntag, etwa um 0.30 Uhr, auf der Böhmwiese eine Gruppe von 20 Leuten auf, die niemand kannte, die ihren Schnaps mitgebracht hatten und offenbar gewaltbereit waren. Eigentlich war die Veranstaltung zu diesem Zeitpunkt schon vorbei, Mitternacht wird normalerweise Schluss gemacht. Die Bitte der Veranstalter, weniger laut zu sein, ignorierte die Gruppe. „Wir hatten das Gefühl, dass die Stress machen und auf Randale aus sind, deswegen haben wir die Polizei gerufen“, berichtet Helmut Hahn, Vorstand der Egerländer Gmoi.

Was dann passierte, schildert das Polizeipräsidium Oberbayern in einem Pressebericht. Kurz gesagt: Es eskalierte zwischen der anrückenden Polizei und den ungebetenen Gästen. „Neben massivsten Beleidigungen kam es zu Widerstandshandlungen und Körperverletzungsdelikten, aber auch zu versuchten Gefangenenbefreiungen und Landfriedensbruch, als die Personalien Einzelner festgestellt werden sollten“, schreibt Pressesprecher Stefan Sonntag. Die Gewalt, die die Gruppe ausübte, war massiv.

Masskrugwurf: Staatsanwaltschaft ermittelt wegen versuchten Totschlags

Die Aggression gipfelte darin, dass plötzlich ein Masskrug geschleudert wurde, der einen Polizisten im Oberkörperbereich traf. „Nur glücklichen Umständen ist es zu verdanken, dass die erlittenen Verletzungen zwar erheblich, aber nicht lebensbedrohlich ausfielen“, schreibt Sonntag. Weil ein Masskrug eine gefährliche Waffe sein kann und der Verdacht besteht, dass er gezielt auf den Ordnungshüter geworfen wurde, ermittelt die Staatsanwaltschaft München II wegen versuchten Totschlags. Derzeit wird nach dem Täter noch gefahndet. Die Polizei bittet Zeugen dringend um Hinweise unter der Rufnummer 0881/6400 bei der Kripo in Weilheim oder der Inspektion Geretsried unter 0 81 71/9 35 10.

Bei der Gruppe handelt es sich offenbar um Männer aus der Umgebung. Man konnte nur weniger habhaft werden, und die sind wegen früherer Delikte den Behörden bekannt. Die Polizei betont, dass es keine Asylbewerber waren und keine Mitglieder einer politischen Gruppierung. Nach Einschätzung von Augenzeugen hatten die Randalierer Erfahrung darin, wie man der Polizei Widerstand leistet, auch Sprechchöre waren zu hören.

Der Erste Vorstand Helmut Hahn ist betroffen über die Vorgänge: „Wir sind mehr als erschüttert, so etwas haben wir noch nie erlebt.“ Er sagt aber auch, dass die Aktion nichts mit der Feier der Gmoi an sich zu tun hatte. „Manche Gäste haben von dem Ganzen gar nichts mitbekommen“, sagt er. Viele saßen nach Mitternacht um das Feuer, ohne zu merken, das es etwa 150 Meter entfernt Auseinandersetzungen gab. Sein Dank gilt vor allem der Polizei, die das Problem für die Gmoi so professionell gelöst habe. „Wir sind wirklich froh, dass die gekommen sind.“ Froh ist er auch, dass der Polizist – er stammt aus Geretsried – nicht so schlimm verletzt wurde, wie er hätte verletzt werden können. „Gut, dass alles einigermaßen glimpflich ausgegangen ist.“

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Rubriklistenbild: © Andreas Leder (Symbolb ild)

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