+

Christkindlmarkt auf dem Karl-Lederer-Platz

Budenzauber soll im Zentrum bleiben

Geretsried - Wohl zum letzten Mal fand der Geretsrieder Christkindlmarkt am Wochenende in der jetzigen Form auf dem Karl-Lederer-Platz statt. Bürgermeister Michael Müller hat schon eine Idee, wie der Markt nächstes Jahr während der Umgestaltung des Platzes aussehen könnte.

So wie die Holzbuden in dem kleinen Karree auf dem Karl-Lederer-Platz angeordnet sind, empfinden es die Besucher als gemütlich: ein in sich geschlossener Christkindlmarkt mit einer Bühne für musikalische Darbietungen in der Mitte, nicht zu groß, aber doch vielfältig, was das Angebot betrifft. Während der geplanten Neugestaltung des Platzes im kommenden Jahr werden die rund 30 Stände andernorts platziert werden müssen.

„Ausfallen lassen wir den Christkindlmarkt auf keinen Fall“, versicherte Bürgermeister Michael Müller. Er habe einen Plan für die Traditionsveranstaltung, aber den verrate er nicht, sagte er im Gespräch mit unserer Zeitung am Samstagnachmittag, kurz nachdem er den 39. Geretsrieder Christkindlmarkt eröffnet hatte. Bei grauem, kalten Wetter gönnte sich Müller eine Tasse Glühwein zusammen mit seinem Gast, Wolfratshausens Vize-Bürgermeister Fritz Schnaller, und mit dem Organisator des Markts, Bernd Füger vom Gewerbeverband.

Dieser hatte in seiner Ansprache daran erinnert, dass der Markt 1977 auf Initiative von Bürgermeister Heinz Schneider und dem damaligen Gewerbeverbands-Vorsitzenden Josef Högl ins Leben gerufen worden sei. Sohn Stefan Högl gehört heute zusammen mit dem Café Waldmann und den Maroniverkäufern des Eissportclubs (ESC) zu den Standbetreibern, die von Anfang an dabei waren. Högl freute es zu hören, dass der Rathauschef eine Idee hat für die Übergangszeit. Er selbst könnte sich vorstellen, den Budenzauber vorübergehend auf den Neuen Platz zu verlegen, was Müller seinen Andeutungen zufolge allerdings nicht vorhat. Högl ist zuversichtlich, dass nach der Neugestaltung des Zentrums genügend Platz für Veranstaltungen wie den Christkindlmarkt bleiben wird: „Das wird alles richtig schön. Da mache ich mir gar keine Sorgen“, sagte der Konditor, der köstlich duftende gebrannte Mandeln aus einem Kupferkessel zauberte. Hans Tauber und Hans-Georg Dulong, die treuen Maronibräter zugunsten der Nachwuchsarbeit des ESC, würden ungern auf den Neuen Platz oder auf den Volksfestplatz ausweichen. „Der Markt muss im Zentrum bleiben. Vielleicht kann er nächstes Jahr auf der Egerlandstraße stattfinden“, schlugen sie vor. Das halten auch Katja und Thomas Holzer vom Verein für Haus- und Wohneigentum für eine gute Alternative. Wie in Wolfratshausen hätte man dann eine lange Budenstraße. Die Holzers hoffen, dass sie auch weiterhin auf dem Markt für ihren Verein werben und winterliche Spezialitäten wie Schupfnudeln mit Sauerkraut anbieten können. Müsste der Markt nach der Neugestaltung des Zentrums verkleinert werden, fänden sie das schade.

Evangelos Karassakalidis von der Griechischen Gemeinde brachte den Innenhof zwischen Rathaus und Ratsstuben an der Graslitzer Straße ins Spiel. Die Griechen hätten dort einmal ihr Patronatsfest während der Umgestaltung des Karl-Lederer-Platzes vor zehn Jahren gefeiert, erzählte er. „Es ist zwar weniger Platz dort, aber es ist zentral“, meinte der langjährige, ehemalige Vorsitzende der Gemeinde.

Eine interessante Anregung hatte Kerstin Halba, die Vorsitzende des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit, der ebenfalls seit vielen Jahren einen Plätzchen-Stand auf dem Christkindlmarkt betreibt: „Wie wäre es im Innenhof des Baugenossenschaftszentrums, so zu sagen hoch über den Dächern Geretsrieds?“, meinte die SPD-Stadträtin. Möglichkeiten gäbe es also viele, einen schönen Rahmen für den Jubiläumsmarkt 2017 zu finden.

Tanja Lühr

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

So soll Geretsrieds neues Zentrum aussehen
Der Bürgermeister spricht von einer ersten Herzkammer, der Architekt von einer Perlenkette. So oder so: „Puls G“ markiert den Beginn der Neugestaltung der Stadt.
So soll Geretsrieds neues Zentrum aussehen
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein
Die Staatsanwaltschaft München II hat die Ermittlungen gegen den AfD-Direktkandidaten Constantin Leopold Prinz von Anhalt eingestellt.
Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen gegen AfD-Kandidat ein
Wolfratshausen will Fair-Trade-Kommune werden
„Der Weg ist das Ziel“, findet Dr. Ulrike Krischke. Sie will Wolfratshausen zur offiziellen Fair-Trade-Kommune machen. Wie steinig der Weg ist, berichtet sie im …
Wolfratshausen will Fair-Trade-Kommune werden
Malen gegen böse Träume: Nastarin Javadi und Fazel Sharifi im Porträt
In einer Serie stellen wir die Künstler vor, die heuer erstmals an der Wolfratshauser Kunstmeile vom 22. September bis 8. Oktober teilnehmen. Zum Schluss die jungen …
Malen gegen böse Träume: Nastarin Javadi und Fazel Sharifi im Porträt

Kommentare