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Bürger beklagt fehlenden Radweg von Unterleiten nach Tölz – Landrat kann wenig tun

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Von: Volker Ufertinger

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„Äußerst unbefriedigend“: Nur in Teilen besteht ein Radweg von Geretsried nach Bad Tölz. Das wird sich wohl auch in Zukunft nicht so schnell ändern. © Foto: Hans Lippert

In einem offenen Brief an den Landrat beklagt ein Bürger, dass es nach wie vor keinen zusammenhängenden Radweg zwischen Geretsried und Bad Tölz gibt. Josef Niedermaier nennt das selbst „äußerst unbefriedigend“.

Bad Tölz-Wolfratshausen – Für Stefan Uhlig aus Geretsried ist das Fahrrad nicht nur ein Gefährt, mit dem man in seiner Freizeit die schöne Landschaft zwischen Isar und Loisach erkunden kann. Für den Diplom-Volkswirt ist es längst ein normales Verkehrsmittel, das insbesondere bei kürzeren Strecken eingesetzt werden kann, etwa für Behördengänge. „Umso unverständlicher ist es für mich, dass man von der größten Stadt in unserem Landkreis nicht ohne Umwege kurz und schnell auf einem eigenen Radweg in unsere Kreisstadt fahren kann“, schreibt er an Landrat Josef Niedermaier. In touristischer Hinsicht seien die Wege links und rechts der Isar (Ellbach und Rothenrain) ja recht hübsch, aber für die Erledigung von Behördenangelegenheiten gänzlich ungeeignet.

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Die Lücke zwischen Einöd und Bairawies findet er nicht so schlimm, da könne man einen kleinen Umweg nehmen. Viel mehr stört ihn, dass es ab Unterleiten keine Alternative zu der stark frequentierten Staatsstraße gibt. „Da ist Schluss mit lustig. Das ist insbesondere an Wochenenden und Feiertagen unzumutbar.“ Uhlig fragt sich, warum es so schwer ist, einen einfachen Weg rechts der Straße anzulegen. „Es muss ja nicht gleich so feudal sein wie der neue Radweg von Beuerberg nach Penzberg.“

Die Antwort von Landrat Niedermaier dürfte Uhlig – und mit ihm viele Radfahrer im Landkreis – wenig Hoffnung machen. Er bezeichnet die Situation selbst als „äußerst unbefriedigend“. Doch macht er deutlich, dass ihm die Hände gebunden sind. Für den Ausbau der Staatsstraße – und also auch für einen straßenbegleitenden Radweg – sei der Freistaat zuständig. Dort moniere der Landkreis seit mehr als 15 Jahren den dringend erforderlichen Ausbau. Vergeblich.

Der Freistaat, der es richten müsste, zeigt wenig Interesse

Im Jahr 2012 habe das bayerische Innenministerium zu diesem Missstand erklärt, dass es zwischen Geretsried und Bad Tölz mehrere straßenbegleitende Radwege gebe. Was die Lücke zwischen Einöd und Bairawies angeht, strebt der Freistaat im Zusammenhang mit dem siebten Ausbauplan für die Staatsstraßen in Bayern eine Ortsumgehung an – und damit auch eine Verbesserung für Radfahrer. „Südlich von Unterleiten bis Bad Tölz wurde die Staatsstraße vor mehreren Jahrzehnten leider ohne straßenbegleitenden Geh- und Radweg ausgebaut. Passiert ist seitdem nichts mehr.“ Niedermaier kann nichts tun, als das Staatliche Bauamt in Weilheim um Stellungnahme zum aktuellen Sachstand zu bitten und die Dringlichkeit der Angelegenheit erneut zu betonen. Dem Landkreis sei sehr daran gelegen, straßenbegleitende Radwege zu realiseren – dort, wo es in seine Zuständigkeit fällt. Doch auch hier gebe es unendliche Geschichten. Man könne so viel planen und finanzieren, wie man will. „Am Ende scheitert vieles an der Bereitschaft der Eigentümer, ihren Grund an die öffentliche Hand zu verkaufen.“

Der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) fordert grundsätzlich sichere Radwege. Anlass für seinen jüngsten Appell ist die Tatsache, dass – im Gegensatz zu Autoinsassen – die Zahl getöteter Radfahrer steigt. Im Jahr 2017 waren es bayernweit 68. Bislang entscheidet jede Kommune selbst, ob und in welchem Umfang sie den Radverkehr fördert. „Das Ergebnis ist ein Flickenteppich aus meist zu schmalen Radfahr-Streifen und Bordstein-Radwegen mit großen Lücken im Radwegnetz“, so Josefine Hopfes vom ADFC im Landkreis. „Wir brauchen sichere und durchgängige Radwege, auf denen Menschen jeden Alters komfortabel und ohne Angst unterwegs sein können.“ vu

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