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S-Bahn-Modell mit Schriftzug: Mit Innenminister Joachim Herrmann (li.) freuen sich über das Geschenk (v.li.) Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, Bundestagsabgeordneter Alexander Radwan, der Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller, Bezirksrat Thomas Schwarzenberger sowie CSU-Ortsvorsitzender Ewald Kailberth.

CSU-Neujahrsempfang mit Innenminister Joachim Herrmann

„Held der Hollywood-Kurve“

Geretsried - Viel Beifall und ein besonderes Geschenk gab es für Innenminister Joachim Herrmann beim CSU-Neujahrsempfang in Geretsried.

Ein ganz besonderes Gastgeschenk hatten sich der CSU-Kreisverband und der Geretsrieder Ortsverband für den Besuch des bayerischen Innenministers ausgedacht: Beim Neujahrsempfang am Donnerstagabend in den Ratsstuben überreichten sie Joachim Herrmann ein Modell der S-Bahn, das im Hintergrund die so genannte Hollywood-Kurve zeigt. Eigentlich ein Widerspruch, denn der Minister hatte im Mai 2015 lediglich zugesichert, dass der Schriftzug solange stehen bleiben dürfe, bis der erste Zug nach Geretsried rollt (wir berichteten).

„Du bist der Held der Hollywood-Kurve"

CSU-Landtagsabgeordneter Martin Bachhuber, der das Modell bei einem befreundeten Bad Heilbrunner Bürger in Auftrag gegeben hatte, störte sich nicht an solchen Feinheiten. „Du bist der Held der Hollywood-Kurve, indem Du Dich für ihren Erhalt eingesetzt hast. Damit hast Du viele Geretsrieder glücklich gemacht“, lobte Bachhuber den Minister überschwänglich. Dem 59-jährigen Politiker, der auch für die Bereiche Bau und Verkehr zuständig ist, gebühre zudem das Verdienst, sich für die Verlängerung der S 7 stark gemacht zu haben.

Dass der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs in der Boom-Region rund um München überfällig ist, unterstrich Herrmann mit Zahlen. Demnach nutzen an einem normalen Werktag rund 800 000 Menschen das Münchner S- und U-Bahn-Netz. Die Installation eines zweiten Tunnels für die überlastete Stammstrecke und eine Erweiterung der Verbindungen bezeichnete der Verkehrsminister deshalb als dringend notwendig. Die in Geretsried erforderliche Verlegung der B 11 sei bereits beschlossene Sache, erklärte der Minister weiter. „Wir haben dieses Projekt für den Bundesverkehrswegeplan angemeldet.“ Zudem versprach er den Ausbau des Radwege-Netzes.

„Gegenüber fanatischer Intoleranz darf es keine falsche Toleranz geben“

Emotionaler wurde Herrmann im zweiten Teil seiner rund 75-minütigen Rede. Die islamistischen Terroranschläge in Paris sowie die Übergriffe in Köln und anderen deutschen Großstädten in der Silvesternacht haben auch ihn nicht kalt gelassen. „Gegenüber fanatischer Intoleranz darf es keine falsche Toleranz geben“, stellte der Minister klar. Er forderte zudem eine Begrenzung der Zuwanderung von Flüchtlingen und deren lückenlose Registrierung an den Grenzen. „Wenn wir zuschauen und nichts tun, werden 2016 erneut eine Million Menschen nach Deutschland kommen. Wir brauchen eine rasche Wende in der Flüchtlingspolitik“, sagte Herrmann. Seiner Ansicht nach könne eine derart hohe Zahl an Zuwanderern in der Kürze der Zeit nicht angemessen integriert werden. Einer ungebremsten „Einwanderung in deutsche Sozialsysteme“ gelte es ohnehin einen Riegel vorzuschieben.

Den meisten Gästen – unter ihnen der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan sowie die Bürgermeister Michael Müller (Geretsried), Hubert Oberhauser (Egling) und Leni Gröbmaier (Dietramszell) – gefielen diese deutlichen Worte. Sie quittierten die Äußerungen mit Beifall. Einzig Müller gab dem Innenminister noch eine Hausaufgabe mit. Nach seiner Ansicht könnte auf dem Parkplatz der Staatlichen Feuerwehrschule Geretsried durchaus eine Flüchtlingsunterkunft errichtet werden. Müller: „Da müssen wir noch einmal in einer ruhigen Minute darüber sprechen.“

Peter Herrmann

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