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Michaela Karg ist kaufmännische Leiterin der Freien Waldorfschule Isartal.

Endlich Herr im eigenen Haus 

Darum kauft die Freie Waldorfschule Isartal Gebäude

Die Freie Waldorfschule Isartal expandiert: Die Privatschule in Geretsried will eine Turnhalle und einen Kindergarten bauen. Und: Sie kauft ein Gebäude.

Geretsried – „Wir schieben an“, sagt die kaufmännische Leiterin der Freien Waldorfschule Isartal, Michaela Karg. Das kann man wohl sagen. Vor Kurzem hat die mittlerweile staatlich geförderte Privatschule das Gebäude am Malvenweg gekauft. Über die Summe möchte Karg nichts sagen, nur so viel, dass man „natürlich einen hohen Kredit aufgenommen“ habe. Zuvor zahlte die Schule Miete an einen Förderer, der ihr das ehemalige Mucos-Firmengebäude günstig zur Verfügung stellte.

Seit einiger Zeit sind auch die Fachräume für Physik und Chemie eingerichtet. Der Theatersaal ist ausgebaut. Und schon steht das nächste Projekt an. Wie berichtet möchte die Waldorfschule auf dem benachbarten, rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen Malvenweg, Primelweg und Blumenstraße eine Turnhalle und einen Kindergarten bauen. Der Bauausschuss hat den Plänen bereits zugestimmt. Nun müssen noch der Stadtrat und das Landratsamt grünes Licht geben.

Laut Karg soll ein Waldorf-Kindergarten mit zwei Gruppen entstehen. Bis jetzt gibt es einen eingruppigen Kindergarten im Haus. Diese Räume würden nach dem Umzug für die Schule verwendet. Sie ist stetig am Wachsen. Beim Einzug zum Schuljahr 2015/2016 startete die Waldorfschule mit 201 Schülern. Mittlerweile sind es 274 Schüler, verteilt auf 14 Klassen. Im vergangenen Schuljahr traten drei Abiturienten an (zwei davon erfolgreich), im laufenden sind es 13. Sieben Mädchen und Buben wollen im Frühsommer 2020 die Mittlere Reife ablegen. An der Waldorfschule kann man ab der zwölften Klasse nach dem Waldorf-Abschluss noch zwischen diesen beiden Abschlüssen wählen.

Für den Sportunterricht mietet die Schule bislang Turnhallen in der Umgebung an. „Wir fahren mit Bussen dorthin, was umständlich und zeitaufwendig ist“, sagt Karg. Von Anfang an habe der Wunsch nach einer eigenen Halle bestanden. Eine Eineinhalbfach-Halle soll – wenn alles gut geht – nächstes Jahr in Angriff genommen werden und könnte im Frühjahr 2021 stehen. „Wir haben keinen Zeitdruck“, erklärt Karg. Im April vergangenen Jahres hat sie die Geschäftsführung von Peter Gebert übernommen. Sie sei „begeistert von der tollen Atmosphäre an der Schule“, sagt sie. Verwaltung, Lehrer und Eltern würden Hand in Hand arbeiten.

So viel Eigenleistung wie beim Umbau des ehemaligen Firmengebäudes werde bei den beiden neuen Projekten sicher nicht mehr möglich sein. Damals erbrachten engagierte Mütter und Väter durch monatelange Feierabend- und Wochenendarbeit rund 500 000 Euro an Kostenersparnis. Doch auch diesmal werde die Schulfamilie sicher mitanpacken, glaubt Karg.

Die Freie Waldorfschule Isartal ist als Genossenschaft organisiert und finanziert sich aus dem Schulgeld der Kinder, das je nach Einkommen der Eltern gestaffelt ist sowie aus staatlichen Zuschüssen.

Tanja Lühr

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