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Auf Wiedersehen: Robert Lug will sich aus dem Stadtrat zurückziehen. 2014 kandidierte er als Bürgermeister. Lug verlor die Wahl gegen Michael Müller (CSU). Nach der Verkündung der Ergebnisse gratulierte er seinem Kontrahenten. 

Nach fast 30 Jahren zieht sich der Fraktionssprecher der Freien Wähler zurück 

Darum legt Robert Lug legt sein Mandat als Stadtrat nieder

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Nach 29 Jahren will Robert Lug von den Freien Wählern sein Mandat als Geretsrieder Stadtrat niederlegen. Einen Nachrücker gibt es bereits.

Geretsried – Den Fraktionsvorsitz hat der 54-Jährige bereits an Dominik Irmer abgegeben. Und auch einen Nachrücker gibt es für den langjährigen Stadtrat – er kann also ein wohlbestelltes Haus hinterlassen. „Es hat mir Spaß gemacht“, sagt Lug im Gespräch mit dem Geretsrieder Merkur/Isar-Loisachboten. „Ich höre nicht mit Wehmut auf, weil ich weiß, dass es im Stadtrat und der Fraktion auch ohne mich gut läuft.“

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In den vergangenen Monaten sah man Lug nicht mehr im Stadtrat. Wie berichtet hat der studierte Betriebswirt und langjährige Baufuchs-Geschäftsführer im vergangenen Jahr den Sprung in die Gastronomie gewagt. Zusammen mit seiner Fraktionskollegin Vera Kraus eröffnete Lug ein italienisches Bistro in München. „Dass es hart wird, war klar“, räumt Lug ein. „Aber ich habe es unterschätzt, was den eigenen Einsatz anbelangt.“ So kam es, dass Lug Ende Juli zum letzten Mal am Stadtratstisch saß. Im August habe ihn ein Burn-out außer Gefecht gesetzt, gibt Lug offen und ehrlich zu. In den darauffolgenden Wochen kämpfte sich der ehemalige Dritte Bürgermeister langsam wieder in den Alltag zurück. „Man sieht es mir vielleicht nicht an, aber ich bin angeschlagen“, gesteht Lug. „Ich bin nicht mehr so belastbar.“

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Im kommenden Jahr wird ein neuer Stadtrat gewählt. „Natürlich habe ich darüber nachgedacht, die Legislaturperiode noch zu beenden“, sagt Lug. Sich wieder in die vielen in Geretsried laufenden Großprojekte einzuarbeiten, das könne und wolle er aber nicht. „Ich würde den Haushalt nicht mehr mit derselben Akribie durcharbeiten, wie ich es früher getan habe“, sagt Lug, der sich früher stundenlang in Sitzungsunterlagen vertiefen konnte. „Entweder mache ich etwas gescheit oder gar nicht.“

Sich richtig reinhängen, das kann künftig sein Nachfolger. „Mit Heiko Hawla wird ein Ur-Geretsrieder für mich nachrücken“, kündigt Lug an. „Er ist Fahrlehrer von Beruf und ein echter Verkehrsexperte.“ Er wäre zwar gern noch mit seinen Stadtratskollegen mit der S-Bahn von Geretsried nach München gefahren, meint Lug schmunzelnd. Aber das könne er ja immer noch – wenn es irgendwann soweit ist. „Und vielleicht gehe ich sogar auch ins interkommunale Hallenbad“, sagt der Kreisrat. Ob er dieses Mandat auch niederlegen werde, sei noch offen.

Klar ist für Lug, dass er in seinem Leben die Prioritäten anders setzen muss. Das habe ihm das Burn-out ganz klar gezeigt. „Mein Lebensmittelpunkt ist jetzt in München“, sagt der 54-Jährige, der konsequenterweise seinen Erstwohnsitz in die Landeshauptstadt verlegt hat. „Ich vereinfache mein Leben.“ Das heißt für ihn: beruflich kürzer zu treten, keinen Alkohol mehr zu trinken und sich gesünder zu ernähren.

nej

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