Eine Personengruppe.
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Bürgerversammlung in Geretsried (hier ein Foto aus dem Jahr 2018, vorne Bürgermeister Michael Müller): An der Versammlung an diesem Mittwochabend in den Ratsstuben wird Landrat Josef Niedermaier (re.) nicht teilnehmen.

Landrat bittet Bürgermeister um Verständnis

Geretsried: Deswegen kommt Landrat Niedermaier nicht zur Bürgerversammlung

  • Carl-Christian Eick
    VonCarl-Christian Eick
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Die Stadt Geretsried hat zur Bürgerversammlung eingeladen. Anders als sonst nimmt Landrat Josef Niedermaier daran nicht teil - mit Hinweis auf die Debatte über die Kreisklinik Wolfratshausen.

Geretsried/Bad Tölz-Wolfratshausen – Aufgrund der kontroversen Diskussion über die Zukunft der Kreisklinik Wolfratshausen nimmt Landrat Josef Niedermaier auf unbestimmte Zeit nicht an öffentlichen „Veranstaltungsformaten“ teil. Das erklärte am Dienstag die Pressesprecherin der Kreisbehörde, Marlies Peischer. Für die Bürgerversammlung an diesem Mittwochabend in Geretsried habe sich Niedermaier bereits bei Bürgermeister Michael Müller für sein Fernbleiben entschuldigt.

Peischer erklärt die Entscheidung des Landrats, in Personalunion Aufsichtsrats-Vorsitzender der Kreisklinik gGmbH, mit der laufenden Debatte über die Einrichtung am Moosbauerweg. „Die heftigen Diskussionen im Vorfeld der für Mai anberaumten Kreistagssitzung“ (Peischer) hatten wie berichtet dazu geführt, dass Niedermaier vor den zu treffenden Entscheidungen zur künftigen Gesundheitsversorgung im Kreis ein „Diskussionsmoratorium“ vorgeschlagen hatte. Dem stimmte der Kreistag zu. Nun sollen „die einzelnen Punkte noch tiefer als bislang“ debattiert werden, um zu einer „zukunftsfähigen Lösung“ zu kommen. Als ersten Schritt auf diesem Weg hat Niedermaier einen offenen Brief an die rund 400 Klinik-Mitarbeiter geschrieben, da eine große Betriebsversammlung aufgrund der Corona-Bestimmungen nicht möglich ist. In dem Brief erläutert der Landrat noch einmal die Bilanzen der Klinik – „und gerade weil die Debatte in der Öffentlichkeit so massiv ist, habe ich dieses Schreiben als offenen Brief verfasst“.

Landrat will erst das Klinik-Personal mit Infos versorgen

In dem dreiseitigen Schreiben kündigt Niedermaier auch die weiteren Informations- und Diskussionsangebote an, „die zu einem sachlichen Meinungsbildungsprozess beitragen sollen“. Priorität hat für ihn das Informieren des Klinikpersonals. Die Belegschaft sei „die erste Gruppe“, auf die er „aktiv zugehen“ wolle, so der 57-Jährige. Das habe Auswirkungen auf seine Teilnahme „an anderen Veranstaltungsformaten“. Bei der Bürgerversammlung in Geretsried werde er an diesem Mittwochabend in den Ratsstuben nicht Rede und Antwort stehen. Dies, so Landratsamtssprecherin Peischer, habe Niedermaier „Bürgermeister Müller bereits mit der Bitte um Verständnis, dass man gerade in der jetzigen Situation erst recht das Gespräch mit den Klinik-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern suchen werde, mitgeteilt“. (cce)

Lesen Sie auch: Zukunft der Kreisklinik ungewiss - Das sind die Ängste der Belegschaft

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