„The Toddlers“ mit Frontfrau Leonie Hahn auf der Bühne der Ratsstuben
+
Erwachsene Musik in Strampelanzügen: „The Toddlers“ mit Frontfrau Leonie Hahn.

Isarsommer

Die Nachwuchsbands „The Toddlers“ und „Merged“ rocken den Isarsommer

  • vonPeter Herrmann
    schließen

Strampelanzüge und starke Frauenstimmen: Die Nachwuchsbands „The Toddlers“ und „Merged“ standen in den Ratsstuben auf der Bühne. Ein gelungenes Isarsommer-Konzert.

Geretsried – Die nach der Absage des Kulturherbsts von der Stadt ins Leben gerufene „Isarsommer“-Konzertreihe erfreut sich großer Beliebtheit. Auch bei den Auftritten der Bands Merged und The Toddlers waren alle 70 zugelassenen Plätze vorab reserviert. Wer zu spät kam, musste auf kurzfristige Absagen von Besuchern hoffen.

Den Anfang machten The Toddlers, die sich im Jahr 2013 in der Geretsrieder Groove Academy von Enno Strauß formiert hatten. Der deutschen Übersetzung des Bandnamens – „Kleinkinder“ – werden Leonie Hahn, Armin Kolomyczuk, Simon Hammerschmied, Yannick Xylander, Enno Lug und Jannis Weidner mittlerweile zwar nicht mehr gerecht. Dennoch trat die Gruppe in einheitlichen schwarzen Overalls auf, die entfernt an Strampelanzüge erinnerten.

Neben diesem optischen Eindruck fiel zunächst die ausdrucksstarke Stimme der Sängerin Leonie Hahn auf. Mit der Uraufführung des von ihr selbst geschriebenen Songs „Little Dreamer“ erinnerte sie entfernt an die schottische Sing-Songwriterin Amy Macdonald oder die viel zu früh verstorbenen Cranberries-Frontfrau Dolores O’Riordan. Zwischendurch gab Gitarrist Simon Hammerschmied eine Coverversion des HipHop-Klassikers „Gangsta’s Paradise“ zum Besten. Mit amüsanten Interpretationen der Songs von so unterschiedlichen Musikern wie Alligatoah, Wheatus und den Ärzten verabschiedeten sich die Toddlers nach einer Stunde und überließen einer weiteren Nachwuchsband die Bühne.

Duplizität der Ereignisse: Auch Merged setzten auf das Charisma einer dominanten Frauenstimme. Die 19-jährige Laura Dessel wagte sich sogar an ein akustisches Intro zum AC/DC-Hardrock-Evergreen „Highway to Hell“, ehe ihre Bandkollegen Oliver Fichtner, Kosta Kapalidis, Armin Kolomyczuk, Marcus Reiners und Eduard Schweighardt gewaltig aufdrehten. Dem Beatles-Hit „Help“ verpassten sie ebenfalls ein rockigeres Gewand. Wie zuvor Leonie Hahn überließ auch Laura Dessel ihren musikalischen Mitstreitern Raum zur Entfaltung. So durfte sich Kosta Kapalidis an Nachbearbeitungen der Britpop-Songs von Muse und den Arctic Monkeys versuchen. In der vom Publikum laut geforderten Zugabe setzte Dessel mit der Oasis-Hymne „Don’t Look Back in Anger“ noch einen drauf. Mit diesem Refrain traf sie den Nagel auf den Kopf. Denn wütend zurückblicken wird auf diesen abwechslungsreichen Isarsommer-Abend sicherlich keiner der Besucher. ph

Auch interessant

Kommentare