In ihren Ämtern bestätigt wurden bei den Neuwahlen: (v. li.) Barbara Schrettenbrunner und Rolf Meinert (beide stellvertretende Vorsitzende), Martin Gerling (Kassier), Benedikt Schrettenbrunner (Technischer Leiter Einsätze), Niklas Meckesheimer (Technischer Leiter Ausbildung) und Maiko Alpers (Vorsitzender). Rolf Meinert wurde zudem zum Ehrenmitglied ernannt. Er gehört seit den 1970er Jahren der DLRG an. Foto:tal

DLRG zieht Jahresbilanz 

Lebensretter sind stark gefordert

Geretsried – Das Aufgabenspektrum der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) wird immer breiter. Zu den Wasserrettungen kamen im vergangenen Jahr Zugbegleitungen für Flüchtlinge hinzu.

Die Anzahl der Alarmierungen lag im vergangenen Jahr bei 50. Von der Wachstation Seeshaupt aus erfolgten 22 Rettungen auf dem Starnberger See. 28 waren es auf der Isar. „Das ist bisheriger Rekord“, berichtet der wiedergewählte Vorsitzende der DLRG Geretsried, Maiko Alpers, in der Jahresversammlung.

Im September 2015 mussten die Ehrenamtlichen einen Toten aus der Isar bergen. „Wir hatten in den vergangenen Jahren immer eine bis fünf echte Lebensrettungen, also solche, bei denen die Verunglückten ohne Hilfe wohl ertrunken wären“, sagt Alpers. Er glaubt, dass diese Zahl durch leichtsinnige, schlecht ausgerüstete Freizeitpaddler auf den Flüssen noch zunehmen wird. Der DLRG-Vorsitzende unterstreicht die gute Zusammenarbeit in dem Bereich mit der Wasserwacht des Bayerischen Roten Kreuzes.

Bei der Aufnahme der Tausenden von Flüchtlingen im vergangenen Sommer wurde auch die Geretsrieder DLRG angefordert. Alpers reiste zusammen mit drei weiteren Freiwilligen zweimal nach Passau, um zwei Züge mit bis zu 750 Asylbewerbern von Passau bis zum Bahnhof Köln-Bonn zu begleiten. Der Vorsitzende beschreibt diese Einsätze als seelisch sehr belastend. Es lasse niemanden kalt, die vielen kleinen Kinder hungrig und barfuß zu sehen. Die ausgebildeten Sanitäter der DLRG würden für ihre Betreuung während der Zugfahrt eine Aufwandsentschädigung erhalten, die sie aber dem Ortsverband spenden.

Die Zuwanderung bringt auch die Notwendigkeit von Schwimmkursen für die Kinder mit sich. 2015 seien unter den 120 Anfängern zahlreiche Asylbewerberkinder gewesen, berichtete der Technische Leiter Ausbildung, Niklas Meckesheimer. Vor einem halben Jahr ist für die DLRG ein weiterer, fester Termin hinzugekommen. Ein Retter beaufsichtigt einmal wöchentlich das Schwimmtraining und die Wassergymnastik der Reha-Sport-Freunde Geretsried im Hallenbad. Nachdem zuvor ein älterer Teilnehmer beinahe ertrunken wäre, wurde die DLRG gebeten, gegen eine Spende bei den Kursen dabei zu sein. Auch den Schwimmunterricht der Isardamm-Grundschule begleiten jeweils zwei Studenten aus dem Ortsverband. Alpers: „Die Lehrer wären bei 30 Kindern, die großenteils nicht schwimmen können, total überfordert.“.

Laut Kassier Martin Gerling kann der Ortsverband kontinuierlich die Schulden abbezahlen, die er für den Bau seines Zentrums an der Jeschkenstraße aufnehmen musste. Zu verdanken sei dies vor allem der Spendenbereitschaft von Firmen und Privatpersonen. Einmal im Jahr starten die Mitglieder eine groß angelegte Sammelaktion. 2015 kamen rund 8000 Euro an Spenden zusammen.

Damit die aktuell 415 Mitglieder bei der Stange bleiben, hofft Alpers dringend auf das neue Hallenbad. „Uns würde ein städtisches Bad in der Größe des jetzigen genügen. Wir brauchen kein interkommunales Bad, das sich Geretsried nach einigen Jahren vielleicht nicht mehr leisten kann“, sagt der Vorsitzende. Die Jugend sei zum Glück stark vertreten und mit dem Jugend-Einsatz-Team (JET) sehr aktiv. Auch seien die Mitglieder bei Wettkämpfen erfolgreich. Sogar eine Bayerische Meisterin im Rettungsschwimmen hatte der Ortsverband 2015 mit Marleen Freiberg in seinen Reihen.

von Tanja Lühr

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