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Harald Sachers ist im Alter von 86 Jahrenverstorben.

Harald Sachers

Bei tragischem Unfall auf der B11 überfahren: Geretsried trauert um große Persönlichkeit

Geretsried trauert um den langjährigen Stadtrat und engagierten Stadt-Bürger in allen Lebenslagen. Er kam durch einen tragischen Unfall ums Leben.

Geretsried – Er war einer der Mitbegründer und langjähriger Vorsitzender des Partnerschaftsvereins Geretsried-Chamalières. Er saß 30 Jahre lang für die CSU im Stadtrat, engagierte sich im Kirchenvorstand von Maria Hilf und im Verein zur Erhaltung der Nikolaus-Kapelle. Eines seiner liebsten Hobbys, das Fahrradfahren, wurde Harald Sachers am Samstag zum Verhängnis. 

Beim Überqueren der B11 übersah er einen Motorradfahrer und stieß mit ihm zusammen. Am Dienstag erlag er seinen schweren Verletzungen im Krankenhaus.

Bis 2008 im Stadtrat

Harald Sachers wurde am 12. Mai 1932 in Reichenberg im heutigen Tschechien geboren. Im Jahr 1945 wurde die Familie aus dem Sudetenland ausgewiesen und zog nach Leipzig. 1946 kam sie nach Wolfratshausen. Sachers machte in Beuerberg das Abitur und studierte Bauingenieurwesen in München. 1958 machte er sich als Statiker selbstständig.

Zunächst mietete er ein kleines Büro im Geretsrieder Rathaus, später bezog er eigene Räume in Geretsried. Das Büro für Tragwerksplanung führt seit dem Jahr 1994 sein Sohn Florian. Neben Florian bekam Harald Sachers zusammen mit seiner Frau Sibylle, die er 1961 geheiratet hatte, drei Töchter.

Sein Haus im Komponistenviertel stand Besuchern immer offen, zahllose Gartenfeste fanden dort statt. Der vierfache Vater engagierte sich als Elternbeirat und als Pfarrgemeinderat von Maria Hilf. 1978 wurde er für die CSU in den Stadtrat gewählt. Sein Amt übte er 30 Jahre lang mit Freude aus, wobei die christlichen Werte bei ihm an oberster Stelle standen.

Von Anfang an brachte sich der Frankreich-Liebhaber – 1975 hatte er den Mont Blanc bestiegen und seitdem viele Reisen in das Land unternommen – im Partnerschaftskomitee Geretsried-Chamalières ein. Von 1989 bis 2009 leitete er das Komitee, das später in Partnerschaftsverein umbenannt wurde.

Einer seiner persönlichen Höhepunkte während dieser Zeit war eine Fahrradtour mit dem ADFC in die 1000 Kilometer entfernte Gemeinde in der Auvergne. Überhaupt sah man Harald Sachers in seiner Heimatstadt fast nur mit dem Rad unterwegs. Schwimmen, Langlaufen und Gartenarbeit zählten ebenfalls zu seinen Leidenschaften.

2006 feierte er nach Sturz seinen „zweiten Geburtstag“

Dank seiner guten Konstitution überstand der Statiker im schneereichen Winter 2006 bei einer Dachüberprüfung einen Sturz in die Tiefe glimpflich. Damals feierte er eine Art „zweiten Geburtstag“.

Wegen seiner Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft, insbesondere den Schüleraustausch, verlieh der französische Staat Harald Sachers vor sechs Jahren den Titel „Chevalier dans l’Ordre des Palmes Académiques“, eine hohe Bildungsauszeichnung.

„Wir sind tief betroffen über den Tod von Harald. Er wurde trotz seines Alters voll aus dem Leben gerissen“, sagt der jetzige Partnerschaftsvereins-Vorsitzende Gerhard Meinl. Sein Freund und Parteifreund sei ein absolut integrer, wunderbarer Mensch gewesen.

Um den Vater und vierfachen Großvater trauern außer der Familie, den Partnern aus Chamalières und dem CSU-Ortsverband der Rotary-Club Wolfratshausen, dessen Präsident Sachers 1983/84 war, und der Konzertverein Isartal, in dem der Geretsrieder Cello spielte.

Die Trauerfeier findet am Mittwoch, 24. Oktober, um 12 Uhr in der Kirche Maria Hilf statt.

tal

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