Edeka-Inhaberinnen Sonja Hinkova (31, li.) und Asli Gezginci-Yazici (29)
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Beste Freundinnen und Geschäftspartnerinnen: Sonja Hinkova (31, li.) und Asli Gezginci-Yazici (29) führen den Supermarkt „Edeka ImPuls“.

Interview mit Sonja Hinkova und Asli Gezginci-Yazici

„Wir fühlen uns hier wohl“: Edeka-Inhaberinnen ziehen ein erstes Fazit

Vor eineinhalb Jahren hat der Edeka im Stadtzentrum eröffnet. Ein erstes Fazit der Betreiberinnen Sonja Hinkova (31) und Asli Gezginci-Yazici (29) fällt positiv aus.

Frau Hinkova, Frau Gezginci-Yazici, Sie sind seit gut eineinhalb Jahren am Karl-Lederer-Platz. Haben Sie sich gut eingelebt?

Hinkova: Ich finde schon. Wir sind froh, dass wir diesen Standort bekommen haben. Wir hatten anfangs mit der Baustelle zu kämpfen, aber seit sie fertig ist, entwickelt es sich positiv. Die Geretsrieder kennen uns inzwischen und wir sie. Wir fühlen uns hier wohl.

Wie sehr hat Sie die Baustelle anfangs beeinträchtigt?

Hinkova: Die Einfahrt an der B11 auf den Platz und in die Tiefgarage war anfangs nicht ersichtlich. Auch der Karl-Lederer-Platz selbst war zunächst eher unübersichtlich. Wir sind froh, dass sich das geändert hat. Jetzt wird natürlich noch an der Egerlandstraße gebaut. Aber wenn die Maßnahmen dort auch fertig sind, wird alles noch entspannter.

Besonders anfangs hatte man als Kunde den Eindruck, dass es bei Ihnen nicht so viel los ist wie in anderen Märkten.

Hinkova: Edeka hat wie für alle anderen Standorte auch vor der Eröffnung eine Planung gemacht. Demzufolge haben wir das Soll immer erfüllt. Die Zahlen steigen sogar kontinuierlich. Wir sind sehr zufrieden.

Der Rewe an der Egerlandstraße hat Ende April geschlossen. Haben Sie dadurch einen Schub bekommen?

Hinkova: Wir haben gemerkt, dass neue Kunden dazugekommen sind. Darüber freuen wir uns. Es gab keinen Umsatzboom, der alles verändert hätte. Aber es hat auf jeden Fall einen positiven Einfluss gegeben.

Sie haben vorher im Großraum München gearbeitet.

Hinkova: Genau, als Leitung in verschiedenen großen Märkten. Wir haben uns 2014 bei Edeka kennengelernt. Ich habe Asli quasi eingestellt. Sie ist mir gleich positiv aufgefallen, und sie wurde meine Stellvertreterin. Da das gut funktioniert hat, haben wir uns entschlossen, das weiterzuführen. Es ist das Schönste für uns, dass wir als beste Freundinnen zusammenarbeiten können.
Gezginci-Yazici: Das stimmt, wir mögen uns sehr.

Es war für Sie ein Traum, eine eigene Filiale aufzumachen, oder?

Hinkova: Ja, wir haben so viel darüber gesprochen, geplant und Ideen gehabt. Und eines Tages wurde es real.

Ist es so schön, wie Sie es sich vorgestellt haben?

Gezginci-Yazici: Ja (lacht). Stressiger, aber sehr schön.
Hinkova: Wir wachsen an unseren Aufgaben.

Stellen Sie einen Unterschied zwischen den Münchner und den Geretsrieder Kunden fest?

Hinkova: Schon (lacht). In München geht es ein bisschen hektischer zu. Ich habe das Gefühl, dass die Leute in Geretsried nicht so gestresst sind, ein bisschen entspannter. Sie nehmen sich mehr Zeit zum Einkaufen und stellen mehr Fragen. Viele legen wert auf vegane oder ökologische Ernährung. Wir bekommen immer wieder Tipps, was wir noch ins Sortiment aufnehmen können.

Sie haben eingangs schon die Tiefgarage erwähnt. Seit Kurzem erhebt der Betreiber dort Gebühren, auch die Stadt hat ein kostenpflichtiges Parkraumkonzept fürs Zentrum entwickelt. Viele ärgern sich, dass sie nun etwas fürs Parken zahlen müssen.

Hinkova: Wir sind froh, so eine große und moderne Tiefgarage mit breiten Parkplätzen zu haben. Für die Kunden ist es natürlich eine Umstellung, wenn etwas erst nichts kostet und dann doch. Es ist verständlich, dass dadurch etwas Aufruhr entsteht. Aber wir haben versucht, dem zu begegnen, indem wir erklären, wie der neue Ablauf ist.

Der da wäre?

Hinkova: Wer sich länger im Stadtzentrum aufhalten möchte, kann an der Einfahrt auf eine grüne Taste drücken, um den Drei-Stunden-Shoppingtarif für drei Euro zu nutzen. Wer nicht so lange parken möchte, kann für den Einkauf bei uns 60 Minuten rabattiert bekommen. Die sind für unsere Kunden kostenfrei, wenn sie für mindestens 25 Euro einkaufen.

Warum sind es 25 Euro?

Hinkova: Darauf haben sich Edeka und der Betreiber der Tiefgarage geeinigt. Für den normalen oder größeren Einkauf kann man die Stunde bekommen. Wer nur kurz einkaufen will, wird die Tarife in der Tiefgarage in Kauf nehmen.
Gezginci-Yazici: Und ein paar kostenfreie Kurzzeitparkplätze auf dem Platz gibt es ja auch, wenn man nur etwas beim Bäcker holen will.
Hinkova: Manche kommen bei gutem Wetter auch einfach mit dem Fahrrad. Das ist von der Stadt auch so gewollt. Möglichst wenig Autos sollen das Zentrum belasten.

Zum Verständnis: Wenn ich meinen Parkschein an der Kasse abstempeln lasse, zahlen Sie meine Parkgebühren?

Hinkova: Ja, die Kosten für den Rabatt tragen wir. Deswegen wäre es nicht wirtschaftlich, wenn wir ihn für jeden Einkauf gewähren würden.

Ein Kunde hatte sich kürzlich über Facebook beklagt, dass er für seinen 24,99 Euro teuren Einkauf keinen Rabatt bekommen hat.

Hinkova: Leider wollte sich dieser Kunde im Nachgang nicht mit uns in Verbindung setzen. Von unseren Mitarbeitern konnte sich keiner an den Vorfall erinnern, womit ich aber niemandem unterstellen will, dass er nicht passiert wäre. Wir rabattieren auch bei 24,99 Euro. Daran soll es nicht scheitern. Wir wollen den Kunden ja entgegenkommen.

Ist es ein Standortnachteil, weil die Kunden hier fürs Parken zahlen müssen?

Hinkova: Wie man es sieht. Wir sind halt im Stadtzentrum. Hier wird ja nach und nach noch mehr entstehen, der Platz wird belebter werden. Und auf der Böhmwiese kann man ja noch kostenlos parken.

Ich habe gesehen, Sie suchen Voll- und Teilzeitkräfte. Ist es aktuell schwierig, Personal zu finden?

Hinkova: Ich finde schon. Mit Beginn der Corona-Pandemie kam ein Schwung an Menschen, die ihren Arbeitsplatz verloren haben oder nicht mehr sicher ausüben konnten. Die haben wir aufgenommen, allerdings auch gemerkt, dass sie der Beruf eigentlich nicht interessiert. Aber genau das suchen wir natürlich. In vielen Bereichen waren wir schon erfolgreich, haben allerdings aktuell auch viele Schüler oder Aushilfskräfte. Ein paar mehr Voll- oder Teilzeitkräfte wären schön.

Machen Sie mal Werbung: Was ist schön an Ihrem Beruf?

Hinkova: Er ist vielfältig. Wir haben wahnsinnig viele Abteilungen, die unterschiedlicher nicht sein könnten – Bäckereitheke, Metzgereitheke, Frischeabteilung, Obstabteilung, Marktwesen, Lagerwesen, Buchhaltung. Man kann sehr viel lernen, wenn man das möchte. Man kann hier auch schnell viel erreichen. Und dann gibt es natürlich auch immer wieder neue Produkte, zu denen man sich etwas überlegen kann.
Gezginci-Yazici: Außerdem ist die Zusammenarbeit im Team sehr schön.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Hinkova: Dass wir den Leuten weiterhin und immer mehr das bieten können, was sie sich wünschen und hier kaufen wollen. Dass wir ihnen ein angenehmes Klima zum Einkaufen bieten können und sie gerne kommen. Wir freuen uns immer über Tipps und über jeden, der uns besucht.

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