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Ein kurzweiliger Abend: Rund 280 Gäste erwiesen der Stadt Geretsried die Ehre. Musikalisch begleitet wurde die Garten-Soiree von der Musikschule und der Jazz-Combo „The D.C. Alcodas“.

Garten-Soiree

Geretsried ehrt zwei verdiente Stadtbürger

Beim traditionellen Empfang im Frühjahr zeichnet die Stadt Robert Lug und Christian Sydoriak aus.

Geretsried – Gastgeber Michael Müller und seine Lebensgefährtin Daniela haben sich in Tracht geworfen. Er trägt dazu den ganzen Abend über einen Hut mit Gamsbart. „Wir haben uns das zusammen überlegt, einfach so, der Abwechslung halber“, sagt der gut gelaunte Bürgermeister, während er mit Stadtratskollegen und Mitarbeitern an einem der Stehtische in den Ratsstuben ein Glas Begrüßungssekt trinkt.

Die alljährliche Garten-Soiree, eine Art Neujahrsempfang im Frühsommer, scheint ein Termin nach Müllers Geschmack zu sein. Auf der Bühne redet er locker, lacht viel, freut sich über die rund 280 Gäste, unter ihnen Dritter Landrat Klaus Koch, die Pfarrer Theo Heckel und Apostolos Malamoussis, Altbürgermeisterin Cornelia Irmer, einige Bürgermeisterkollegen, Vertreter von Behörden, Banken, Vereinen, Verbänden und Arbeitskreisen sowie Kindergarten- und Seniorenheimleiter.

„Der Ruhende“ für Robert Lug (re.). Die Verdienste des ausgeschiedenen Stadtrats ehren Alt-Bürgermeisterin Cornelia Irmer und Bürgermeister Michael Müller.

Koch nennt Geretsried in seinem Grußwort den „Motor des Landkreises“. Die Stadt sei mit 28 Millionen Euro jährlich größter Gewerbesteuerzahler, sie investiere mit dem Projekt auf dem Lorenz-Areal in den sozialen Wohnungsbau, woran andere Gemeinden sich ein Beispiel nehmen sollten, sie verändere mutig ihr Zentrum und habe das interkommunale Hallenbad gestemmt. Um das Glück perfekt zu machen, fehle nur noch die S-Bahn.

Höhepunkt des Abends ist die Verleihung des Bürgerpreises. Er geht heuer an Christian Sydoriak (63), seit 50 Jahren bei der Freiwilligen Feuerwehr aktiv, darunter 15 Jahre als Kommandant in Geretsried und 18 als Kreisbrandinspektor Nord. Der Stadtrat habe mit ihm „genau den Richtigen“ ausgewählt, sagt Müller: „Du warst immer da, hast Dich eingesetzt ohne viel Wind darum zu machen“ Mehr als „Ehrenmann“ denn als „Helden“ bezeichnet Feuerwehr-Kommandant Erik Machowski seinen ehemaligen Ausbilder (siehe Kasten).

Eine zweite Ehrung wird dem während der Amtsperiode ausgeschiedenen, ehemaligen Freie-Wähler-Stadtrat Robert Lug (55) zu Teil. Seine Parteifreundin Cornelia Irmer hält die launige, sehr persönliche Lobrede auf ihn. Lug stehe seit über 30 Jahren, 29 davon als Stadtrat, im Licht der Öffentlichkeit, „da kann man wenig Neues berichten“, meint Irmer. Dennoch fällt ihre Beschreibung von Lugs politischem Werdegang kurzweilig aus. Mit 16 sei der Gymnasiast in die CSU eingetreten, enttäuscht darüber, dass sein damaliges Vorbild Franz Josef Strauß nicht Bundeskanzler geworden sei. Dort habe er viel gelernt, als junger Stadtrat unter anderem, dass man immer nach seinem Gewissen abstimmen sollte. Nach seinem Wechsel zu den Freien Wählern 1995 sei der Diplom-Betriebswirt und ehemalige „Baufuchs“-Inhaber – Steckenpferd: städtischer Haushalt – sowie Bürgermeisterkandidat von 2014 diesem Grundsatz treu geblieben. „Du warst offen, gesprächsbereit, konstruktiv und auch nach deiner Wahlniederlage nie nachtragend.“

Müller schließt sich dem Gesagten an, indem er die gute Zusammenarbeit mit seinem einstigen Gegenkandidaten im Stadtrat als „große menschliche Leistung“ hervorhebt. Sichtlich gerührt nimmt der Geehrte die Urkunde und die von Otto Süßbauer gefertigte Bronzefigur „Der Ruhende“ entgegen. Als Lug sich gefangen hat, tritt auch gleich seine Selbstironie wieder zum Vorschein: „29 Jahre Stadtrat – das ist länger, als alles andere, was ich in meinem Leben bisher durchgehalten habe.“

Nach den Würdigungen mit musikalischen Einlagen der Musikschule und der Jazz-Combo „The D.C. Alcodas“ lädt Geretsrieds Bürgermeister Ingrid Schnaller, Ehefrau des Zweiten Wolfratshauser Bürgermeisters Fritz Schnaller, ein, gemeinsam mit ihm „das interkommunale Buffet“ zu eröffnen.

tal

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