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Ein Gespräch mit Rudi Mühlhans über zehn Jahre Quartiersmanagement

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Von: Doris Schmid

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Nachtflohmarkt auf dem Neuen Platz in Geretsried.
Der Nachtflohmarkt auf dem Neuen Platz war eine gelungene Aktion im Rahmen des Quartiersmanagements. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Am Johannisplatz, am Neuer Platz und im Ortsteil Stein in Geretsried ist das Quartiersmanagement seit einigen Jahren aktiv. Im Gespräch mit unserer Zeitung zieht Rudi Mühlhans vom Trägerverein Bilanz.

Geretsried – Seit zehn Jahren werden die Quartiere Johannisplatz, Neuer Platz und Stein über das Bund-Länder-Förderporgramm „Soziale Stadt“ aufgewertet. Teil des Programms ist das Quartiersmanagement. Dahinter steht der Trägerverein Jugend- und Sozialarbeit. Im Gespräch mit Redakteurin Doris Schmid zieht dessen Geschäftsführer, Rudi Mühlhans, Bilanz.

Herr Mühlhans, seit 2010 kümmert sich der Trägerverein im Auftrag der Stadt um das Quartiersmanagement. Was genau versteht man darunter?

Quartiersmanagement zeichnet sich dadurch aus, dass Akteure aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft sowie Vereine und Anwohner zusammengeführt werden. Neben der baulichen Stadtteilentwicklung soll auch das Zusammenleben der Bürger gut gelingen und die Wirtschaft vor Ort gefördert werden. Die Bürger in den verschiedenen Stadtteilen sollen sich am Verbesserungsprozess beteiligen. Es geht darum, Anregungen zur Selbsthilfe zu vermitteln. Die Quartiersbeiräte sind deshalb ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit.

Rudi Mühlhans Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit
Rudi Mühlhans Geschäftsführer des Trägervereins Jugend- und Sozialarbeit © Sabine Hermsdorf-Hiss

Wer steht hinter dem Quartiersmanagement?

Das Quartiersmanagement wird mittlerweile durch ein fünfköpfiges Team geleistet. Sandra Mader kam kürzlich aus der Elternzeit wieder, sie ist gemeinsam mit Irina Pfafenrod und Franziska Walter in Stein aktiv. Natascha Siebert kümmert sich um den Neuen Platz und gemeinsam mit Irina Pfafenrod um den Johannisplatz. Ich selbst wirke mit zwei Wochenstunden koordinierend mit. Wir stimmen unsere Arbeit mit Rainer Goldstein, Christian Müller und Nadine Klemt vom städtischen Bauamt ab. Raphael Stegen vom gleichnamigen Planungsbüro steht beratend zur Seite. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Stadtrat ist durch eine Lenkungsgruppe Bestandteil des Programms.

Welche Erfolge wurden in den vergangenen zehn Jahren erzielt?

Das Quartiersmanagement hat sich toll entwickelt. Das spürt man leider heuer um so deutlicher, weil wegen Corona die Feste am Johannisplatz, am Neuen Platz und in Stein leider alle abgesagt werden mussten und wohl auch bis Ende des Jahres nicht möglich sein werden. Deshalb ist es so toll, dass neue Ideen vor Ort entwickelt werden wie die „Essbare Stadt“ oder die dezentralen Flohmärkte. Ein sehr großer Erfolg ist die Aktivierung der Bürger in den Stadtteilen.

Sie sprechen von den Quartiersbeiräten, die es seit 2018 gibt.

Diese Gremien setzen sich mit anderen Bewohner teils sehr stark für ihren Stadtteil und das Zusammenleben ein. Viele Ideen wurden dabei geboren und umgesetzt, von Vorträgen über Spielenachmittage, Ausstellungen und Seniorencafés bis hin zu Yoga-Kursen.

Vieles davon findet im Quartierstreff in Stein statt.

Ja, der Treff ist etwas ganz Besonderes. Er wird von vielen Menschen angenommen und ist eine optimale Basis für die weitere Arbeit. Daran, dass wir in Stein mittlerweile in der finalen Phase der Projektentwicklung für den Neubau eines Bürger- und Jugendzentrums im Herzen des Stadtteils sind, hätte ich bis vergangenes Jahr nicht zu glauben gewagt. Das Haus wird nicht nur ein bestens geeigneter Ersatz für das von Anfang an als Provisorium errichtete Ein-Stein und den Quartierstreff sein, sondern optimale Bedingungen für einen lebendigen Begegnungsort mit vielen Nutzungsmöglichkeiten bieten. Von VHS-Kursen über Nachbarschaftstreffs und Beratungsangebote bis hin zu hochrangigen Kulturangeboten ist sehr Vieles machbar.

Ende des Jahres soll das Quartiersmanagement auslaufen. Warum sollte der Stadtrat eine Verlängerung befürworten?

Aus dem zarten Pflänzchen der Anfangszeit ist Beachtliches gewachsen. Gerade die Neuausrichtung im Jahr 2017 dahingehend, nicht wie vorher einfach in den nächsten Stadtteil mit dem Quartiersmanagement weiterzuziehen, sondern in allen drei Gebieten parallel zu arbeiten, war ein wichtiger und richtiger Schritt. In jedem Sanierungsgebiet gibt es Handlungsfelder für die Zukunft. Neben den sozialen Themen auch städtebauliche, wie die Verbesserung der Quartiere mit Blick auf ein barrierefreieres Leben.

nej

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