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Das Stadthaus in einem ersten Entwurf: Die Ansicht zeigt den Blick vom BGZ-Gebäude gegenüber.

Zuhörer drohen mit Klage

Ausschuss segnet Bauantrag für Stadthaus ab

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Es gibt Reihenhausanlagen, über die wird länger debattiert – nicht dazugehört der Bauantrag der Eigentümerfamilie Krämmel für das neue Stadthaus am Karl-Lederer-Platz.

Geretsried – Ohne jegliche Diskussion und bei nur einer Gegenstimme (Arthur Wolfseher, SPD) hat ihn der Bauausschuss am Dienstagabend abgesegnet.

Die Entscheidung fiel unter dem Vorbehalt, dass sich im noch laufenden Bebauungsplanverfahren keine gravierenden Änderungen mehr ergeben. Die zweite Anhörung endete am 23. Januar. Die eingegangenen Stellungnahmen werden am 7. Februar im Entwicklungs- und Planungsausschuss behandelt. Weil im Bauantrag die wesentlichen Festsetzungen des Bebauungsplans eingehalten werden, gab es am Dienstag offenbar keinen Diskussionsbedarf.

Wie berichtet soll die Häuserzeile Karl-Lederer-Platz 14 bis 18 abgebrochen werden. Stattdessen entsteht ein neues fünfgeschossiges Stadthaus, dass in Richtung Rathaus um einen siebengeschossigen Turmbau erweitert wird. Im hinteren Teil des Gebäudekomplexes entsteht – ähnlich wie beim BGZ schräg gegenüber – über dem ersten Vollgeschoss ein Innenhof. Der Architekt Klaus Kehrbaum nennt dies gerne die „Bel Etage“.

Fast so hoch wie der Maibaum

Der Turmbau erreicht laut Raimund Stumpfhauser vom Bauamt eine Höhe von 25,26 Metern. Plus einem möglichen Technikgeschoss wären es sogar 27,40 Meter. Zum Vergleich: Der Maibaum auf dem Karl-Lederer-Platz hat in der Regel gut 30 Meter. Der fünfgeschossige Gebäudeteil hat eine Höhe von 19,26 Metern. Die Gesamtnutzfläche beträgt 9291 Quadratmeter, der umbaute Raum 62 000 Kubikmeter. In dem Stadthaus sollen 66 Wohnungen entstehen, davon 49 barrierefrei. Im Erdgeschoss ist auf 1300 Quadratmetern ein Vollsortimenter geplant, darüber Dienstleister, Büros und Praxen. Unter dem Karl-Lederer-Platz wird eine eingeschossige Tiefgarage gebaut. Sie erstreckt sich unter dem Gebäude bis zum Rathaus, erklärte Stumpfhauser. 133 Fahrzeuge haben auf 4248 Quadratmetern Platz. Unter dem Parkdeck befindet sich noch „ein zweites kleines Geschoß“ für die Technik mit 726 Quadratmetern.

Sichtlich verärgert nahmen diese Ausführungen die Anwohner auf den Rängen zur Kenntnis. Ein Zuhörer quittierte den Beschluss mit der Ankündigung: „Jetzt wird geklagt.“ 

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