Lawinenabgang im Berchtesgadener Land - Großeinsatz

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Zufriedene Gesichter: Erste Ergebnisse des Projekts „Actors of Urban Change“ präsentierten (v. li.) Sandra Mader (Stadt), Bürgermeister Michael Müller, Dr. Martin Schwegmann (Programmleiter bei MitOst), Dagmara Sosnowska („Integration aktiv“), Wolfgang Selig und Martina Roth (Baugenossenschaft) sowie Andreas Porer (Stadt). 

Actors of Urban Change

Auf dem Weg zu einem Bürgerhaus

Geretsried - Halbzeit beim Projekt „Actors of Urban Change“. Erste Ergebnisse präsentierten die drei Beteiligten – Stadt, Baugenossenschaft und „Integration aktiv“ – in einem Pressegespräch.

Geretsried beteiligt sich zusammen mit neun anderen europäischen Städten an der zweiten Runde des Förderprogramms der Robert-Bosch-Stiftung und der Organisation MitOst. Der Fokus richtet sich auf den Stadtteil Stein. Dort könnte nach dem Willen von Bürgermeister Michael Müller in etwa drei Jahren ein Bürgerhaus auf dem städtischen Grundstück des Jugendtreffs Ein-Stein entstehen. Wie schon der Johannisplatz und der Neue Platz soll der Stadtteil Stein dadurch aufgewertet werden – ebenfalls mit Mitteln aus dem Förderprogramm „Soziale Stadt“.

„Actors of Urban Change“ kann als vorbereitendes Projekt verstanden werden. Vereinfacht geht es darum, dass „Actors“, also Akteure aus den Bereichen Verwaltung, Wirtschaft und Kultur beziehungsweise Zivilgesellschaft, Hand in Hand arbeiten. Bürgermeister Müller möchte in Stein vor allem einen Ort der Begegnung für die älteren Mitbürger schaffen. Das Thema Integration spielt dabei eine große Rolle, da in Stein sehr viele Menschen aus den ehemaligen Sowjetstaaten, aus Ost- und Südosteuropa leben.

Dagmara Sosnowska, Leiterin von „Integration aktiv“, und Sandra Mader, Geologie-Studentin und zurzeit Mitarbeiterin der Stadt, befragen seit dem Frühjahr Steiner Bürger jeden Alters und jeder Herkunft nach ihrer Geschichte, nach ihren Wünschen und Anregungen für ihren Wohnort. Die Antworten der bisher 19 Interviewpartner zeigen, dass ein Treffpunkt eher gewünscht als für unnötig befunden wird. Den Bürgern fehlen ein Café, Räume für Sport, Bildung und Veranstaltungen.

Doch auch anscheinend weniger wichtige Dinge kommen bei den intensiven Gesprächen, die Sandra Mader und Sosnowskas Team führen, zu Tage. „Eine Familie aus Polen hat erzählt, wie sehr sie sich gefreut hat, dass der Kindergarten, in den ihr Kind geht, Informationen über seine Arbeit in polnischer Sprache herausgegeben hat“, berichtete Dagmara Sosnowska. Diese Art von Entgegenkommen behindert ihrer Meinung nach nicht gleich das Erlernen der deutschen Sprache. „Wir wollen ins Gespräch kommen mit den Menschen. Dadurch können wir vielleicht einige Störfaktoren ausräumen“, sagt die Leiterin von „Integration aktiv“.

Die Ergebnisse der Befragung sollen in einer Ausstellung zusammengefasst werden. Damit sich möglichst viele Steiner an der Diskussion beteiligen, möchte Sosnowska bequeme Sessel im Ort platzieren, die dazu einladen, sich hinzusetzen und sich zu unterhalten. Die Baugenossenschaft, der ein Großteil der Wohnblöcke in Stein gehört, unterstützt den Prozess, indem sie Grundstücke und Flächen zur Verfügung stellt. Zuletzt wurde in einem ihrer Gärten ein Hochbeet für öffentliches Gärtnern, „Urban Gardening“ genannt, aufgebaut und von Bürgern bepflanzt.

Mit niedrigschwelligen Angeboten wie der gemeinsamen Gartenarbeit, multikulturellen Theater- und Musikaufführungen, Festen und anderen Veranstaltungen glaubt Dr. Martin Schwegmann, Programmleiter bei MitOst, die Leute ins Boot zu holen, wie er sagt. In Stein geht die Stadt also den umgekehrten Weg wie am Johannisplatz und am Neuen Platz: Erst fördert man das Miteinander, dann schafft man die städtebaulichen Rahmenbedingungen, sprich ein Haus der Begegnung.

Tanja Lühr

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