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Das ehemalige "Lager Buchberg" befand sich auf dem heutigen Geretsrieder Stadtgebiet.

Einmal hin – und nicht zurück

Geretsried gedenkt Ankunft seiner ersten Bewohner

Geretsried - Am Donnerstag wird der Ankunft des ersten Heimatvertriebenentransports gedacht. Diese kämpften damals mit großer Not. Dennoch haben sie enorme Aufbauarbeit geleistet.

„Einmal hin – und nicht zurück“: Unter diesem Motto wird am kommenden Donnerstag, 7. April, an die Ankunft des ersten Heimatvertriebenentransportes am gleichen Tag vor 70 Jahren im heutigen Stadtgebiet von Geretsried erinnert. Damals hieß die Ankunftsstelle noch „Lager Buchberg“, das verwaltungstechnisch zu Gelting gehörte. In dem Güterzug befanden sich 554 Personen aus Graslitz im Egerland. Im gleichen Jahr folgten aus dem Egerland noch zwei Transporte aus Tachau und ein weiterer aus der Gegend von Karlsbad.

Aus diesem Anlass haben sich der Arbeitskreis Historisches Geretsried (AHG), die Stadt Geretsried, die Eghalanda Gmoi z‘Geretsried und die Union der Vertriebenen (UdV) zu Gedenkveranstaltungen entschlossen. Damit soll auf die katastrophalen Verhältnisse in der unmittelbaren Nachkriegszeit, auf die damalige Not, aber auch auf die enorme Aufbauarbeit in der nachfolgenden Zeit bis heute erinnert werden. Das mag angesichts der aktuell schwierigen Flüchtlingssituation Hoffnung und Beispiel geben.

Die Veranstaltungen beginnen am Donnerstag, 7. April, um 18 Uhr mit einer Kranzniederlegung am Mahnmal vor dem Geretsrieder Rathaus durch die Eghalanda Gmoi. Anschließend findet eine Vortragsveranstaltung im großen Sitzungssaal im 2. Stock des Rathauses statt, in deren Mittelpunkt ein kurzer Abriss zur Geschichte der Sudetendeutschen sowie Zeitzeugenberichte über den Verlauf des 3. Transportes aus Graslitz stehen. Dazu hat Bürgermeister Michael Müller sein Erscheinen zugesagt.

Anschließend eröffnet Anita Zwicknagl, Leiterin des Kulturamtes, im Stadtmuseum Geretsried eine Ausstellung, deren wesentlicher Teil aus in mühsamer Arbeit zusammengestellten Namenslisten der Transportbeteiligten besteht. Zusätzlich finden sich zahlreiche Gegenstände aus dem Vertreibungsgepäck der Betroffenen, die einen interessanten Eindruck davon vermitteln, was man damals als lebensnotwendig und erhaltenswert erachtete.

Gegen 20 Uhr lädt die UdV zu einer eigenen Gedenkfeier im kleinen Ratsstubensaal ein. Im Zentrum steht die Ansprache des Landtagsabgeordneten Josef Zellmeier. Sie trägt den Titel „Auferstanden aus Ruinen“. Zellmeier ist Landesvorsitzender der Karpaten-deutschen Landsmannschaft und Vertriebenenpolitischer Sprecher im Bayerischen Landtag. Die veranstaltenden Gruppen hoffen auf rege Beteiligung der Bürger von Geretsried und Umgebung. red

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