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Gemütliche Couch-Atmosphäre: Moderator Volker Witte im Gespräch mit (in den Sesseln v. li.) Renate Poller, Carla Fischer und Christa Ocker.

„Am Knick meines Lebensweges begann ich zu malen“

Erst Medizin, dann Kunst: Kulturherbst-Künstlerinnen erzählen von Weg zur Malerei

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Im Rahmen der Ausstellung „Villa Bunterkunst“ berichteten drei Künstlerinnen davon, wie sie auf Umwegen zur Malerei gekommen sind. Zufälle und Einschnitte im Leben spielen dabei eine Rolle.

Geretsried – Ein Zitat auf der Website von Renate Poller zog Volker Wittes Blick auf sich, als er sich auf die Moderation des Künstlergesprächs in der Stadtbücherei vorbereitete: „Die konkrete Malerei ist der Musik gleich zu stellen. Es sind sinfonische Klänge.“ Dass Farben tatsächlich klingen können, wenn auch nicht hörbar, das wurde auf einem Rundgang im Anschluss an das Gespräch deutlich. Es fand im Rahmen der Ausstellung „Villa Bunterkunst“ statt, die der Kulturverein Isar-Loisach (KIL) für den Geretsrieder Kulturherbst initiiert hat.

Grünen-Stadtrat Volker Witte, selbst ein begnadeter Maler, sprach mit drei Künstlerinnen über ihren Weg zur Malerei. Renate Poller erzählte von ihrer Kindheit in München-Sendling, als es dort noch Obstbaumwiesen und staubige Seitenstraßen ohne Asphalt gab. „Es war eine schöne Zeit“, erinnert sie sich. Eine Zeit, die ihre künstlerische Begabung mitbeeinflussen sollte. Sie habe als Kind von den Mitschülern Aufträge erhalten, für sie in Poesiebücher zu malen.

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Renate Poller arbeitete als medizinisch-technische Assistentin in der Nuklearmedizin, bis sie in Rente ging. „Am Knick meines Lebensweges begann ich zu malen “, erzählte sie den anwesenden Zuhörern. Es war ein kleiner Kreis, umso schöner, weil dadurch eine entspannte Couch-Atmosphäre entstand. Heute leitet Poller Malgruppen bei sich zuhause in Wolfratshausen und im Kunstatelier „Eigenart“ in Bad Heilbrunn. Sie ist Mitglied in der Münchner Künstlervereinigung. Ihre Bilder strahlen. Lichtspiele, Tiefe und der gewollte Zufall sind elementare Bestandteile ihres Stils.

So gesehen sind auch Carla Fischers Bilder Zufallswerke, trotz der bewusst konstruierten Gegenständlichkeit. Sie male erst seit sechs Jahren in der Malgruppe von Inge Fasching, erzählte die Geretsriederin. Ein Ausgleich zu ihrer Tätigkeit als Bauzeichnerin. Fischer liebt Blumenmotive aber auch Tierabbildungen, denen sie immer einen humorigen Gesichtsausdruck verpasst.

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Schließlich erzählte Christa Ocker von ihrer Intension zu malen. „Der Vater hat mir eine Staffelei und Ölfarben geschenkt.“ Über den Malunterricht von Peter Ansorge kam sie erst 2000 zur Aquarellmalerei. Christa Ocker hat einen charmanten zurückhaltenden Humor, der auch aus ihren Bildmotiven spricht. In vorwiegend Natur-Aquarellen versteckt sie gerne einen augenzwinkernden „Motiv-Fehler“. web

Info

Die Ausstellung „Villa Bunterkunst – Aquarelle“ ist noch bis Samstag, 20. Oktober in der Stadtbücherei zu den regulären Öffnungszeiten zu sehen. Auch im IsarKaufhaus sind Bilder der teilnehmenden Maler bis diesen Donnerstag, 11. Oktober ausgestellt.

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