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Hier geht’s lang: Die Deutsche Bahn informierte in den Ratsstuben über die geplante Verlängerung der S7.

2024 geht‘s los

„Es wird höchste Zeit“: Deutsche Bahn informiert in Geretsried über Gleisverlängerung

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Nach Monaten des Stillstands kommt die Planung der S-Bahn-Verlängerung immer mehr in Bewegung.  Am Donnerstag informierte die Deutsche Bahn in Geretsried über die lang ersehnte Gleisverlängerung. 

Geretsried – Ein paar hundert Interessierte waren es, die sich vergangene Woche in Wolfratshausen über die geplante S-Bahn-Verlängerung informierten. Am Donnerstagnachmittag bekamen auch die Geretsrieder den aktuellen Stand der Dinge präsentiert, und der Andrang war groß. Eine Neuigkeit brachten die Mitarbeiter der Deutschen Bahn mit.

Deutsche Bahn präsentierte in Geretsried den Stand der Dinge

Projektleiter Michael Hatzel hielt in den Ratsstuben stündlich Vorträge über die 9,2 Kilometer lange Gleisverlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried-Stein. Sofern alles glatt läuft, sollen 2024 die Bauarbeiten beginnen. 2028 könnte die erste S-Bahn in die größte Stadt des Landkreises rollen. Die Kosten – zuletzt 2012 auf 167 Millionen Euro geschätzt – wollen sich wie berichtet Bund, Freistaat, Landkreis, die Städte Wolfratshausen und Geretsried sowie die Deutsche Bahn AG teilen.

Gleisverlängerung von Wolfratshausen nach Geretsried soll 2024 beginnen

Viele Bürger und Unternehmer sehnen den Anschluss an das Münchner S-Bahnnetz herbei. Für einige bedeutet das Projekt aber auch eine Gefährdung ihrer Existenz. Drei Bahnhöfe sollen in Geretsried entstehen: in Gelting, auf Höhe des Geretsrieder Rathauses sowie zwischen der Jeschenkstraße und dem Ortsteil Stein. Für die Stationen, die Gleistrasse und die Park & Ride-Anlagen werden landwirtschaftlich genutzte Flächen geopfert. Auch die eines Bauern, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. 50 Stück Milchvieh hat der Landwirt. Das Gras zur Versorgung seiner Tiere wächst rund um seinen Hof. „Was soll ich mit lauter dreieckigen Flächen anfangen?“, sagt der Mann. Ohne ausreichend Flächen könne er zusperren.

Geretsried: Bürger sehnen Anschluss an Münchner S-Bahnnetz herbei

Auch Franz Fuchs ist in die Ratsstuben gekommen, um sich zu informieren. Der Besitzer des Guts Schwaigwall ist massiv von der vorgesehenen Gleisverlängerung – und auch von der geplanten Verlegung der B11 an den Schwaigwaller Hang – betroffen. „Wir sind existenziell bedroht“, klagt der Landwirt, „deshalb lehnen wir das Projekt ab.“ Von Geretsried Mitte bis zur Schwaigwaller Straße, die vom Kreisverkehr abzweigt, würde die Gleistrasse seine Flächen zertrennen. „Es hätte gute Alternativen gegeben“, ist sich Fuchs sicher.

Das Ehepaar Angela und Rudolf Lempart besitzt an der Jeschkenstraße ein Reihenhaus, etwa auf der Höhe, wo das Abstellgleis der S7 geplant ist. „Wahrscheinlich sind wir lärmtechnisch schon betroffen“, meint der 67-jährige Geretsrieder. „Kann schon sein, dass man was hören wird.“ Aber die Bahn-Mitarbeiter hätten ihm versichert, dass in der Nähe von Wohnbebauung strenge Schallschutzvorschriften gelten würden.

Pläne zur S-Bahnverlängerung hängen ab Februar in Rathäusern

Laut einer Mitarbeiterin der Bahn ist jetzt bekannt, wann die Pläne zur S7-Verlängerung öffentlich ausgelegt werden. Ab Montag, 10. Februar, hängen sie in den Rathäusern Wolfratshausen und Geretsried für vier Wochen aus. Daran schließt sich eine vierwöchige Einwendungsfrist an. Donnerstags werden Mitarbeiter der Bahn vor Ort sein, um sich den Fragen der Bevölkerung zu stellen.

Seit Jahrzehnten wird um den Gleisanschluss von Geretsried an das Münchner S-Bahn-Netz gerungen. Jetzt steht das gewaltige Bauprojekt kurz vor der Eröffnung des zweiten Planfeststellungsverfahrens.  

nej

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