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Ein Prosit der Gemütlichkeit: Christian Fahrenschon, hier mit seiner Frau Claudia auf dem Volksfest in Gmund, soll künftig auch das Geretsrieder Sommerfest betreiben. 

Eventuell soll das Bierzelt verkleinert werden

Fahrenschon soll neuer Festwirt werden

Geretsried - Noch ist der Vertrag nicht unterschrieben. Doch die Stadt hat sich entschieden: Christian Fahrenschon soll neuer Festwirt des Geretsrieder Sommerfestes werden. Er betreibt unter anderem mit großem Erfolg das Volksfest in Penzberg.

„Wir wollen an der 40-jährigen Tradition des Geretsrieder Sommerfests festhalten“, erklärt auf Nachfrage Bürgermeister Michael Müller (CSU). Den Namen des neuen Festwirts könne er aber offiziell nicht bestätigen. Erst müsse der Vertrag unterschrieben sein. Christian Fahrenschon selbst war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Doch wie unsere Zeitung aus sicherer Quelle erfuhr, war der Rosenheimer der einzige Gastronom, der sich für das Geretsrieder Sommerfest beworben hatte.

Wie berichtet hatte die Stadt die Konzession im Spätsommer neu ausgeschrieben. Der bisherige Festwirt Jochen Mörz reagierte darauf mit Unverständnis und reichte keine Bewerbung mehr ein. Zuletzt hatte es zwischen beiden Seiten Unstimmigkeiten gegeben. Nach dem mauen Sommerfest in diesem Jahr gab es seitens der Wirtsfamilie erneut Vorwürfe an die Stadt, sie hätte zu wenig Werbung gemacht. Die Stadt verwies auf den Vertrag, wonach die Werbung Sache des Festwirts ist, und vermisste wiederum bei der Familie Mörz das gewisse Herzblut, wie es Vize-Bürgermeister Hans Hopfner (SPD) einmal formulierte. Damit endete die sechsjährige Zusammenarbeit.

Dass die Stadt am Sommerfest festhalten will, bestätigte am jüngsten Stammtisch der Freien Wähler (FW) auch Fraktionssprecher Robert Lug. Die Veranstaltung stelle für viele Geretsrieder einen „traditionellen Wert“ dar, erklärte Lug. Er habe ein gutes Gefühl bei dem neuen Wirt, sagte der FW-Sprecher, ohne den Namen Fahrenschon zu nennen. Der Wirt habe zum Beispiel versprochen, gleichzeitig mit dem Geretsrieder kein anderes Volksfest zu betreiben, wie es beim Vorgänger Mörz der Fall war.

Zusammen mit dem neuen Festwirt werde sich die Stadt darüber Gedanken machen, das Bierzelt eventuell zu verkleinern. Lug: „In den vergangenen Jahren war das Zelt meist halb leer. Die Leute sind lieber in unserem einmalig schönen Biergarten gesessen.“ Die Bühne für die Kapellen und Bands könnte so platziert werden, dass die Musik im Zelt und im Freien zu hören und zu sehen ist.

Ein paar Veränderungen wünscht sich auch Kulturreferent Hans Ketelhut (CSU), seit jeher ein Freund des Sommerfests. Er träumt schon länger von einer „Band-Battle“ mit Musikgruppen aus der Region. Auch die Italienische Nacht würde er gerne wieder aufleben lassen. Ketelhut will ebenfalls nicht bestätigen, dass Fahrenschon neuer Festwirt werden soll. Aber natürlich ist ihm der Gastronom aus Rosenheim bekannt. „Ich kenne alle Wirte“, sagt Ketelhut der als „Bayern-Hans“ auf diversen Volksfesten auftritt. Neben dem Frühlingsfest in Rosenheim betreibt Fahrenschon unter anderem die Volksfeste in Vaterstetten, Gmund, Murnau und Penzberg. „Hut ab, schon gut“, schildert Ketelhut seinen Eindruck.

Das Volksfest in Penzberg liegt seit mehr als 40 Jahren in den Händen des Familienbetriebs Fahrenschon. 2013 übernahm Christian Fahrenschon das Geschäft von seinem Onkel Walter. Er führt es mit seiner Frau Claudia und den Kindern Anna-Maria und Maximilian. Wie in Penzberg wird sich der neue Festwirt in Geretsried nicht nur um den Bierzeltbetrieb kümmern. Es liegt auch in seiner Verantwortung, ein attraktives Musikprogramm zu gestalten, den Schaustellerpark zu belegen – und genügend Werbung zu machen.

sas/tal

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