Leerstehender Penny-Markt in Stein
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In den leerstehenden Penny-Markt in Stein soll ein Fahrradgeschäft einziehen.

Stadtteil Stein

Fahrrad statt Supermarkt: Wie die Baugenossenschaft die Entwicklung beurteilt

In den ehemaligen Penny-Markt in Stein soll ein Fahrradgeschäft einziehen. Die Baugenossenschaft hatte in der Lebensmittel-Branche gesucht - ohne Erfolg.

Geretsried – Nach über einem Jahr Leerstand zeichnet sich eine Lösung für den ehemaligen Penny-Markt in Stein ab. Der Bau- und Umweltausschuss bereitete am Dienstag einer Nutzungsänderung den Weg (wir berichteten). Statt eines Nahversorgers soll ein Fahrradgeschäft samt Werkstatt in das Gebäude der Baugenossenschaft einziehen.

Ein Eröffnungstermin steht noch nicht fest. Zunächst wird der Laden umgebaut. „Nach rund 30 Jahren sind Renovierungsarbeiten bei Gewerken wie Lüftung, Kühlung, Elektro, Sanitär, Böden, Malerarbeiten oder Gartenbau erstens wegen Zeitablauf sowieso nötig und zweitens im ungenutzten Zustand auch am leichtesten umzusetzen“, erklärt Wolfgang Selig, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Geretsried, auf Nachfrage unserer Zeitung. Die Maßnahme werde bestimmt bis zum Ende der Sommerferien dauern.

Baugenossenschaft sieht Entwicklung positiv

Nicht alle Ausschussmitglieder waren überzeugt von der Lösung, die die Baugenossenschaft nun gefunden hat. „Unseres Erachtens“, erklärt dazu Selig, sei sie „nicht nur gut für die Baugenossenschaft, die nach zwei Jahren Suche und Gesprächen die leeren Räumlichkeiten wieder mit Leben erfüllen kann, sondern auch für den Stadtteil im Ganzen, auch wenn mir hier wohl nicht jeder zustimmen wollen wird“.

Wolfgang Selig, Baugenossenschaft

Viele hätten sich gewünscht, dass an der Stelle ein neuer Supermarkt beziehungsweise Discounter eröffnet. Doch „trotz intensiver Suche und Gesprächen mit allen namhaften deutschen Lebensmittelhändlern, mit Gewerbeimmobilienmaklern, aber auch mit Mittelständlern, kleinen und sogar ungewöhnlichen beziehungsweise exotischen Händlern hat sich einfach herausgestellt, dass eine Fortführung an dieser Stelle dauerhaft nicht mehr möglich ist“, erklärt Selig.

Nahversorger hatten kein Interesse

Die Stadt habe die Baugenossenschaft „fast zwei Jahre lang engagiert unterstützt“, sagt der Geschäftsführer dankbar. Thomas Loibl, Pressesprecher der Stadt Geretsried, bestätigt, dass sich Bürgermeister, Wirtschaftsförderung und das Quartiersmanagement massiv dafür eingesetzt hätten, dass wieder ein Nahversorger einzieht – vergeblich. Auch Ideen, einen inklusiven Betrieb oder einen Wochenmarkt zu etablieren, seien nicht umsetzbar gewesen. „Wir haben keine einzige Zusage bekommen“, sagt Loibl. Insofern sei die Stadt froh, dass die Eigentümerin einen anderen Einzelhändler finden konnte, der für neue Belebung und Frequenz sorgt. Loibl: „Leerstand tut dem Areal nicht gut.“

Das sieht Selig ähnlich. „Uns ist bewusst, dass man die Sortimente ,Lebensmittel‘ und ,Fahrrad‘ nicht im Ansatz miteinander vergleichen kann, aber ab dem Kindergarten hat normalerweise fast jeder Bürger Bedarf für ein Fahrrad“, sagt der Geschäftsführer der Baugenossenschaft. Hier sei der Stadtteil Stein bislang unversorgt gewesen, was ein Standortnachteil gewesen sei, besonders deshalb, weil auch eine Werkstatt fehlte. Seit gut einem Jahr seien die Wege für die Lebensmittelbeschaffung jetzt für alle länger geworden. Selig: „Wenn ich mir die Anmerkung erlauben darf, habe ich jedoch schon vor der Schließung des Marktes den einen oder anderen Steiner Bürger persönlich immer mal wieder bei Lebensmittelmärkten in Gartenberg oder Jeschkenstraße beim Großeinkauf getroffen; ich weiß aber nicht, ob das repräsentativ war.“  sw

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