+
Das Eisstadion soll Fernwärme bekommen.

13,4 Prozent Kostensteigerung

Fernwärme fürs Eisstadion: Aufträge vergeben

Nach dem vierten Anlauf hat es geklappt: Der Bauausschuss hat die Arbeiten für den Heizungsbau und die Elektrik für die geplante Fernwärme am Eisstadion vergeben.

Geretsried Bereits im März 2018 beschloss der Haupt- und Finanzausschuss des Stadtrats, das Mehrzweckgebäude Isarau, das Schützenheim und das Eisstadion an das Fernwärmenetz der Stadt, sprich das Blockheizkraftwerk an der Adalbert-Stifter-Straße anzuschließen. Die Vergabe der Arbeiten für den Heizungsbau und die Elektrik verzögerte sich jedoch, da keine Angebote eingingen. Nach dem vierten Versuch konnte die städtische Energiemanagerin Roswitha Foißner in der jüngsten Sitzung des Bau- und Umweltausschusses positive Nachrichten vermelden.

Roswitha Foißner ist Energiemanagerinbei der Stadt Geretsried. 

Vor der Auftragsvergabe wies Foißner kurz darauf hin, dass die Heizkessel im Mehrzweckgebäude Isarau und im Schützenheim bereits über 30 Jahre alt sind. „Einer der beiden Kessel im Mehrzweckgebäude ist defekt, sodass derzeit keine Ausfallsicherheit mehr besteht. Die Reparatur würde den Austausch der Brenneinheit erfordern“, erklärte Foißner. Sie erinnerte zudem daran, dass das Eisstadion an der Jahnstraße bisher vom alten Hallenbad mit Fernwärme aus den dortigen Gas-Heizkesseln versorgt wird. „Mit der Stilllegung des alten Hallenbads im Sommer 2020 entfällt diese Möglichkeit“, sagte Foißner.

Wie berichtet erstellte das mit der Fachplanung beauftragte Ingenieurbüro Sendl deshalb ein Konzept für den Zusammenschluss der Fernwärmeleitung, den Aufbau der notwendigen Netzpumpen und der Druckhaltung für den Netzbetrieb in der Stadtbücherei sowie für den Austausch der Heizkessel und den Einbau der Wärmeübergabestationen. Dabei wurde im Zuge der Grundlagenermittlung im Mehrzweckgebäude Isarau festgestellt, dass der Warmwasserspeicher sowie die Verteilung und Steuerung veraltet sind und zeitnah erneuert werden sollten.

Im November 2019 vergab der Bau- und Umweltausschuss zunächst die Gewerke „Netzsanierung Tiefbau“ und „Netzsanierung Rohrbau“. Für die noch ausstehenden Heizungsbau- und Elektroarbeiten gab jetzt die Firma Höger GmbH & Co. KG aus Egling das günstigste Angebot ab. Es liegt bei 156 401,70 Euro. Mit Ausnahme von Arthur Wolfseher (SPD) stimmten alle Mitglieder des Bau- und Umweltausschusses der Auftragsvergabe zu.

Insgesamt sind für die Maßnahme „Anschluss Fernwärmezentrale“ im laufenden Haushaltsjahr 329 000 Euro eingestellt. Für die Sanierung der Heizzentrale im Mehrzweckgebäude Isarau sind 100 000 Euro im Bauunterhalt eingeplant. Nach der Vergabe aller Arbeiten, die in diesem Sommer durchgeführt werden sollen, liegen die Gesamtkosten nun bei 363 684,53 Euro. Das entspricht einer Steigerung von 13,4 Prozent gegenüber der Kostenschätzung.

Auch interessant: Geretsrieds Bauausschuss tagt unter dem Eindruck der Corona-Pandemie

In Anspielung auf andere Großprojekte zeigte sich Roswitha Foißner damit zufrieden. „Da haben wir schon Schlimmeres erlebt“, so die Energiemanagerin abschließend. 

Peter Herrmann

Lesen Sie auch: Nachbarschaftshilfe via WhatsApp

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Bürgermeister Heilinglechner im Interview: Gemeinsam die Krise überwinden
Vor Wolfratshausens Bürgermeister Klaus Heilinglechner (BVW) liegt die zweite Amtszeit. Wir sprachen mit ihm über Herausforderungen und Wünsche.
Bürgermeister Heilinglechner im Interview: Gemeinsam die Krise überwinden
Bürgermeister Müller im Interview: Krisenmanagement statt Siegestaumel
Geretsrieds Bürgermeister Michael Müller steht vor seiner zweiten Amtszeit. Auf seinem guten Wahlergebnis kann er sich nicht ausruhen. Corona-Krisenmanagement ist …
Bürgermeister Müller im Interview: Krisenmanagement statt Siegestaumel
Corona-Krise im Landkreis: Zwei Menschen erliegen Corona-Virus-Infektion
Mittlerweile ist die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen auf 266 gestiegen. Alle Entwicklungen in der Region im News-Ticker.
Corona-Krise im Landkreis: Zwei Menschen erliegen Corona-Virus-Infektion
Im Krieg mit dem Virus: Ickinger Krankenschwester berichtet aus dem Klinikalltag
Melanie Dörr ist seit 23 Jahren Krankenschwester. Die Ickingerin arbeitet in einer Münchner Klinik. Vom gewöhnlichen Alltag ist dort längst keine Spur mehr.
Im Krieg mit dem Virus: Ickinger Krankenschwester berichtet aus dem Klinikalltag

Kommentare