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„O Du Fröhliche“: Wenn die Stadt Geretsried solche Sänger, Musiker und Chorleiter (Roland Hammerschmid, Mi.) in ihrer Mitte weiß, wird das bekannte Weihnachtslied irgendwie zur berechtigten Hymne.

Festlich, heiter, besinnlich

Geretsried – Das Ensemble „Mixed Voices“ und die Gartenberger Bunker Blasmusik stimmen auf Weihnachten ein.

Die Maria-Hilf-Kirche war am Sonntag bis auf den letzten Platz besetzt, als der Geretsrieder Chor „Mixed Voices“ gemeinsam mit der Gartenberger Bunker Blasmusik sein traditionelles Weihnachtskonzert unter der Leitung von Roland Hammerschmied gab. 

Begrüßt wurde das Publikum vom stadtbekannten Bäckermeister und Klarinettisten der Gartenberger Bunker Blasmusik, Ludwig Schmid, der das Konzert gut aufgelegt, witzig und geistreich moderierte. Das diesjährige Konzert sei in drei Teile geteilt: einen festlichen, einen heiteren und einen besinnlichen, erklärte er. So sangen zunächst die Chormitglieder von „Mixed Voices“ ein festliches „Joy to the World“ und „Machet die Tore weit“, auf das die Gartenberger Bunker Blasmusik ein swingendes, rhythmisches „Ihr Kinderlein kommet“ folgen ließ. Auch wenn der Konzertsaal eine Kirche ist und der übergroße Jesus am Kreuz hinter den Künstlern auch an großes Leid und Elend erinnert, so forderte Ludwig Schmid das Publikum auf, heute auch Freude und Spaß zu haben und sich – gegebenenfalls – mit Applaus nicht zurück zu halten. Damit dies in ungewohntem Rahmen leicht fiel, erzählte er des Weiteren zum Lachen und Schmunzeln anregende Anekdoten, Kurzgeschichten und Gedichte. Etwa das erheiternde Gedicht vom böhmischen „Vierten Heilig-Drei-König“ aus der Feder von Michael Haas und Werner Weinrich sowie die Geschichte über die besonders illustre Krippe mit Asterix, Obelix, Batman, Spiderman und Co. anstatt Hirten, Herden und heiligen Königen. Dazu passend sang der Chor das bekannte „Rudi, the red nosed reindeer“, „Rocking around“ und das Lied von „Frosty, the Snowman“.

Dass der Übergang von heiteren Weisen in besinnliche Lieder gar nicht schwerfallen muss, bewiesen die Sänger und Musiker auf eindrucksvolle Weise. Kaum waren rotnasiges Rentier und frostiger Schneemann verklungen, kamen im besinnlichen Teil weniger bekannte Weihnachtslieder zur Aufführung wie „Lauschet, höret die Stille“ und „Weihnacht, wie bist Du schön“. Was die Freunde der „Mixed Voices“ schon lange wissen, zeigte sich jetzt besonders deutlich. Ein wirklich ausgezeichneter Chor eroberte mit seinem perfekten mehrstimmigen Gesang sein Publikum, das – soeben noch vergnügt und heiter – jetzt ergriffen besinnlich lauschend auf den Kirchenbänken saß. In der großen Kirche hätte man eine Stecknadel fallen hören. Ludwig Schmid ließ es sich dann nicht nehmen, in Anlehnung an die Weihnachtsgeschichte die Parallelen zwischen der schwangeren Maria und dem mittellosen Josef auf Herbergssuche im Ausland und den hier bei uns um Hilfe suchenden zahlreichen Flüchtlingen aus dem Nahen Osten herzustellen. Als der Chor dann gegen Ende das inzwischen aus dem „Gospel-Mass“-Konzert vom November bekannte südafrikanische „Ukuthula“ anstimmte, konnten zahlreiche Zuhörer die aufkommenden Tränen der Rührung kaum zurückhalten.

 Mit der gelungenen Auswahl der Lieder, der besonderen Mischung von Blaskapelle und gemischtem Chor bis hin zur Verteilung der Sänger in den Kirchengängen bei den Schlussliedern für einen anderen akustischen Eindruck zeigte insbesondere auch Roland Hammerschmied einmal mehr sein Können. Mit dem zwischen totaler Begeisterung und besonderer Ergriffenheit hin und her gerissenen Publikum in der Maria Hilf Kirche kann auch eine ganze Stadt stolz und erfreut sein über das musikalische Potenzial vor Ort. Vielleicht auch deshalb sang das gesamte Publikum laut und inbrünstig mit beim finalen „O Du Fröhliche“. 

Wenn die Stadt Geretsried solche Sänger, Musiker und Chorleiter in ihrer Mitte weiß, wird ein „O Du Fröhliche“ irgendwie zur berechtigten Hymne.

Assunta Tammelleo

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