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Bei Starkregen verwandelt sich der Fußballplatz der FFG in ein Matschfeld.

Das letzte Wort ist nicht gesprochen

Hat der Kunstrasen für die FFG noch eine Chance ?

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Geretsried - Eine Million Euro für einen zweiten Kunstrasenplatz in Geretsried? Zu teuer, sagt die Stadt und hat die Notbremse gezogen. Das letzte Wort ist damit aber noch nicht gesprochen.

Eigentlich war der Bau des Kunstrasenplatzes schon beschlossene Sache. Im Juli vergangenen Jahres entschied der Bauausschuss, einen der beiden Rasenplätze auf dem Gelände der Fußball-Freunde Geretsried am Robert-Schumann-Weg durch eine Allwetterspielfläche zu ersetzen. Der Stadtrat, so lautete der empfehlende Beschluss, sollte dafür 700 000 Euro im Haushalt 2016 einplanen.

Inzwischen liegt eine Kostenschätzung vor

Inzwischen liegt eine genauere Kostenschätzung vor. „Und die hat uns bewogen, die Notbremse zu ziehen“, erklärte am Dienstag im Finanzausschuss Kämmerer Helge Balbiani (wir berichteten). Eine Million Euro würde der Kunstrasenplatz demnach kosten. An einer anderen Stelle müsste die Stadt vermutlich nur die Hälfte dafür bezahlen. Das Problem am Robert-Schumann-Weg ist der Untergrund. Das FFG-Gelände liegt auf einer ehemaligen Bauschuttdeponie. Dadurch kann es zu Setzungen des Bodens kommen. Um dies zu verhindern, müsste der Untergrund mit Hilfe so genannter Rüttelstopfsäulen verdichtet werden, was jedoch sehr kostenintenstiv ist.

Dass der Kunstrasenplatz nun aus dem Haushalt gestrichen wurde, hat bei den Fußball-Freunden für Ernüchterung gesorgt. „Ich bin erstmal aus den Latschen gekippt, als ich das erste Mal davon gehört habe“, sagt der FFG-Vorsitzende Arnold Vögtle. Seit über zehn Jahren brauche sein Verein einen Kunstrasen. Passiert sei nichts. „Ich möchte nicht Jahr für Jahr hingehalten werden.“

Vögtle will das Gespräch suchen

Vögtle will jetzt das Gespräch mit Bürgermeister und Stadtverwaltung suchen. Das Argument, dass sich der Boden setzen könnte, kann er nur bedingt nachvollziehen. „Seit zehn Jahren bespielen wir an dieser Stelle einen Rasen. Probleme mit Setzungen gab es da nie.“ Laut Vögtle ist der Kunstrasenplatz eine absolute Notwendigkeit. Bei starken Regenfällen seien die beiden Rasenplätze nicht mehr bespielbar. „Das bedeutet, dass wir Spiele verlegen und Trainingseinheiten absagen müssen“, erklärt der Vorsitzende. Er hofft, dass sein Herzensprojekt doch noch einen Weg in den städtischen Haushalt findet.

Tatsächlich ist das letzte Wort noch nicht gesprochen. „Wir haben das Thema noch nicht abschließend ausdiskutiert“, sagt CSU-Bürgermeister Michael Müller auf Nachfrage. „Nach der Kostenexplosion müssen wir die Situation aber neu bewerten.“ Es sei nach wie vor das Ziel, das Projekt an dieser Stelle zu verwirklichen – „allerdings nur zu vernünftigen Bedingungen“. Dazu müsse man nun die technischen Möglichkeiten ausloten. Für einen Kunstrasenplatz sprachen sich im Finanzausschuss auch Freie-Wähler-Sprecher Robert Lug und SPD-Fraktionschef Hans Hopfner aus. „Geretsried braucht einen zweiten Kunstenrasenplatz“, sagte Hopfner.

von Dominik Stallein und Sabine Schörner

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