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„Aufwändig und sehr komplex“: Ein Blick in die neue Ultrafiltrationsanlage in Königsdorf-Wiesen. 

Trinkwasser: Filteranlage geht voraussichtlich Ende Januar in Betrieb

„Viele kleine Zahnräder müssen ineinandergreifen“

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Geretsried – Stadtwerke-Vorstand Jan Düring hatte es bereits vor Weihnachten angekündigt. Um eine sichere Trinkwasserversorgung über die Feiertage zu gewährleisten, wurde entschieden, die neue Ultrafiltrationsanlage (UF-Anlage) nicht mehr im alten Jahr in Betrieb zu nehmen. Jetzt soll es Ende Januar soweit sein.

Nach den Worten Dührings ist der gesamte Prozess der Inbetriebnahme aufwändig und sehr komplex. „Viele Komponenten – vergleichbar mit vielen kleinen Zahnrädern – müssen hier ineinandergreifen und sauber funktionieren.“ Deshalb haben sich die Stadtwerke entschieden, den Probebetrieb sukzessive fortzuführen und im Januar weiter auszudehnen. „Unsere oberste Priorität liegt auf der sicheren und möglichst störungsfreien Versorgung der Bürger“, erklärt Dühring. „Schließlich soll es zu keinen Versorgungsunterbrechungen kommen.“ Bei einem erfolgreichen Probebetrieb sei es Ziel, die UV-Anlage voraussichtlich Ende Januar in die Trinkwasserversorgung einzubinden.

Ab dem Zeitpunkt der vollständigen Inbetriebnahme „kann nach Aussage des Gesundheitsamtes das Abkochen eingestellt werden“, erklärt Dühring weiter. Die Chlorung allerdings soll nicht schlagartig, sondern kontrolliert heruntergefahren werden. „Hintergrund ist, dass aufgrund der extrem langen Chlorung der natürliche Biofilm im Trinkwasserleitungsnetz beeinträchtigt ist“, so der Stadtwerke-Leiter. „Eine schlagartige Einstellung bedingt deshalb ein Risiko für Aufkeimungstendenzen im Leitungsnetz.“ Durch ein abgestuftes Herunterfahren der Chlorung werde dieses Risiko minimiert und die Wiederherstellung des natürlichen Gleichgewichts begünstigt. Dühring: „Vollkommen chlorfreies Trinkwasser kann deshalb, trotz Inbetriebnahme der UF-Anlage, erst nach mehreren Wochen in Aussicht gestellt werden.“

Wie berichtet wird das Trinkwasser in Geretsried seit drei Jahren gechlort, in Königsdorf sogar noch länger. Mit der UF-Anlage sollen die Probleme an den Brunnen in Wiesen endlich der Vergangenheit angehören. Die Anlage kostet 4,6 Millionen Euro und muss über die Gebühren finanziert werden. Seit dem 1. Januar zahlen die Geretsrieder deshalb 30 Cent mehr für den Kubikmeter (2,05 Euro brutto). Da aber gleichzeitig der Abwasserpreis um 20 Cent auf 2,44 Euro gesenkt wurde, beträgt die Belastung unter dem Strich „nur“ zehn Cent pro Kubikmeter verbrauchtes Wasser. 

sas

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