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Es grünt so grün: Teile der neuen Bepflanzung am Karl Lederer Platz.

Endspurt im neuen Geretsrieder Zentrum

Karl-Lederer-Platz: Geschäftsleute freuen sich aufs Ende der Baustelle

Die Großbaustelle Karl-Lederer-Platz steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Darüber sind auch die Inhaber der anliegenden Geschäfte froh.  

Geretsried Für die Anwohner, Geschäftsleute und Gastronomen auf dem Karl-Lederer-Platz hat der Endspurt begonnen. Der Platz steht kurz vor der Fertigstellung. Wie berichtet wird seit vergangener Woche der gelbe Bitumenbelag auf allen Gehwegflächen aufgebracht. Dafür müssen die Bereiche vor den Häusern und Geschäften tageweise gesperrt werden. „Der Belag wird aufgeklebt. Den Kleber sollte man keinesfalls befahren oder betreten. Er pappt wirklich extrem“, warnt der städtische Pressesprecher Thomas Loibl. Die Bewohner gelangen natürlich – teils über Hinter- oder Seiteneingänge – in ihre Häuser. Die Ladenbesitzer müssen teilweise an dem Tag zusperren, an dem vor ihrer Tür gearbeitet wird.

Harte Monate liegen hinter ihnen: Die beiden Edeka-Geschäftsführerinnen Asli Gezginci (li.) und Sonja Hinkova.

Doch die meisten von ihnen sind einer Umfrage unserer Zeitung zufolge froh, dass die Baustelle bald ein Ende hat. „Das Schlimmste haben wir schon letztes Jahr überstanden. Was jetzt noch kommt, ist ein Klacks dagegen“, sagen die Inhaber des Juweliergeschäfts Frankenberger. Seit 1988 sind Josef Frankenberger und seine Frau am Karl-Lederer-Platz; sie haben viele Umbauten erlebt. Gleich nebenan hat Karin Stirl im vergangenen November ihren „Lotto Bayern“-Laden eröffnet. „Mir macht die Baustelle doch mehr zu schaffen, als ich gedacht hätte“, sagt Stirl. Wegen der Absperrung zur Egerlandstraße hin können ihre Kunden nicht mehr schräg über den Platz laufen, sondern müssen einen Umweg in Kauf nehmen. „Ich bin froh, wenn der Bauzaun weg ist“. Ansonsten freut sie sich auf den neuen Karl-Lederer-Platz.

Laut Thomas Loibl soll in drei bis vier Wochen als nächster Schritt der Brunnen vor dem Rathaus eingebaut werden. Wegen Lieferschwierigkeiten sei man hier eine Woche im Verzug. Als letztes sollen die „Stadtmöbel“, also Sitzbänke und Stühle, Fahrradständer und Lampen aufgestellt werden. „Wenn die Kinder im Wasser spielen und die Eltern wieder draußen bei einem Cappuccino sitzen können, wird das richtig schön“, ist sich Karin Stirl sicher.

Apropos Kaffee trinken: Die Waldmann-Lounge, die im Moment nur Verkaufsbetrieb hat, will laut Fred Waldmann wieder öffnen, sobald er Tische und Stühle im Freien aufstellen kann. „Ich denke, das wird in zwei bis drei Wochen sein“, so der Inhaber. Er hofft, dass die Baustelle an der Egerlandstraße gleich um die Ecke den Café-Betrieb nicht zu sehr beeinflussen wird. Waldmann sieht die Umgestaltung der Neuen Mitte sehr positiv: „Mit dem hellen Boden, dem Brunnen und dem Wasserlauf gefällt mir das gut. Auch wir haben schicke, neue Schirme gekauft, sodass der ganze Bereich einen modernen Touch bekommt.“ In Corona-Zeiten habe es die Gastronomie generell sehr schwer – über ausreichend Platz zu verfügen, sei da wichtig.

Im Puls G-Gebäude entsteht als zusätzlicher Anziehungspunkt eine Eisdiele. Der Mietvertrag mit dem Landsberger Luigi Grava sei unterschrieben, berichtet das Unternehmen Krämmel, dem der Block gehört. Auch der Backshop im Edeka will sobald wie möglich wieder Tische nach draußen stellen. „Das hat uns schon sehr gefehlt“, sagt die Geschäftsleiterin des Edeka, Asli Gezginci. Die vergangenen Monate seien hart für sie und ihre Geschäftspartnerin Sonja Hinkova gewesen. „Der Platz sah wenig einladend aus. Außerdem wurde laut Gezginci die Tiefgarage „nicht gut angenommen“. Am Standort Karl-Lederer-Platz wollten die beiden Frauen aber auf alle Fälle festhalten: „Wir sind überzeugt, dass es hier nach der Fertigstellung belebter sein wird und wir davon profitieren“.

Zum selben Thema: Karl-Lederer-Platz: So sieht der finale Bodenbelag aus

Darauf hofft auch Theresa Riedel, Mitarbeiterin bei Apollo-Optik. Sie spricht ebenfalls von einer „Durststrecke“, die hinter der Filiale liege, einmal wegen Corona und einmal wegen der Baustelle. Kaum Beeinträchtigungen wegen der jüngsten Bauarbeiten hatte der Friseursalon „Top Haar“. Die Kunden seien während der Boden-Arbeiten durch den Hintereingang in das Geschäft gelangt, berichtet Friseurin Sandra Ströer. Ihr „gefällt der helle Belag richtig gut“. Licht am Ende des Tunnels sieht Sarah Ulbrich, Leiterin der Buchhandlung Osiander. Sie muss am Dienstag, 30. Juni, für einen Tag schließen, da der kleine Laden über keinen zweiten Eingang verfügt. Die Geschäftsführerin freut sich, dass nun wieder Bücher im Freien ausstellen könne. „Jeden Tag wird der Karl-Lederer-Platz ein Stück ansprechender“, findet sie. Ulbrich bemängelt nur, dass sie von der Stadt teilweise nicht rechtzeitig über die anstehenden Arbeiten informiert worden sei. Die anderen Geschäftsleute hatten in dieser Hinsicht keine Probleme.

tal

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