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Die Besten ihres Jahrgangs: Fionn Lange und Anna Stöver haben an der Freien Waldorfschule Isartal in Geretsried ihr Abitur abgelegt.

Note 1,6 beziehungsweise 1,8

Fionn und Anna: Die zwei besten Abiturienten der Waldorfschule

  • Franziska Konrad
    vonFranziska Konrad
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Die beiden Top-Abiturienten der Freien Waldorfschule Isartal heißen Fionn Lange aus Icking und Anna Stöver aus Königsdorf.  

Geretsried – Als Fionn Lange seine Abiturnoten erfuhr, musste er erst einmal schmunzeln. Mit einem Schnitt von 1,6 darf sich der 19-Jährige jahrgangsbester Abiturient der Freien Waldorfschule Isartal nennen. „Damit hatte ich wirklich nicht gerechnet. Nach den Prüfungen hatte ich eher ein mittelmäßiges Gefühl“, gesteht der Ickinger. Ähnlich ging es Anna Stöver. Der Königsdorferin gelang mit 1,8 der zweitbeste Notenschnitt. „Ich konnte es zuerst gar nicht richtig fassen“, gibt die 19-Jährige zu.

Dass die Büffelei und das Schülerleben nun endgültig vorbei sind, müssen die zwei jungen Leute erst noch verinnerlichen. „Für mich fühlt sich dieser Gedanke eher surreal an. Wirklich realisiert habe ich das bis jetzt nicht“, sagt Stöver. „Momentan fühlt es sich noch an wie Ferien“, beschreibt Fionn Lange seine Situation. „Das Gefühl der unendlichen Freiheit, wie es immer heißt, ist bei mir irgendwie nicht da.“

Dafür haben die Abiturienten bereits – mehr oder weniger konkrete – Zukunftspläne. Lange wollte eigentlich durch Südamerika oder Asien reisen und nebenher Geld verdienen. Doch das Coronavirus durchkreuzte die Pläne. „Als Alternative habe ich mich jetzt dafür entschieden, ein Jahr lang bei meinem Vater in der Baumpflege zu arbeiten“, erzählt der Ickinger. Dort möchte er unter anderem Kletterscheine absolvieren. „Dann habe ich etwas Handfestes, dass ich vorweisen kann.“ Wie es danach weitergeht, weiß der 19-Jährige momentan nicht. „Vielleicht bewerbe ich mich für ein Studium oder beginne mit einer Lehre.“

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Die Corona-Krise nahm Stöver die Entscheidung für ihren weiteren Weg sozusagen ab. „Ich war mir unschlüssig, ob ich gleich studieren oder erst einmal reisen soll“, erzählt die Königsdorferin. Durch die Pandemie bleibt ihr jetzt folglich nur die Option Studium. „Wahrscheinlich entscheide ich mich für Kultur- oder Literaturwissenschaften“, verrät sie. Ob sich die Krise negativ oder positiv auf die Prüfungen ausgewirkt hat, können beide nicht sicher beantworten. „Auf jeden Fall fand ich die Prüfungen fair“, stellt Lange klar. „Irgendwann nach der vierten Prüfung hatte man auch einen Rhythmus drin, dann war die Angst nicht mehr so groß.“ Ein klarer Vorteil war für die Waldorfschüler die vergleichsweise kleine Anzahl von zwölf Abiturienten. „So konnten wir uns am Abend nach der letzten Prüfung alle gemeinsam an der Isar treffen“, erzählt Anna Stöver.

Eines haben die zwei jungen Leute gemeinsam: Sie sind sozusagen Waldorfschüler der allersten Stunde. Beide zählen zum ersten Jahrgang, der die gesamte Schullaufbahn – von der ersten bis zur 13. Klasse – die Waldorfschule besuchte. „13 Jahre lang war ich fast jeden Tag hier. Irgendwie war das für mich wie mein zweites Zuhause. Das wird mir schon fehlen“, ist sich Anna Stöver sicher. 

kof

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