Idyllisch fügt sich der Schaberer Weiher in die Landschaft ein. Das Gewässer war für die Fische im vergangenen Sommer allerdings alles andere als gemütlich.  

Zu wenig Sauerstoff für die Fische

Fischerverein will Schaberer Weiher belüften

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Um die Fische im Schaberer Weiher zu retten, will der Fischerverein Geretsried das Gewässer belüften. Das bedeutet eine logistische Herausforderung.  

Geretsried/Eurasburg – Karpfen, Hecht, Zander und Regenbogenforelle fühlen sich im Schaberer Weiher wohl. Der Sommer 2018 war für die Fische allerdings lebensbedrohlich. Einige verendeten, weil das Wasser zu warm und der Sauerstoffgehalt zu gering war. Der Fischerverein Geretsried, der das Gewässer zwischen Oberherrnhausen und Beuerberg langfristig gepachtet hat, will verhindern, dass das nochmals vorkommt. Abhilfe schaffen soll eine dauerhafte Belüftung. Für den nötigen Stromanschluss hat der Ausschuss für Jugend, Senioren, Soziales, Kultur und Sport kürzlich einem Zuschuss in Höhe von 6000 Euro zugestimmt. Die hohe Summe kommt zustande, weil die Mitglieder ein 720 Meter langes Kabel verlegen mussten. Es führt vom nächsten Hof entlang der Straße zum Weiher.

Das Kabel liegt bereit. Offen ist aber noch, für welche Technik sich der Fischerverein entscheidet. „Es gibt verschiedene Möglichkeiten“, sagt Schriftführer Michael Schröter. Möglich wäre eine Oberflächenbelüftung, wobei das Wasser mit einer Art Schaufelrad bewegt wird, oder eine Unterwasserdüse, die das Wasser mit Luft bewegt. „Wir tendieren zu einer Oberflächenbelüftung.“

Der Schaberer Weiher ist nicht das einzige Gewässer, das der Fischerverein bewirtschaftet. Für den Stallauer Weiher bei Bad Heilbrunn verkauft der über 55 Jahre alte Verein Jahres-, Wochen und Tageskarten, und in Königsdorf hat er noch einen eigenen Weiher. Dort machte der heiße Sommer 2018 jedoch keine Probleme. „In Königsdorf hat der Weiher wesentlich mehr Zulauf, und der Stallauer Weiher ist relativ tief und groß“, erklärt Schröter.

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Am Schaberer Weiher war die Lage vergangenes Jahr ernst. Die Mitglieder, insgesamt zählt der Fischerverein 153 Angler, belüfteten das Gewässer teilweise mit Benzinpumpen. „Dabei wird das Wasser umgewälzt, um Sauerstoff reinzubringen“, erläutert Schröter. Der Tank reiche allerdings nur für zwei bis drei Stunden, und der Motor sei laut. Als die hohen Wassertemperaturen und die schlechte Sauerstoffsättigung des Wassers die Fische akut gefährdeten, half sogar die Freiwillige Feuerwehr beim Pumpen. Dank der Stromversorgung wird das nicht mehr nötig sein. „Ich hoffe aber, der Sommer wird nicht wieder ganz so trocken“, sagt Schröter und lacht.

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In der Ausschusssitzung des Stadtrats hatte sich besonders Hans Ketelhut (CSU) für den Zuschuss eingesetzt. Der Kulturreferent, selbst Angler, betonte, dass der Weiher jahrzehntelang ohne Strom ausgekommen ist. „Aber jetzt ist die Erwärmung des Gewässers so intensiv, dass eine dauerhafte Belüftung nötig ist.“ Der Verein stemme alles ehrenamtlich und habe nie um Geld gebeten. Seine Arbeit sei aber wertvoll – besonders die Jugendarbeit. „In der Ausbildung geht es weit über 60 Prozent um Natur- und Artenschutz.

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