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Alternative zum Auto: Mit einem Lastenrad lassen sich Einkäufe umweltfreundlich transportieren. 

Thema im Haupt- und Finanzausschuss

Darum bleibt die Förderung von Lastenfahrrädern weiter ungewiss

Die Förderung von Lastenfahrrädern in Geretsried bleibt weiter ungewiss. Die Entscheidung liegt jetzt beim Stadtrat.

Geretsried – Im Juli beantragte Sozialreferentin Sonja Frank (Freie Wähler) im Stadtrat eine Förderung für den Kauf von Lastenfahrrädern und setzte damit einekontroverse Debatte in Gang (wir berichteten). Nun erarbeitete die Stadtverwaltung Förderrichtlinien, die Geschäftsleiterin Ute Raach dem Haupt- und Finanzausschuss am Dienstagabend vorstellte.

„Durch die lang gezogene Gebietsfläche mit guter Fahrradverbindung ist Geretsried geeignet, um Einkäufe und Lastentransporte mit dem Fahrrad erledigen zu können“, schickte Raach voraus. Durch die Auslobung einer Kaufprämie für Lastenfahrräder solle ein Anreiz für die Nutzung dieses umweltfreundlichen Verkehrsmittels geschaffen und damit auch eine Reduzierung des klimabelastenden Autoverkehrs bewirkt werden.

Fördergegenstand der nun erarbeiteten Richtlinie sind ausschließlich werksneue Lastenfahrräder, die speziell zum Transport von Gütern und weiteren Personen konstruiert wurden. Nachzuweisen ist ein Transportvolumen von mindestens 0,20 Kubikmetern – das entspricht 200 Litern – oder eine Nutzlast von mindestens 150 Kilogramm. Dabei spiele es keine Rolle, ob die Lastenrädern von Muskelkraft oder von Elektrizität betrieben werden. Für das Jahr 2020 und eventuelle Folgejahre steht eine Gesamtfördersumme von jährlich 20 000 Euro zur Verfügung. Grundsätzlich soll die einzelne Förderung 30 Prozent des Anschaffungspreises betragen.

Die von der Verwaltung angeregte Höchstgrenze von 1000 Euro fand im Ausschuss jedoch keine Mehrheit. Das Gremium setzte diesen Betrag auf 250 Euro herab, sodass mehr als 20 Nutzer von der Förderung profitieren könnten. Einen Antrag auf Förderung stellen können Privatpersonen und Nutzungsgemeinschaften mit Erstwohnsitz in Geretsried sowie Gewerbetreibende und gemeinnützige Organisationen mit Sitz und Einsatz des Rades in Geretsried.

Nach der Vorstellung der Richtlinien kam es im Gremium wie schon vor zwei Monaten im Stadtrat zu einer lebhaften Diskussion. So beantragte Kerstin Halba (SPD) erfolglos, auch Räder mit einfachen Anhängern zu fördern. Ewald Kailberth warnte vor einem enormen Verwaltungsaufwand „Wir machen da ein zu großes Fass auf“, befürchtet der CSU-Stadtrat. Fraktionskollege Hans Ketelhut wurde noch deutlicher: „Stoppt diese eklatanten neuen Ideen: Wir wecken damit Begehrlichkeiten, die wir in zwei bis drei Jahren vielleicht nicht mehr erfüllen können“, ärgerte sich der Kulturreferent. Seiner Ansicht nach hätte die Stadt wichtigere Herausforderungen als die Förderung von Lastenrädern zu bewältigen. Antragstellerin Frank wunderte sich über die komplizierten Vorgaben in den Richtlinien. „In anderen Kommunen ist die Förderung mit weniger Aufwand möglich“, berichtete sie.

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Bürgermeister Michael Müller (CSU) regte an, dass die Verwaltung noch einmal eine Schätzung für den Personalaufwand und die Kosten bei der Antragsbearbeitung erstellt. Der überarbeitete Entwurf soll dann dem Stadtrat „zur finalen Entscheidung“ vorgelegt werden, heißt es im einstimmigen Beschluss.  

Peter Herrmann

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