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Geretsried: Fraktionssprecher befürworten einen autofreien Karl-Lederer-Platz

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Von: Susanne Weiß

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Raus mit dem motorisierten Verkehr. Für eine Fußgängerzone am Karl-Lederer-Platz zeichnet sich eine große Mehrheit im Stadtrat ab.
Raus mit dem motorisierten Verkehr. Für eine Fußgängerzone am Karl-Lederer-Platz zeichnet sich eine große Mehrheit im Stadtrat ab. © Sabine Hermsdorf-Hiss

Wird der Karl-Lederer-Platz in Geretsried zur Fußgängerzone? Diese Entscheidung soll in einer Sondersitzung des Stadtrats an diesem Mittwoch fallen.

Update vom 23. November 18.04 Uhr:

Der Geretsrieder Stadtrat hat am Mittwochabend mehrheitlich dafür gestimmt, eine Fußgängerzone am Karl-Lederer-Platz einzurichten. Nach zwei Jahren, das sieht der Beschluss vor, soll eine Evaluierung stattfinden.

Gegen die Einrichtung einer Fußgängerzone stimmten die Stadträte Arthur Wolfseher (SPD), Edmund Häner (FDP) sowie Christos Saridis und Karin Schmid (beide CSU). Im Anschluss diskutierte das Gremium über Details.

Geretsried – Der Stadtrat entscheidet an diesem Mittwoch in einer Sondersitzung, ob der Karl-Lederer-Platz eine Fußgängerzone wird. Die städtische Wirtschaftsförderung sieht Vorteile für den Handel, wenn die so gewonnene Fläche bespielt wird. Offene Fragen gibt es noch beim Thema Verkehrsführung, insbesondere im Bezug auf den Stadtbus. Die meisten Fraktionssprecher sind aber zuversichtlich, dass sich die Probleme lösen lassen.

Anlieferung muss geklärt werden

Neben den Buslinien sei ein Knackpunkt, wie der Herrmann-Löns-Weg entlastet werden könne, sagt Ewald Kailberth, Sprecher der CSU im Stadtrat, auf Nachfrage unserer Zeitung. Geklärt werden müssten außerdem die Zeitfenster für Anlieferer. „Bisher haben wir immer eine Lösung gefunden“, bilanziert Kailberth. Aus seiner Sicht wäre die Fußgängerzone eine Chance. Der größte Teil seiner Fraktionskollegen sei ebenfalls dafür. Es habe sich gezeigt, dass das Konzept eines „Shared Space“, also eines verkehrsberuhigten Bereichs, nicht funktioniere. Wenn die Egerlandstraße nach den Bauarbeiten wieder geöffnet wird, würde der Verkehr zunehmen. Das wäre nicht förderlich für die Aufenthaltsqualität in der „Neuen Mitte“, fürchtet Kailberth. „Es war im Sommer schon fantastisch, wie die Kinder im Brunnen gespielt haben.“

Keine versenkbaren Poller möglich

Aufgrund der Tiefgarage im Zentrum könnte eine Fußgängerzone nicht mit versenkbaren Pollern gesperrt werden. Heiko Hawla, Vorsitzender der Freie-Wähler-Fraktion und des Arbeitskreises „Klima & Verkehr“, hofft, dass die Verwaltung eine gute Lösung präsentiert. „Schilder reichen nicht“, betont er. Grundsätzlich heißt es in seiner Fraktion zum Thema Fußgängerzone: „Ganz klar Daumen nach oben.“ Es wäre „eine sinnvolle Weiterführung dessen, was bereits in der Bürgerbeteiligung angeklungen ist“. Zudem gehe moderne Verkehrspolitik dahin, zu versuchen, den Bürgern ihre Stadt zurückzugeben. „Wir müssen den Verkehr draußen halten“, sagt Hawla.

Hoher Mehrwert für die gesamte Stadt

Das sieht Peter Curtius, Sprecher der Grünen-Fraktion, genauso. „Zumal wir ja mit der großen Tiefgarage sowie dem Parkplatz auf der Böhmwiese genug Platz zum Parken bieten.“ Eine Fußgängerzone würde einen hohen Mehrwert für die gesamte Stadt mit sich bringen, findet Curtius. „Ich denke, dass sich mit der Fertigstellung der Egerlandstraße ein sehr schönes und belebtes Stadtzentrum entwickeln kann.“ Für ihn wäre aber wichtig, den Stadtbus optimal mit dem X-Bus zu verbinden.

Der Vorsitzende der SPD-Fraktion, Hans Hopfner, würde eine Fußgängerzone ebenfalls befürworten. „Ich glaube, das würde dem Charakter des Platzes mehr gerecht werden und ihn aufwerten“, argumentiert er. Beim „Shared Space“ sei zu befürchten, dass zwischen Egerlandstraße und Rathaus zu schnell gefahren wird. Bei einer Fußgängerzone müsse aber an den Zufahrten gewährleistet sein, dass wirklich keine Autos durchkommen.

Buslinienführung noch unklar

Das ist auch eine der offenen Fragen, die Patrik Kohlert, Sprecher der Geretsrieder Liste im Stadtrat, sieht. Zudem sei die Buslinienführung unklar, es fehle ein Konzept zur Verkehrsverlagerung auf andere Straßen, und es sei zu definieren, „welchen Nutzen ziehen wir aus einer Fußgängerzone. Für mich fehlen zur klaren Meinungsbildung noch Unterlagen“, sagt er. Dennoch sei es richtig, dass sich der Stadtrat zu diesem Zeitpunkt über das Thema unterhält.

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Edmund Häner hätte sich mehr Zeit gewünscht. Als einziger Stadtrat der FDP hat er keine Fraktion, mit der er das Thema diskutieren kann. „Ich hätte mir gewünscht, dass ich mich mit meinem Ortsverband austauschen kann“, sagt er. Allerdings sei das Protokoll der letzten Sitzung, in der Details zur Fußgängerzone vorgestellt wurden, noch nicht genehmigt und die Unterlagen somit noch nicht öffentlich. „Das ist eine blöde Situation“, kritisiert Häner. Entschieden habe er sich noch nicht. Inhaltlich verweigere er sich aber nicht. „Eine Fußgängerzone würde dort schon guttun.“

Sondersitzung im Rathaus

Die Sondersitzung des Stadtrats zum Thema Fußgängerzone beginnt am Mittwoch, 23. November, um 17 Uhr im Rathaus. Ein zweites Thema ist ein „Zukunftsweisendes Mobilitätskonzept“.

sw

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