Baustellenrundgang: Architekt Andreas Stöckle (li.) und René Beysel vom Landratsamt schauen regelmäßig nach dem Rechten. 
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Baustellenrundgang: Architekt Andreas Stöckle (li.) und René Beysel vom Landratsamt schauen regelmäßig nach dem Rechten. 

Baustellenbesuch

Ökologisch und schön leicht: Franz-Marc-Förderschule wird aufwendig saniert

  • Doris Schmid
    vonDoris Schmid
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Nicht nur am Schulzentrum wird fleißig gewerkelt. Auch große Teile der Franz-Marc-Schule haben sich in eine Baustelle verwandelt. Das sonderpädagogische Förderzentrum wird für über zehn Millionen Euro saniert.

  • Die Franz-Marc-Förderschule in Geretsried wird für über zehn Millionen Euro saniert
  • Für die Baustellenzeit wurde ein Interimsgebäude errichtet
  • Abgeschlossen sein soll die Generalsanierung 2023

Geretsried – Aus dem eingerüsteten, ehemaligen Verwaltungstrakt tönen Bohrgeräusche, dazwischen schlägt der Schulgong. Handwerker laufen auf und ab, und Architekt Andreas Stöckle vom Büro Hanfstängl & Stöckle schaut nach dem Rechten. „Ich bin zufrieden“, sagt der Architekt. Das erste halbe Jahr Baustelle ist fast geschafft. Anfang 2023 soll die Generalsanierung beendet sein.

Teppich wird wieder verwendet

Mitte dieses Jahres haben wie berichtet Schulleiter Martin Tiefenmoser, Lehrerkollegium und Schüler das benachbarte Interimsgebäude bezogen. Die ehemalige zentrale Asylbewerberunterkunft, die aus mehreren Containern besteht, war vorher für rund 660 000 Euro umgebaut und saniert worden. Unter anderem haben die Wände einen neuen Anstrich erhalten, die Sanitär-Anlagen wurden ausgetauscht und ein Treppenhaus errichtet. Auch einen Teppich haben Handwerker verlegt. „Der wurde wiederverwendet“, berichtet René Beysel vom Landratsamt. Zum Einsatz kam er erstmals 2016, als im Landkreis Turnhallen zu Notunterkünften für Asylbewerber umfunktioniert wurden.

Mehr Platz durch Aufstockung

In dem zweistöckigen Interimsgebäude befinden sich das Lehrerzimmer, die Lehrküche, der Computerraum, Unterrichtsräume, Lagermöglichkeiten und Büros. Im Prinzip sind es die Räume, die vorher im entkernten Verwaltungstrakt waren. Um mehr Platz zu gewinnen, wird dieser nun aufgestockt. Laut Architekt Stöckle wird dafür Lärchenholz verbaut. „Das ist ökologisch, es geht sehr schnell, und wir haben keine Baufeuchte.“ Weiterer Vorteil: das geringere Gewicht. Denn das einstöckige Gebäude, Baujahr 1972, sei eigentlich nicht für eine Aufstockung ausgelegt, so der Fachmann. Neue Techniken machen es nun möglich. Bis Ende des Jahres sollen die Fenster installiert werden, damit das Haus dicht ist. Im Winter folgt der Innenausbau. Stöckle schätzt, dass die Arbeiten spätestens im Herbst 2021 beendet sind. Dann sind die neuen Räume bezugsfertig. Anschließend geht es für die Klassen ins Übergangsgebäude. Denn auch dieser Teil der Schule wird komplett entkernt und neu aufgeteilt.

Nicht mehr zeitgemäß sind die sanitären Anlagen in der Franz-Marc-Schule. 

Hauptamtsleiter Beysel zufolge dürfen sich die Schüler auf einen überdachten Innenhof freuen. Dafür wird eine Treppe verlegt, und es entsteht ein großer Multifunktionsraum. „Neu ist auch, dass zwei Klassenzimmer einen gemeinsamen Gruppenraum erhalten.“ Zudem bekommt jedes Klassenzimmer ein zusätzliches WC. „Das war die Wunschlösung der Schule“, sagt Beysel – und eine Antwort auf wiederholt auftretende Vandalismusschäden an sanitären Anlagen. Eingebaut wird auch ein Aufzug, so ist die Schule barrierefrei.

Kostenberechnung liegt bei 10,8 Millionen Euro

Derzeit liegt die Kostenberechnung für die Sanierung bei 10,8 Millionen Euro – ohne Berücksichtigung des Baukostenindex’. Dieser beschreibt die jährliche Preissteigerung in der Baubranche. „Aber das haben wir im Haushalt des Landkreises schon eingepreist.“ Soll heißen: An eine mögliche Kostenmehrung ist bereits gedacht worden. „Wir rechnen mit zwei Prozent“, sagt der Mitarbeiter des Landratsamts. „Auch wenn das vermutlich nicht reichen wird.“ Derzeit sind 60 Prozent der Arbeiten vergeben. „Und da sind wir vier Prozent unter der Kostenberechnung.“ Das entspricht einer Ersparnis von 470 000 Euro.

Nach dem Ende der Generalsanierung 2023 werden am sonderpädagogischen Förderzentrum weiterhin Handwerker zum Alltagsbild gehören: Dann ist die Turnhalle an der Reihe.

nej

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