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In Geretsried soll ein Radwegenetz entstehen: „Wir werden für Autofahrer viele unangenehme Dinge beschließen“, kündigt Heiko Hawla an.

Radwegenetz soll entstehen

Autofahren in Geretsried: Freie Wähler kündigen unangenehme Beschlüsse an

Die Verkehrsführung in Geretsried-Mitte, an den Schulen und für Radfahrer war Thema beim Stammtisch der Freien Wähler. 20 Besucher diskutierten digital.

Geretsried – Über Parkgebühren, Radwege und „Elternzonen“ an den Schulen diskutierten die Freien Wähler (FW) jüngst am virtuellen Stammtisch. Mit FW-Stadtrat Heiko Hawla, Verkehrsreferent und von Beruf Fahrlehrer, stand ein Fachmann Rede und Antwort. Eine Antwort darauf, wann die angekündigten Parkautomaten auf dem Karl-Lederer-Platz aufgestellt werden, konnte allerdings auch Hawla nicht geben. Die Stadt warte auf die Lieferung, sagte er. Das sprach der Bürgermeister auch jüngst im Stadtrat an.

Derweil diskutierten die rund 20 Stammtisch-Besucher schon einmal über die künftigen Gebühren. Ursprünglich, erklärte Hawla, habe die Stadt vorgehabt, die oberirdischen Parkplätze teurer zu machen als die in der Tiefgarage, um einen Anreiz zu schaffen, dass die Menschen die Garage nutzen. Die Mehrheit sprach sich jedoch dafür aus, dass unten wie oben dieselben Preise gelten sollten. Sie seien hoch genug in dem von der Firma Krämmel betriebenen Parkhaus, meinte Marion Wagner. Die erste und die zweite halbe Stunde kosten dort je einen Euro und die zweite Stunde 1,50 Euro, sodass man bei 61 Minuten Parkdauer stolze 3,50 Euro fürs Ticket hinlegt.

„Semmeltaste“ laut Hawla im Gespräch

Altbürgermeisterin Cornelia Irmer berichtete allerdings, dass die Gebührenrückerstattung durch die Geschäfte funktioniere. In ihrem Fall habe sie für eine halbe Stunde Aufenthalt im Edeka auf Nachfrage bei der Kassiererin einen Gutschein bekommen und in der Garage nichts bezahlen müssen. Marion Wagner regte an, dass die erste halbe Stunde oberirdisch gratis sein sollte. Diese Art „Semmeltaste“ ist laut Hawla im Gespräch.

Heiko Hawla Der Fahrlehrer ist FW-Stadtrat und Verkehrsreferent.

Christian Misioch fragte die Politiker, warum überhaupt Parkgebühren erhoben werden müssten. Zweite Bürgermeisterin Sonja Frank entgegnete darauf, dass rund um den Karl-Lederer-Platz, unter anderem auf der Böhmwiese, immerhin 200 kostenfreie Plätze zur Verfügung stünden. Es sei wichtig für die Händler und Gastronomen im Zentrum, dass es Parkplätze gebe. Doch in erster Linie solle die neu gestaltete T-Zone ein Aufenthaltsplatz sein, betonte Stadträtin Heidi Dodenhöft. Hawla gab ihr Recht und ergänzte, dass die Stadt darüber hinaus künftig viel mehr an die Radfahrer denken wolle.

„Wir werden für Autofahrer viele unangenehme Dinge beschließen“

Wie berichtet hat sich Geretsried um das Zertifikat „Fahrradfreundliche Kommune“ beworben. In diesem Zuge soll unter anderem ein Radwegenetz entstehen. „Wir werden für Autofahrer viele unangenehme Dinge beschließen“, kündigte der FW-Verkehrsreferent an. Ein Vorgeschmack darauf sei Tempo 30 auf der Böhmerwaldstraße. So schlimm sei die Einschränkung aber keineswegs, meinte Hawla. Während seiner Fahrstunden habe er ein paar Mal auf die Stoppuhr gedrückt und festgestellt, dass man gerade einmal zwölf Sekunden verliere, wenn man im 30er-Bereich vorschriftsmäßig 30 statt 50 km/h fahre.

Für zumutbar halten die Freien Wähler auch den Umweg von etwa 200 Metern rund um die Tiefgarageneinfahrt am Karl-Lederer-Platz, den Radfahrer derzeit auf dem Radweg entlang der B11 Richtung Wolfratshausen nehmen müssen. Die Situation sei sicherer als vorher, als man einfach die Straße überquerte, meinte Hawla.

Appell der Altbürgermeisterin: Verkehrsteilnehmer sollen Rücksicht aufeinander nehmen

Problematischer sehen die Freien Wähler die Querung der Blumenstraße an der B11-Einfahrt Nord für Fußgänger und Radler. Langfristig soll es an der Stelle eine Ampel geben. Zuständig sei jedoch das Staatliche Bauamt Weilheim, erklärte Hawla. „Das hat leider die Radfahrer nicht im Fokus“, warf Cornelia Irmer ein. Sie appellierte an alle Verkehrsteilnehmer, bis zu einer Lösung Rücksicht aufeinander zu nehmen. Eine sofortige Verbesserung in Form einer Ampel wünschte sich die FW-Ortsvorsitzende und Stadträtin Ann-Kathrin Güner.

Für mehr Sicherheit sollen künftig vor der Isardamm-Grundschule, der Karl-Lederer-Grundschule und der Waldorfschule „Elternzonen“ sorgen, in denen Eltern ihre Kinder mit dem Auto bringen und abholen können. Vor der Isardamm-Schule soll dafür zum Beispiel der Zebrastreifen versetzt werden.

Tanja Lühr

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