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Eine Bierflasche hat der Vater eines Fußballers einem Geretsrieder Kicker über den Kopf gezogen. Die Wunde musste genäht werden.

Prozess nach Kreisliga-Partie

Fußball-Vater zieht Gegenspieler Flasche über den Kopf

Geretsried/Weilheim - Kurz nach Abpfiff einer Kreisliga-Partie ist der Vater eines Fußballers ausgerastet. Er schlug einem Geretsrieder Fußballer eine Bierflasche auf den Kopf - und musste sich jetzt vor Gericht verantworten.

Nicht nur die Außentemperaturen waren hoch an diesem Sonntagnachmittag Anfang August 2015. Auch die Gemüter der Sportler und der Zuschauer kochten in der Endphase der Fußball-Kreisliga-Partie ASV Antdorf gegen TuS Geretsried hoch. „Die letzten Minuten waren heiß umkämpft“, erklärte der damalige Schiedsrichter vor dem Amtsgericht Weilheim. Er war als Zeuge geladen und sagte aus zu einem Vorfall, der kurz nach Abpfiff des Spiels passierte. Der Vater (55) eines Antdorfer Kickers (28) hatte einem Geretsrieder Fußballspieler eine Bierflasche auf den Kopf geschlagen. Dieser zog sich eine Platzwunde zu, die im Krankenhaus genäht werden musste.

„Geht das bei hiesigen Spielen immer so hitzig zu?“, fragte Richterin Christiane Serini den Referee. Der sagte „Ja“. Seit über 30 Jahren leitet er Fußballspiele. „Die Aggression nimmt leider immer mehr zu“, erklärte er. Schon während des Spiels waren die beiden Kontrahenten aneinandergeraten. Zwei Minuten vor Ende der Partie, beim Stand von 2:1 für Antdorf, sah der Schiedsrichter einen Kopfstoß des Geretsrieder Spielers zum Antdorfer – dem Sohn des Angeklagten. Eine vorausgehende Beleidigung oder Tätlichkeit seitens des Antdorfers bemerkte der Unparteiische nicht.

Das soll aber laut Aussage des Geretsrieders vorher passiert sein. „Ich dachte, wir bekommen beide die gelbe oder rote Karte“, sagte 20-jährige Student aus Syrien in perfektem Deutsch vor Gericht aus. Er habe sich sehr gewundert, dass nur er vom Feld musste.

Nach dem Platzverweis brach Tumult unter den Spielern aus. „Es gab eine Rudelbildung“, berichtete der Schiedsrichter. Er konnte allerdings die Gemüter beruhigen. In der zweiminütigen Nachspielzeit machte Antdorf alles klar und schoss sich mit 3:1 zum Sieg. Der vom Platz gestellte Geretsrieder hatte sich aber noch nicht beruhigt. Er rannte nach Abpfiff auf das Spielfeld zu dem Antdorfer Spieler – und die beiden gerieten erneut aneinander. Platzordner trennten die Streithähne, konnten aber nicht verhindern, das nun Spieler und Zuschauer auf den Rasen liefen. „Ich sah ganz genau, wie der Angeklagte die Bierflasche auf den Kopf des Geretsrieders schlug“, sagte der Schiedsrichter.

Der Angeklagte selbst war geständig und bereute seine Affekthandlung zutiefst. Mehrmals habe man sich nach dem Vorfall getroffen, sei zusammen essen gegangen, und er habe dem 20-Jährigen freiwillig ein Schmerzensgeld in Höhe von 2000 Euro gegeben. „Zwischen dem Vater und mir ist alles wieder in Ordnung“, bestätigte der Geretsrieder Spieler der Richterin. Er sei aber verärgert darüber, dass er vom Sportgericht eine sechsmonatige Sperre aufgebrummt bekam, sein Gegenspieler dagegen nur vier Wochen pausieren musste.

Der bisher unbescholtene 55 Jahre alte Antdorfer konnte nicht erklären, warum er seinerzeit so ausgerastet war. „Sie sind zwar einsichtig, haben sich entschuldigt und einen Täter-Opfer-Ausgleich hergestellt, aber das reicht nicht für die Einstufung als einen minderschweren Fall“, stellte die Staatsanwältin fest. Sie forderte einen Freiheitsentzug von sechs Monaten zur Bewährung. „Fußball kann schon aufheizen“, urteilte der Verteidiger des Antdorfers in seinem Schlussplädoyer. Die Tat sei nachvollziehbar, aber nicht entschuldbar. Er beantragte eine Geldstrafe.

Richterin Serini verurteilte den Angeklagten nach reiflicher Abwägung zu einer Geldstrafe von 3600 Euro (120 Tagessätzen á 30 Euro). „Der Schlag war schon massiv“, sagte sie. Sie lobte aber auch das Verhalten des Angeklagten nach der Tat und die in ihren Augen ehrliche Reue des 55-Jährigen.

Regina Wahl-Geiger

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