Zum 19. sollte es etwas Besonderes sein

Geburtstags-Joint wird mit Arrest bestraft

Geretsried – An seinem 19. Geburtstag wollte er sich etwas Besonderes gönnen. Doch das Geschenk, dass sich ein junger Geretsrieder selbst machte, bescherte ihm nun ein Wochenende in der Arrestzelle.

Am 1. April dieses Jahres gegen 21.55 Uhr war der junge Mann mit Freunden an der Egerlandstraße unterwegs, als er von der Polizei angehalten wurde. In der Tasche führte er 0,9 Gramm Marihuana mit sich. „Das war ein Ausrutscher. Eigentlich hatte ich schon aufgehört. Aber zum Geburtstag wollte ich ein bisschen was rauchen“, erzählte der Angeklagte. Es war nicht das erste Mal, dass er wegen Betäubungsmitteln Ärger mit der Justiz bekam.

Mitte Dezember 2014 hatte sich der Jugendliche bereits wegen Handeltreibens und Besitzes vor dem Jugendrichter verantworten müssen. Damals war er mit einer richterlichen Weisung davon gekommen. Als Gegenleistung hatte der junge Bursche an zwei Suchtberatungskursen, dem Freda-Kurs und dem Skoll-Kurs, teilgenommen, um sich mit seiner Drogenproblematik auseinander zu setzen. Die Kurse zeigten beim Beschuldigten, der vor Gericht einen guten Eindruck machte und nach Auffassung des Jugendgerichtshelfers „eine vernünftige Lebensplanung“ betreibt, nur eine geringe nachhaltige Wirkung.

Gelegentlich verdrängt die Lust auf einen Joint die Furcht vor möglichen Konsequenzen. Auf die Frage des Richters, wann er denn den letzten geraucht habe, antwortete der 19-Jährige offen und ehrlich: „Vor zwei Wochen in Amsterdam. Ich wollte damit einen Schlussstrich ziehen. Ich wusste ja, was hier heute auf mich zukommt“, erklärte der Angeklagte seine Beweggründe.

Bei seiner ersten Verhandlung hatte das Gericht für den Wiederholungsfall eine Arrestwarnung ins Urteil geschrieben. Nun wurde es ernst. „Ich schätze Ihre Offenheit, aber ich muss da konsequent sein“, sagte Jugendrichter Urs Wäckerlin, nachdem er einen Freizeitarrest gegen den jungen Mann verhängt hatte. Zudem erteilte er ihm ein Drogenkonsumverbot für ein Jahr und ordnete zur Kontrolle vier entsprechende Screenings an.

Rudi Stallein

Rubriklistenbild: © dpa

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