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„Einfach gemeinsam leben“: An der Spitze des neuen Vereins stehen (v. li.) Vorsitzender Thorsten Thane, Schriftführerin Natascha Haase, Schatzmeisterin Silke Kuhl und Vize-Vorsitzender Uwe Christof.

Nach dem Motto „Klein, aber mein“

Gegen die Wohnungsnot: Neuer Verein will Tiny-House-Dorf in Geretsried gründen

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Der Verein „Einfach gemeinsam leben“ will etwas gegen die Wohnungsnot in Geretsried unternehmen. Ein Tiny-House-Dorf soll künftig mehr Menschen den Traum vom Eigenheim ermöglichen. 

Wolfratshausen/Geretsried – Wohnungsnot und eine stetig steigende Altersarmut in Deutschland sind alarmierende Entwicklungen, die der Geretsrieder Thorsten Thane nicht mehr tatenlos hinnehmen will. Am Sonntag lud er eine Gruppe Gleichgesinnter ins Wirtshaus Flößerei ein, um dort den Verein „Einfach gemeinsam leben“ zu gründen. „Wir wollen Konzepte für alternative Lebensgestaltungen erarbeiten und in die Praxis umsetzen“, erklärt Thane.

Dabei setzt der 46-Jährige vor allem auf die Realisierung eines Wohnprojekts, das ursprünglich in den USA entwickelt wurde und nun auch in Deutschland immer mehr Befürworter findet: das Tiny House. „So werden kleine, voll ausgestattete Häuser bezeichnet, die eine Grundfläche von etwa 16 bis 30 Quadratmetern haben“, erklärt der alleinerziehende Vater.

Der Vorteil: Diese Wohnform ist in der Regel mobil, weil das Tiny House entweder auf einem Hänger oder als Container-Bau errichtet wird. Das ist in der Anschaffung nicht nur wesentlich erschwinglicher als ein herkömmliches Haus, sondern verhindert laut Thane auch die Versiegelung von Grünflächen. „Man muss eigentlich nur Leitungen für einen Wasser- und Stromanschluss verlegen“, sagte der freiberufliche Filmemacher. Die Kosten für ein Tiny House bezifferte er je nach Ausstattung auf 30.000 bis 100.000 Euro.

Lesen Sie auch: Baugenossenschaft kämpft: „Wir haben die Wohnungsnot direkt vor unserer Haustür“

Der neu gegründete Verein hat auch schon eine Fläche auf Geretsrieder Flur ins Auge gefasst, die für die Gründung eines Tiny-House-Dorfes mit sieben Wohneinheiten und einem angegliederten Gästebereich infrage kommt. Das Problem: Das Gebiet liegt im Außenbereich, der, wenn überhaupt, nur mit einer Sondernutzungserlaubnis bebaut werden darf. „Wir haben uns bereits mit dem Geretsrieder Bürgermeister Michael Müller und Stadtbaurat Rainer Goldstein darüber unterhalten“, erklärt Thane. Auf Nachfrage unserer Zeitung will sich Müller zu den Verhandlungen nicht äußern. Nur so viel: Die Umsetzung dürfte eine nicht zu unterschätzende Herausforderung darstellen.

Klappt es mit der Genehmigung, will der Verein mit dem Namen „Einfach gemeinsam leben“ das betreffende Grundstück mithilfe eines vereinsunabhängigen Investors pachten. „Eine Parzelle von 100 Quadratmetern würde für die Nutzer dann monatlich höchstens 250 Euro kosten“, rechnet der Vorsitzende vor. Thane legt Wert auf die Feststellung, dass das Projekt nicht in Konkurrenz zum sozialen Wohnungsbau stehe und auch nichts mit etwaigen Grundstücksspekulationen zu tun habe. Es gehe darum, etwas Neues zu versuchen. „Wenn man das nicht einmal ausprobiert hat, wird man auch nicht wissen, ob das funktioniert“, wirbt Thane für das Projekt.

Platz ist in der kleinsten Hütte: ein Beispiel für ein Tiny-House aus Ohlstadt im Landkreis Garmisch-Partenkirchen. Bettina Müller lebt selbst in einem Mini-Haus und vermietet es auch als Feriendomizil.

Info

Der Verein erstellt gerade die Website www.einfach-gemeinsam-leben.de, die demnächst online gehen soll. Das nächste Treffen findet am Sonntag, 11. November, um 11 Uhr im Wirtshaus Flößerei statt. Dann sollen verschiedene Arbeitsgruppen gebildet werden.ph

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