Frau vergewaltigt, gequält, lebendig verscharrt: Täter 30 Jahre später gefasst

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"Irgendwann war's zappenduster"

Betrunkener randaliert auf der Straße

Geretsried - Wegen Sachbeschädigung und versuchter Körperverletzung musste sich ein 28-jähriger Geretsrieder vor dem Amtsgericht verantworten.

Eine Zeugin erzählte, wie sich der Angeklagte in der Nacht zum 25. Oktober an der Adalbert-Stifter-Straße aufgeführt habe. Unter anderem habe er geschrien: „Scheiß Asylanten, scheiß Merkel.“ Als sie ihn daraufhin vom Balkon aus zur Rede stellte, habe er gegrölt: „Du Schlampe, halt’s Maul.“

Damit nicht genug in jener Nacht: Erst trat der Mann einen Motorroller um, der in einer Parkbucht abgestellt war. Wenig später trat der Geretsrieder gegen ein Auto, das im Schritttempo um den Angeklagten herumfahren wollte. Daraufhin sei der Beifahrer aus dem Pkw ausgestiegen, habe den Mann gepackt und zu Boden gebracht. „Dass ich so leicht zu Boden gegangen bin, ist der beste Beweis dafür, dass ich nicht Herr meiner Sinne war“, sagte der Angeklagte. Als ehemaliger Kampfsportler hätte er sich sonst zu wehren gewusst.

An all diese Ereignisse konnte sich der Mann nicht mehr erinnern. Er habe an jenem Abend nach längerer Zeit wieder etwas mit Freunden unternommen und dabei ordentlich gebechert. „Wir sind an der Bar gehockt, dauernd stand ein Schnaps vor meiner Nase“, berichtet der 28-Jährige. „Irgendwann war’s zappenduster. Ich weiß nicht mehr, wie ich heimgekommen bin.“

Am übernächsten Morgen, einem Montagvormittag, habe er sich „erschreckt, als ich mich im Spiegel gesehen habe. Mit blauem Auge und Kratzern im Gesicht.“ Als er in der Jackentasche auch noch das „Pustestück“ eines Alkomaten gefunden habe, sei er zur Polizei gegangen und habe gefragt, was vorgefallen sei. Die Beamten erklärten ihm, dass er mit rund 1,8 Promille Alkohol im Blut auf der Straße randaliert hatte.

Eine Gutachterin attestierte dem Angeklagten, dass aufgrund seiner Alkoholisierung eine „erhebliche Verminderung der Steuerungsfähigkeit nicht ausgeschlossen werden kann“. Deshalb fiel die Strafe milde aus. Richter Helmut Berger verurteilte den Geretsrieder wegen Sachbeschädigung zu 600 Euro Geldstrafe (30 Tagessätze).

Rudi Stallein

Rubriklistenbild: © dpa

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