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Kinseher präsentiert neues Programm: „Ein Rohrkrepierer dürfte nicht mehr drin sein“

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Von: Carl-Christian Eick

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Kabarettistin Luise Kinseher
„Wände streichen, Segel setzen“ – das will die Kabarettistin Luise Kinseher am Samstag im Hinterhalt in Geretsried-Gelting. © Martina Bogdahn

Vorpremiere: Die Kabarettistin Luise Kinseher präsentiert ihr neues Programm am Samstag im Geltinger Hinterhalt.

Geretsried – Sie ist seit 1998 auf Kabarettbühnen zu Hause, wurde unter anderem ausgezeichnet mit dem Bayerischen Kabarettpreis sowie dem Salzburger Stier. Ihr Politiker-Derblecken in der Rolle der „Bavaria“ auf dem Münchner Nockherberg begeisterte Millionen TV-Zuschauer. Am kommenden Samstag (15. Oktober) ist Luise Kinseher in der Kleinkunstbühne Hinterhalt in Gelting zu Gast. „Wände streichen, Segel setzen“ heißt das neue Programm der 53-jährigen Kabarettistin und Vollblutschauspielerin. Es ist die letzte Vorpremiere des neuen Programms, die Premiere findet am Mittwoch, 19. Oktober, im Lustspielhaus in München statt.

Kinseher präsentiert neues Programm: „Ein Rohrkrepierer dürfte nicht mehr drin sein“

Frau Kinseher, was darf ich mir unter einer Vorpremiere vorstellen? Ist das der letzte Test, um potenzielle Rohrkrepierer noch rechtzeitig vor der Premiere aus dem Programm zu streichen?

Tatsächlich ist mein Auftritt im Hinterhalt die letzte der angesetzten Vorpremieren. Ein Rohrkrepierer dürfte da nicht mehr drin sein. Im Gegenteil: Ich war bei den Vorpremieren überrascht, wie gut die Rahmenhandlung beim Publikum ankommt. Deshalb habe ich sie noch ein wenig ausgebaut.

Für mich ist die Kleinkunst, das „Brettl“, die Heimat meines Kabarettistinnen-Lebens.

Luise Kinseher

Als „Bavaria“ haben Sie viele Jahre am Nockherberg die Politiker derbleckt und Millionen Fernsehzuschauer begeistert. Was begeistert Sie an den Brettern, die die Welt bedeuten, in der buchstäblich kleinen Kleinkunstbühne Hinterhalt?

Für mich ist die Kleinkunst, das „Brettl“, die Heimat meines Kabarettistinnen-Lebens. Ich mag die Nähe zum Publikum, die Intimität und die Atmosphäre eines „Hinterzimmers“, weit ab vom sogenannten Mainstream der TV-Unterhaltung.

Ihr neues Programm heißt „Wände streichen, Segel setzen“. Lassen Sie streichen – oder greifen Sie im Falle des Falles selbst zur Farbrolle? Und: Sind Sie seefest – oder meiden Sie Segelboote?

Ich finde es wichtig, gerade in solchen Zeiten, neue Ideen zu spinnen, sich für Neues zu öffnen. Und sich nicht von der Tagesschau hinter die Sofakissen jagen zu lassen.

Luise Kinseher

Da ich die Tochter eines Malermeisters bin, kenne ich mich gut mit Farbe und Pinsel aus. Das Segeln hab’ ich nicht gelernt, aber fürs Kabarett ist das auch nicht notwendig. Da setzt man die Segel im Kopf und schaut, wo die Fantasie die Gedanken hinbläst.

Corona-Pandemie, der Überfall Russlands auf die Ukraine, eine neue Flüchtlingswelle und explodierende Energiepreise. Welchen Einfluss nehmen diese Krisen auf Ihre Arbeit als Kabarettistin?

Ich denke all das, was Sie genannt haben, hinterlässt Spuren in unserem Denken und Fühlen. Ängste werden geweckt, die Verwundbarkeit unseres Lebensstils wird uns täglich vor Augen geführt. Ich finde es wichtig, gerade in solchen Zeiten, neue Ideen zu spinnen, sich für Neues zu öffnen. Und sich nicht von der Tagesschau hinter die Sofakissen jagen zu lassen.

Noch immer leiden viele Kulturveranstalter unter der Zurückhaltung des Publikums. Häufig ist der Vorverkauf mehr als schleppend. Haben Sie Angst, bald vor leeren Stühlen auftreten zu müssen?

Diese Frage stellt sich für mich nicht. Ich glaube fest daran, dass unser Publikum, dem Kabarett treu bleibt und wiederkommt. Zögerlich vielleicht, aber meine Kollegen und ich locken mit neuen Programmen, neuen Ideen und neuen Einsichten, das wird sich herumsprechen: Wir sind da!

In Ihrem neuen Programm machen Sie sich „auf zu den Weiten der menschlichen Seele“. Kommen Sie nach 90 Minuten Kabarett-Expedition am Ziel an?

Das nicht. Aber eine Tür aufmachen, das schaffe ich!

Info: Luise Kinseher tritt am Samstag, 15. Oktober, im Hinterhalt auf. Einlass ist um 18.30 Uhr, Beginn um 20 Uhr (freie Platzwahl). Karten zum Preis von 19 Euro (zuzüglich zwei Euro Vorverkaufsgebühr) gibt es in Wolfratshausen im Geschäft „Ohnverpackt“ am Obermarkt 29 und am Campingplatz, in Geretsried bei Intersport Utzinger (Egerlandstraße 56a) sowie per E-Mail an info@hinterhalt.de.

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