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Durstig sind die Bienen nach dem Winter. Für ihre Insekten hat Imkerin Susanne Karner eine extra Tränke im Garten aufgestellt.

Serie: Vom Nektar zum Honig - Teil 2

Nach dem langen Winter sind die Bienen ausgehungert

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Sie sind klein, aber der Nutzen der Bienen ist riesig: Mit unserer Serie „Vom Nektar zum Honig“ wollen wir die faszinierende Welt der Bienen näher vorstellen. Imkerin Susanne Karner unterstützt unsere Zeitung dabei. Heute: wirft Imkerin Susanne Karner nach der Winterpause einen ersten Blick in den Bienenstock.

Gelting – Langsam wird es draußen wärmer und grüner. Auch der Garten von Susanne Karner erwacht zum Leben. Vor dem Stock auf dem Balkon genießen einige Bienen die wärmenden Sonnenstrahlen. Während sie wohl noch überlegen, ob sie zu einem Rundflug aufbrechen sollen, kehren ein paar Arbeiterinnen bereits mit „gelben Hosen“ zurück. Irgendwo haben sie schon Blüten entdeckt. „Die sind schon fleißig am Nektar sammeln“, sagt Karner, während sie ihre „Damen“ beobachtet.

Kontrolle: Susanne Karner überprüft, wie die Bienen die Wintermonate überstanden haben. Ein Blick auf die Waben verrät, dass die Vorräte fast aufgebraucht sind.

Im Winter waren die Arbeiterinnen primär damit beschäftigt, ihre Königin zu wärmen. „Sie haben dafür gesorgt, dass es in der Traube eine konstante Temperatur von 20 Grad hat“, sagt die Imkerin. Wer arbeitet, muss auch essen. Gut, wenn die Vorratskammern, die Futterwaben, gefüllt sind. „Die Bienen wandern dorthin, holen Honig und füttern damit auch ihre Kolleginnen.“ Innerhalb der Traube findet eine Rotation statt. „Das heißt, dass die Bienen, die am Rand sitzen und alles isolieren, auch mal in die Mitte rein dürfen, um sich aufzuwärmen“, erklärt die Biologin. Bis zum Frühjahr sind die Vorräte meistens aufgebraucht.

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Nach der langen Winterzeit unternehmen die Bienen Reinigungsflüge, um sich zu entleeren. „Sichtbar am gelb gepunkteten Schnee“, meint Karner schmunzelnd. Mit den steigenden Temperaturen und dem schönen Wetter nimmt auch die Aktivität der Tiere zu. Heute ist so ein schöner, warmer Frühlingstag. Für Karner der richtige Zeitpunkt, um nach dem Winter auch einen ersten Blick in die Bienenstöcke zu werfen. „Zuletzt habe ich vor Weihnachten reingeschaut“, berichtet die 46-Jährige. Karner streift sich ihre weiße Schutzkleidung über und macht den „Smoker“ startklar, ein Rauchgerät mit Blasebalg, Die Geltingerin nimmt einen Eierkarton, reißt kleine Stücke ab und steckt sie in das Gerät. Mit einem Feuerzeug zündet sie den Karton an. „Nichts qualmt besser als eine olle Eierschachtel“, meint die Imkerin. Der Rauch signalisiert den Bienen, ihre Honigblase zu füllen – für den Fall, dass sie den Stock verlassen müssen. „Dann sind sie satt und stechen nicht“, lüftet Karner ein Imker-Geheimnis.

Der Rauch zieht durch den Bienenstock, und das Brummen schwillt an. Die 46-Jährige entfernt Wärmedämmung und Wachstuch. Dann kann sie auf die Rähmchen schauen, die in Reih und Glied im Kasten hängen. Vorsichtig zieht sie ein Rähmchen mit Waben heraus. Darauf kleben tausende Bienen, und mittendrin die Königin – gut erkennbar an einer weißen Markierung, die mit einem Spezialkleber befestigt ist. „Die Wabe ist leider viel zu leicht“, meint Karner und seufzt. „Das heißt, die Bienen brauchen Futter.“

Außerdem offenbart der Blick in den Stock, dass das Volk im Umbruch ist. Die Winterbienen werden von den Sommerbienen abgelöst. Es ist schon reichlich Nachwuchs geschlüpft, der ebenfalls mit Nahrung versorgt werden will. „Wenn ich jetzt nicht aufpasse, verhungern mir die Bienen“, sagt Karner, während sie den Rahmen wieder einhängt.

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Mittlerweile hat das brummende Geräusch hörbar zugenommen. Aber Karner muss noch ein paar Arbeiten erledigen: Mit dem Stockmeißel Wachs entfernen, die Seiten der Rähmchen reinigen und altes Wabenwerk aussortieren. Das missfällt den überwiegend weiblichen Bewohnern. „Es tut mir echt leid, Mädels, aber es hilft nichts“, sagt die Geltingerin und bleibt ruhig.

Nach ein paar Minuten ist sie fertig mit den Arbeiten am Bienenstock. Die Imkerin ist froh, dass sie ihre beiden Völker gut über den Winter gebracht hat. Besonders ein Volk hatte ihr Sorgen gemacht. „Aber die Tiere sind groß und gesund.“ Die Geltingerin muss sich nun überlegen, ob sie ihre Bienen mit zusätzlichem Futter unterstützt. Dann werden Zuckersirup und Honig vermischt mit einer Tasse Kamillentee und einer Prise Salz aufgetischt.

nej

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