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Meerschweinchen ausgesetzt: Tierheim-Leiterin findet Karton mit 18 Nagern

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Von: Sabine Hermsdorf-Hiss

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Haben ein neues Zuhause: drei der 18 kleinen Nager.
Haben ein neues Zuhause: drei der 18 kleinen Nager. © Hermsdorf-Hiss

Unerwarteter Zuwachs im Josefa-Burger-Tierheim in Gelting: Die Leiterin hat 18 Meerschweinchen vor der Tür gefunden. Jemand hatte sie in drei Kartons ausgesetzt.

Geretsried – Duplo mümmelt an einem Halm, Haribo und Mikado liegen entspannt in der Ecke. Twix und Snickers knabbern an einer Karotte. Moment! Süßigkeiten, die nun ein Eigenleben entwickelt haben? Manuela Ravara muss lachen. Eines Morgens standen vor den Toren der Einrichtung drei Kartons. Ihr Inhalt: 18 Meerschweinchen. „Und die brauchen schließlich Namen“, sagt die Leiterin des Josefa-Burger-Tierheims.

Um eine „Familie“ besser als solche zu identifizieren zu können, sucht sie sich Themen. „Das letzte Mal waren es Popstars – Shakira, Tina, Adele, Rihanna...“

Sechs Meerschweinchen schauten Tierheim-Leiterin erwartungsvoll an

Wann genau die Tiere in den Pappbehausungen abgestellt worden sind, kann Ravara nicht sagen. „Ich bin um 6 Uhr früh rausgegangen, um eine von meinen Gastkatzen zu füttern“, erzählt sie. Bereits von der Futterküche aus sah sie vor dem Tor einen Karton stehen und beschloss umgehend, nachzuschauen. Doch dieser war nicht der Einzige: „Vor unserem Auto standen zwei weitere.“ Dass hier keiner Müll entsorgt hat, war offensichtlich: „Alle hatten Luftlöcher und waren zusätzlich mit einem Bettlaken abgedeckt.“ Also trug Ravara die sonderbare Fracht ins Innere des Hauses und öffnete vorsichtig die Deckel. „Aus jedem Karton schauten mich sechs Meerschweinchen erwartungsvoll an.“

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Ravara begann nach Geschlechtern zu sortieren – und kam schnell zu der Überzeugung, dass es nicht bei 18 Tieren bleiben wird. „Es sind neun Männchen und ebensoviele Weibchen, von denen sechs wiederum trächtig sind.“ Vorsichtig streicht sie einer der werdenden Mütter über die sich bereits ausdehnenden Seiten. „Da werde ich wohl bald Hebamme spielen müssen.“

Eigentlich wäre eine Kastration angebracht

Nichtsdestotrotz ist Ravara froh, dass die Tiere – wenn auch auf ungewöhnliche Weise – bei ihr gelandet sind. „Schlimmer wäre gewesen, wenn man sie einfach irgendwo ausgesetzt hätte.“ Denn dass sich der Bringer etwas gedacht hat, war offensichtlich. „Am Boden der Kisten war ein Handtuch ausgebreitet, darauf Stroh, dann wieder ein Handtuch.“ Warum der Vorbesitzer die Tiere nicht behalten hat, darüber kann man nur spekulieren. „Überforderung, Krankheit, Allergie, man weiß es nicht“, sagt sie. „Vielleicht auch, weil sie sich jetzt so vermehren werden – und eigentlich eine Kastration angebracht wäre, die aber in Summe viel Geld kostet.“ Diese Aufgabe wird nun das Josef-Burger-Tierheim übernehmen.

sh

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