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Vogelperspektive: Im Geltinger Gewerbegebiet tummeln sich Betriebe auf über 60 Hektar . 

190 Betriebe von Ost bist West

Geltinger Gewerbegebiet ist beliebt – trotzdem gibt ein Betrieb den Standort auf

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Für ein Dorf hat Gelting relativ viel Gewerbefläche: Auf über 60 Hektar erstrecken sich 190 Betriebe. Aufgrund der Nähe zur Autobahn 95 ist Gelting besonders bei Logistikern beliebt. Einer gibt zum Monatsende seinen Standort auf.

Gelting – Das Gewerbegebiet West wurde im Jahr 1983 ausgewiesen. 1997 erweiterte die Stadt die Fläche um 13,5 Hektar, berichtet Pressereferent Thomas Loibl auf Nachfrage unserer Zeitung. Ansässig sind auf den 105 Grundstücken überwiegend kleine Handwerksbetriebe und Mittelständler. Ein Steinmetzbetrieb, Werbe- und Fahrzeugtechniker, ein Grußkartenverlag, Autowerkstätten und ein Bauschmaschinenhandel: Zwischen Leitenstraße und Lauterbachstraße gibt es einen bunten Mix. Auch eine Weinhandlung, ein Rad- und Vespaladen sowie eine Harley-Davidson-Galerie sind dort unter anderem zu finden. Nicht zu vergessen: die großen Logistiker wie DHL, DPD, GLS und Hermes. Letzterer verabschiedet sich zum 30. April aus Gelting.

„Hermes hat Mitte Februar in Graben im Landkreis Augsburg eines von zukünftig insgesamt 15 großen Logistik-Centern eröffnet“, berichtet Ingo Bertram, Sprecher der Hermes Europe GmbH. Der neue Standort sei Teil eines 2014 gestarteten Investitionsprogramms. Aufgrund ihrer Größe und Sortiertechnik sind die neuen Standorte laut Bertram in der Lage, weitaus mehr Sendungen zu sortieren. Deshalb werden ausgewählte ältere Standorte im Einzugsbereich in die neuen Logistik-Center integriert. „Dies ist auch bei unserem Depot Geretsried-Gelting der Fall.“ Die etwa 30 Mitarbeiter hätten Jobangebote für den neuen Standort erhalten. Wie es mit dem Grundstück und der großen Halle weitergeht, ist Bertram nicht bekannt. Beides hatte der Logistiker 2005 angemietet.

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„4000 bis 5000 Quadratmeter werden jetzt dort frei“, schätzt Volker Reeh, Wirtschaftsreferent des Stadtrats. Der Fischhändler ist selbst in Gelting ansässig. Vor ein paar Jahren hatte Reeh seinen Standort aus dem Geretsrieder Zentrum ins Gewerbegebiet verlagert. „Eigentlich ist dort alles verkauft“, so seine Beobachtung. Ebenfalls aufgefallen ist ihm, dass es in den Randlagen „sehr viel Wohnbebauung“ gibt. Fast die gesamte Breite der Lauterbachstraße sei damit durchsetzt. Im Gewerbegebiet West ist pro 1500 Quadratmeter Grundstücksfläche eine Betriebswohnung erlaubt. „Im Lauf der Zeit wird das geschliffen“, kritisiert Reeh. „Das ist nicht optimal.“

Verschärfte Regen für das Gewerbegebiet Ost

Für das Gewerbegebiet Ost, das 2014 ausgewiesen wurde, gelten verschärfte Regeln: Dort ist eine Betriebswohnung erst ab einer Grundstücksgröße von 3000 Quadratmetern zulässig. Unterteilt ist das 13 Hektar große Areal in insgesamt neun Grundstücke. Zwei davon sind noch zu haben, aber es laufen Käufergespräche. „Wir sind sehr zuversichtlich und hoffen auf einen zeitnahen Abschluss“, sagt Pressereferent Loibl. Wirtschaftsreferent Reeh wird konkreter: „Ein Geretsrieder Unternehmer möchte seinen Standort verlagern.“

Das hat die Firma Loxxess bereits getan – zumindest zum Teil. Vor etwa einem Jahr hatte der Logistik-Dienstleister der Pharmaindustrie sein Drittkundengeschäft von der Pfaffenrieder Straße in Wolfratshausen an die neue Waldkraiburger Straße in Gelting verlagert. Einziger gewerblicher Nachbar ist derzeit Linde Gas Deutschland, die sich dort mit einem Fachmarkt für Gas und Schweißtechnik angesiedelt hat. Aber: Auf dem östlichen Grundstück wird gerade ein Rohbau hochgezogen. Entstehen soll dort laut Bautafel eine Halle für technische Prüfanlagen mit Büros. nej

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