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Arbeiteten Hand in Hand: Steinmetz Johann Hirschberger (li.) mit Tochter Marion sowie Josef Holzer sen. (re.) mit seinem Sohn Josef jun. von der gleichnamigen Gärtnerei in der neuen Gemeinschaftsgrabanlage.

"Eine wunderbare Ergänzung"

Gemeinschaftsgrab auf dem Waldfriedhof

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Geretsried – Hinterbliebene teilen sich die Kosten der Pflege für eine gemeinsame Grabstätte: Das ist das Konzept, das hinter so genannten Ruhegemeinschaften steht. Diese Form der Bestattung ist jetzt auch auf dem Geretsrieder Waldfriedhof möglich.

Direkt gegenüber der Aussegnungshalle befindet sich die neue Gemeinschaftsgrabanlage, die die Gärtnerei Holzer zusammen mit dem Steinmetzbetrieb Hirschberger errichtet hat. Umgeben von Buchen reihen sich 18 individuelle Gräber kreisförmig aneinander. Marmor, Granit, Quarzit, Kalkstein und Sandstein: Jeder der errichteten Grabsteine ist ein Unikat. In der Mitte der reich bepflanzten Anlage gibt es eine Fläche mit Stele und Trauerweide. In der Erde ist Platz für 36 Urnen. Vor der Stele gibt es eine Stelle, um Blumen abzulegen und Kerzen anzuzünden.

Die Idee zu dieser Gemeinschaftsgrabanlage stammt von Josef Holzer sen. Vor vier Jahren las er in der Zeitung, dass eine auswärtige Firma einen Friedwald anlegen wollte. „Da bin i gangig g’worden“, sagte der Geltinger bei der offiziellen Eröffnung am gestrigen Freitag. Mit dem Steinmetzbetrieb Hirschberger fand er einen Partner, der ihn unterstützte. Bis die beiden ihr Vorhaben in die Tat umsetzen konnten, vergingen allerdings vier Jahre. Unter anderem musste erst die Friedhofssatzung geändert werden. Im Sommer dieses Jahres konnten die beiden Geltinger Betriebe endlich loslegen. Nach sechs Wochen war der Urnengarten fertig. „Der Platz wird immer von der Sonne angestrahlt“, berichtete Holzer. „Das finde ich genial.“

Marion Hirschberger bedankte sich bei der Stadt für das entgegengebrachte Vertrauen, das Projekt nach eigenen Vorstellungen umsetzen zu dürfen. Ein solcher Ort, wie er hier geschaffen wurde, sei wichtig für die Trauerbewältigung, ergänzte die Geretsriederin. Die Grabstätten seien individuelle Denkmäler für individuelle Menschen.

Für Bürgermeister Michael Müller ist der Urnengarten „eine wunderbare Ergänzung für unseren Waldfriedhof“ und ein Beleg dafür, den Tod nicht aus dem öffentlichen Leben verbannen zu wollen. Das Angebot richte sich an all diejenigen, „die sich nicht selbst um ein Grab kümmern können, aber gleichzeitig Wert auf eine gärtnerisch gepflegte Grabstätte auf dem Friedhof legen“. Alternative Bestattungsformen wie diese würden das Einzelgrab immer öfter ablösen, so Müller.

Im neuen Urnengarten gibt es zwei Bestattungsmöglichkeiten. Die 18 Urnengräber im äußeren Ring können einzeln oder doppelt belegt werden. Inklusive Beschriftung und Pflege liegen die Kosten zwischen 3980 und 5000 Euro. Eine Beisetzung in der Urnenruhegemeinschaft in der Mitte kostet 2300 Euro. Für diesen Preis wird die gesamte Anlage zwölf Jahre von den Friedhofsgärtnern bepflanzt und gepflegt. Wer sich für eine Beisetzung im Urnengarten entscheidet, schließt einen Dauergrabpflegevertrag mit den Friedhofsgärtnern ab. Das eingezahlte Geld verwaltet die Treuhandgesellschaft Bayerischer Friedhofsgärtner mbH (TBF). Sie kontrolliert auch den Pflegezustand des Gemeinschaftsgrabes.

Kontakt

Wer mehr über den Urnengarten wissen möchte, wendet sich an die Gärtnerei Holzer (Telefon 0 81 71/1 80 91, E-Mail: info@gaertnerei-holzer.de) oder an Elisabeth Kell im Geretsrieder Rathaus (Telefon 0 81 71/62 98 21).

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