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Eine genaue Betrachtung

Geothermie: Was ist was? So sieht der Bohrturm aus

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Was ist was? Wir haben uns die Geothermie-Anlage der Enex Power Germany auf dem Hofgut Breitenbach bei Gelting einmal ganz genau angeschaut.

Geretsried - Es wird spannend: In spätestens drei Wochen ist klar, ob unter dem Hofgut Breitenbach Thermalwasser sprudelt. Bis dahin schraubt sich der Bohr-Meißel jeden Tag weiter in die Tiefe. Forscher untersuchen die zu Tage geförderten Bohrkerne. 

Das sind die einzelnen Elemente des Bohrturms (ein Klick auf die Pfeile rechts oben machen das Bild groß).

Nummer 1: 

Bentec 350 (vom deutschen Hersteller Bentec in Bad Bentheim) heißt die Bohranlage, die in Gelting im Einsatz ist. Der Bohrturm misst 55 Meter. 

Nummer 2: 

Der höchste Arbeitsplatz der Anlage ist das „Monkey Board“. Dort wird das Bohrgestänge in den Kraftdrehkopf („Top Drive“) ein- und ausgehängt. 

Nummer 3: 

Mit Hilfe des „Top Drive“, der sich an einer hydraulischen Flaschenzug-Seilwinde auf- und abwärts bewegt, schraubt sich der Bohrstrang mit dem Meißel ins Erdreich. 

Nummer 4: 

Die Driller-Kabine ist die Kommando-Zentrale. Hier steuert der „Tool Pusher“ Geschwindigkeit, Druck und Drehmoment der Anlage. 

Nummer 5: 

Der „Blow Out Preventer“ ist ein Sicherheitsventil, das während der Bohrung das Loch in der Erde schützt. Es soll das unkontrollierte Austreten von Gasen verhindern. 

Nummer 6: 

Sollte der Bohrtrupp auf Gas stoßen, wird es mit Hilfe des „Blow Out Preventers“ kontrolliert in die gelbe Gasleitung transportiert und über eine Fackel abgebrannt. 

Nummer 7: 

Wenn die Bohrung beendet ist, werden Pumptests durchgeführt. Diese sind vorläufig und dauern etwa zwei Wochen. Dazu wird das etwa 150 Grad heiße Wasser als erstes über den „Separator“ geführt. Dort entspannt es sich und kühlt auf unter 100 Grad ab. Dabei entlässt es eine große Dampfwolke (daher nennt man den „Separator“ auch „Mississippi Queen“), die nach faulen Eiern riechen kann, weil das Thermalwasser oft etwas Schwefel enthält. 

Nummer 8: 

Über diese Leitung wird das Thermalwasser aus den Pumptests in die Testwasserbecken (nicht auf dem Foto) abtransportiert. Nach den Tests werden die provisorischen Pumpeinrichtungen abgebaut, und das Bohrloch wird verschlossen. Dann wird die zweite Bohrung (in der Nähe des Tierheims) durchgeführt. Bei Erfolg werden beide Bohrungen mit einer permanenten Thermalwasserleitung verbunden.

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