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Großer Bahnhof am Bohrturm: Am Donnerstag wurde das Geothermieprojekt auf dem Hofgut Breitenbach offiziell wieder aufgenommen. 

Geothermie

Bohrmeißel dreht sich wieder

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Was vor zehn Jahren mit dem ersten Spatenstich begann, kann endlich fortgeführt werden: Auf dem Hofgut Breitenbach wird wieder nach heißem Thermalwasser gebohrt. Zu diesem denkwürdigen Anlass trafen sich Investoren und Projektpartner am Donnerstag zu einer kleinen Feierstunde am Bohrplatz.

Gelting  Über drei Jahre sind seit dem ersten gescheiterten Versuch vergangen. Wobei die Bohrung an sich damals „hervorragend“ verlaufen sei, sagte Dr. Robert Straubinger von der Gesellschaft Enex Power Germany, die das Projekt von den Isländern übernommen hatte. Aber das Wichtigste fehlte: ausreichend heißes Wasser. 35 Millionen Euro kostete Enex die trockene Bohrung. „Wir hatten damals ein falsches Ziel gewählt“, erklärte der Geschäftsführer.

Bohrpfad wurde noch einmal geändert

Es folgten viele Analysen und neue Untersuchungen durch Fachunternehmen. Enex schaffte es außerdem, dass das Projekt vom Bundeswirtschaftsministerium mit einem Millionenbetrag unterstützt und wissenschaftlich begleitet wird. Im Dezember war das Erdreich zusätzlich mit Geophonen vermessen worden, und der Bohrpfad wurde Anfang des Jahres noch einmal geändert. Zwar bleibt es bei der sogenannten Ablenkbohrung, bei der das bestehende Bohrloch genutzt werden kann. Aber der Pfad zweigt laut Enex-Geschäftsführer Andreas Gahr erst bei etwa 4.000 Metern ab und nicht wie ursprünglich geplant schon bei 2.600 Metern. Ziel sind dolomitische Kluftzonen in einer Tiefe von 4.800 Metern. „Wir hoffen auf mehr als 60 Liter Wasser die Sekunde, das mindestens 150 Grad heiß ist“, sagte Gahr.

Erste Pumpversuche in sechs bis acht Wochen

In sechs bis acht Wochen will das beauftragte Bohrunternehmen Daldrup & Söhne die wasserführende Schicht erreichen und mit den ersten Pumpversuchen beginnen. Verlaufen sie positiv, ist der Weg frei für die Reinjektionsbohrung zwei Kilometer nördlich des Josefa-Burger-Tierheims. Dort wird das geförderte Wasser später wieder in die Erde zurückgeführt. Daldrup-Vorstand Andreas Tönies ist zuversichtlich: „Die Fündigkeitswahrscheinlichkeit liegt bei 90 Prozent.“

50 bis 60 Millionen Euro werden investiert

Das Bohrunternehmen machte es überhaupt erst möglich, dass es in Gelting einen zweiten Bohrversuch gibt. Daldrup setzt dort ein selbst entwickeltes integriertes Versicherungsmodell zur Absicherung von Fündigkeitsrisiken ein. Das machte das Projekt für Investoren wieder interessant: Neben der Hörmann-Gruppe beteiligt sich wie berichtet die Fondgesellschaft Auctus – letztere inzwischen als Mehrheitsgesellschafterin. Vor allem der Familie Hörmann dankte Enex-Geschäftsführer Straubinger: „Danke, dass Sie bis heute an das Projekt geglaubt haben.“

Die beiden Bohrungen kosten zusammen knapp 20 Millionen Euro. Mit einem Kraftwerk, das im Anschluss gebaut werden soll, werden auf dem Hofgut Breitenbach in den nächsten Jahren 50 bis 60 Millionen Euro investiert.

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